Faust-Team zieht positive Zwischenbilanz

Kulturreferent Karl Lothes: Als „hervorragend vom Künstlerischen her“ bezeichnet er die Festspiele. Er organisiert seit einem Vierteljahrhundert die Kulturreihe „Pegnitzer Brettl“, die in diesem Jahr wegen der Festspiele in den Herbst verschoben werden (wir berichteten), und ist zweiter Vorsitzender des Faust-Fördervereins. Lothes habe beobachtet, dass die Pegnitzer die Festspiele mittlerweile annehmen und dass die Resonanz gut sei. „Jetzt müssen sie nur noch in der Region bekannter werden.“ Ihn würde es aber auch nicht überraschen, wenn aus dem ersten Jahr eine Durststrecke wird: „Das ist oft so.“

Die Biergartenwirtin: Zufrieden ist auch die Pächterin Fey Batzaka: „Jeder, der von den Festspielen zum Biergarten kommt, ist begeistert und glücklich“, sagt sie. Die Gäste kämen schon vor der Aufführung zu ihr, um zu essen und zu trinken. Und auch nach den Stücken bleiben manche noch bei ihr, um den Abend ausklingen zu lassen.

Uwe Goering: Der Besucherstrom halte sich zurück, sagt der direkte Anwohner. Von den Aufführungen höre er kaum etwas. „Wenn, dann nur leise. Aber das ist kein Wunder, wenn nicht viele Leute kommen.“ Er könne sich nicht vorstellen, dass die angepeilten Zuschauerzahlen realistisch sind. „Wenn das Theater Schall und Rauch oder der Fränkische Theatersommer über Jahre nicht so viele Besucher anlocken konnten, bringt der Faust vermutlich auch nicht mehr Zuschauer“, ist er überzeugt.

Der Theatermacher: Die genauen Zahlen habe er nicht im Kopf, sagt Vogel, der den Mephisto gibt. Es seien geschätzt aber ungefähr so viele wie bei der Premiere gewesen; also rund 350 Zuschauer. Außerdem seien an der Abendkasse 50 bis 80 Karten zusätzlich verkauft worden. Er hat auch eine Erklärung dafür, warum bisher keine Veranstaltung ausverkauft war: Die Organisatoren hätten sich dafür entschieden, eine größere Tribüne aufzustellen als nötig. „Damit haben wir mehr Platz, falls noch Kurzentschlossene kommen. Denn es gibt nichts Schlimmeres als jemanden wegzuschicken, weil eine Vorstellung ausverkauft ist. Die Leute kommen dann gar nicht mehr“, so Vogel. Vor allem die Plätze am Rand und ganz hinten seien bei den bisherigen drei Aufführungen meist frei geblieben. Doch die Begeisterung der Zuschauer spreche sich herum. Vermutlich wegen der Mundpropaganda gehen die Buchungen für die Karten weiter, so Vogel. Denn die Resonanz der Zuschauer sei gut, viele seien begeistert von den Faust-Aufführungen und wollen auch in die Komödie gehen, so Uwe Vogel. Die Premiere findet am morgigen Mittwoch statt. Doch nicht nur die Besucherzahlen seien positiv, auch mit den Aufführungen selbst ist Vogel zufrieden. Alles sei bisher reibungslos verlaufen und die Statisten spielen „so was von super“, sagt der Vorsitzende des Faustvereins zufrieden. Ohne die Statisten wären die Festspiele nicht das selbe, sie erfüllten das Ganze mit Leben. Insgesamt stehe auf der Bühne ein „eingespieltes Team und ich bin sehr glücklich über den bisherigen Verlauf“, fasst Vogel es zusammen.

Der Intendant: „Die Besucherzahlen interessieren mich nicht“, sagt Daniel Leistner. Die ersten drei Aufführungen seien dazu da gewesen, um die Festspiele in Pegnitz bekannt zu machen. „Am Ende, also im September, wird alles zusammengezählt und dann zählen nicht die Besucherzahlen, sondern alle fragen nach dem Geld.“ Für ihn gehen die Festspiele erst mit der Komödie „Schlau, schlau die Frau“ los. Denn in der Regel locke das lustige Stück mehr Besucher an als das Drama, weiß er aus seiner 20-jährigen Erfahrung als Theater-Macher. Leistner schätzt, dass die beiden Vorstellungen am vergangenen Wochenende etwas weniger Gäste gesehen haben als die Premiere. „So um die 300 dürften es gewesen sein.“ Für seine Berechnungen seien 250 Besucher nötig, damit sich die Festspiele rechnen. Zudem kenne er keine Theater-Premiere, die ausverkauft war. Für ihn und seinen Geschäftsführer sei es wichtig, dass die Zuschauer zufrieden sind. Und das seien sie gewesen: Dazu haben die Stimmung auf dem Schlossberg, die Lichtverhältnisse und die Schauspielerei beigetragen. Bisher waren nicht nur Pegnitzer auf dem Schlossberg, auch von außerhalb seien Zuschauer gekommen. Sie würden Pegnitz bekannt machen, ist der Intendant überzeugt. Das sei ein Vorteil bezüglich des Tourismus in der Stadt. Das sollten sogar die größten Kritiker erkennen, wenn es nach dem Intendanten geht.

Bürgermeister Uwe Raab: Die Rückmeldungen, die er von der Premiere erhalten hat seien „hervorragend“. Den Gästen habe die kurzweilige Aufführung, die „absolut bestechende Atmosphäre des Schlossbergs“ und die schauspielerische Leistung gefallen. Die Stadt sei mit den Faust-Festspielen auf einem guten Weg, mehr Leben auf den Hausberg zu bringen. Raab selbst habe oft den Wunsch von Bürgern gehört, dass auf dem Schlossberg mehr Leben einziehen solle. Er wisse aber auch, dass die Anlagen an der Festwiese mittelfristig renoviert werden müssten. „Der aktuelle Status ist hinreichend gut, aber die Bausubstanz ist schon etwas in die Jahre gekommen.“ Die Renovierung habe die Stadt in ihrem Hausaufgabenheft stehen, wie der Bürgermeister betont. Unter anderem sei auch der Aussichtsturm nicht mehr der jüngste. Bedenken bezüglich der Sicherheit gebe es aber nicht. In naher Zukunft gelte es, die geschaffene Infrastruktur auch für andere Veranstaltungen zu nutzen. „Wir sind auf einem guten Weg“, findet der Rathauschef.

INFO: Nach drei Faust-Aufführungen wird am Mittwoch eine Komödie nach von Molière aufgeführt. Uwe Vogel steckt noch mitten in den Vorbereitungen Und Daniel Leistner ergänzt: Der Kartenvorverkauf dafür laufe jedenfalls zufriedenstellend.

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