Fachkräftemangel bremst die Wirtschaft

Der Fachkräftemangel belastet auch die hiesige Wirtschaft erheblich, wie die oberfränkischen Wirtschaftskammern auf Nachfrage unserer Zeitung mitteilten. Im Bezirk fehlen nach Angaben der Industrie- und Handelskammer (IHK) für Oberfranken 18.000 Fachkräfte, darunter gut 1000 Akademiker und knapp 17.000 beruflich Qualifizierte. Hier wiederum seien vor allem Mitarbeiter mit technischer Ausrichtung gesucht. IHK-Präsidentin Sonja Weigand sieht diese Entwicklung immer mehr als „Wachstumsbremse“ an. „Die Gewinnung von Fachkräften ist deshalb aktuell die größte Herausforderung der oberfränkischen Wirtschaft“, betonte Weigand.

„Der Arbeitsmarkt ist aktuell leergefegt.“

Auch die IHK zu Coburg klagte, dass es in einigen Branchen immer schwieriger wird, geeigneten Nachwuchs und Fachkräfte zu rekrutieren. Gesucht würden vor allem IT-Fachleute, Verfahrensmechaniker, Polsterer, Berufskraftfahrer sowie Mitarbeiter in Gastronomie und Hotellerie. Derzeit gibt der Monitor der Kammer im Raum Coburg den Engpass an beruflich qualifizierten Fachkräften mit 3500 an. Akademiker fehlten hingegen nur 170.

Der Hauptgeschäftsführer der oberfränkischen Handwerkskammer (HWK), Thomas Koller, sagte, das Handwerk spüre den Fachkräftemangel deutlich. „Der Arbeitsmarkt ist aktuell leergefegt.“ Für Koller ist das ein Faktor, der die „dennoch sehr starke Handwerkskonjunktur ausbremst“. Die Handwerkskammer fordert eine Aufwertung der beruflichen Bildung.

Studie: 440.000 Qualifizierte fehlen bundesweit

Eines der obersten Ziele der nächsten Jahre bleibt für die Handswerkskammer denn auch, die berufliche Bildung nachhaltig zu stärken. „Der Pakt für berufliche Bildung in Bayern und seine Ausweitung auf eine Bund-Länder-Initiative war dazu ein wichtiger Schritt“, sagte Koller. Andere Punkte seien die weitere Gleichstellung des Handwerksmeisters mit dem Bachelor oder die weitere Öffnung des Arbeitsmarktes für ausbildungsinteressierte Jugendliche aus Drittstaaten. „Weiterhin bleibt die Stärkung des Images der beruflichen Bildung der Schwerpunkt unserer regionalen und bundesweiten Kampagnen. Aktuell nehmen wir auch die bundesweite Woche der beruflichen Bildung zum Anlass, auf die vielfältigen Karrierechancen im Handwerk aufmerksam zu machen“, betonte Koller.

Etwa 440.000 qualifizierte Arbeitskräfte fehlen der IW-Studie zufolge bundesweit. „Wenn deutsche Unternehmen diesen Fachkräftebedarf decken könnten, würde die Wirtschaftsleistung in Deutschland um bis zu 0,9 Prozent oder rund 30 Milliarden Euro höher ausfallen“, heißt es in der Untersuchung der Wirtschaftsforscher. Die Engpässe bei Fachkräften seien ein wichtiger Grund für niedrige Unternehmens-Investitionen und überlastete Kapazitäten, analysiert das in Köln ansässige Institut.

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Kommentare

Wenn Ihr dafür sorgen würdet, daß qualifizierte Kräfte nicht in Scharen das Weite suchen aufgrund der schlechten Arbeitsbedingungen hier (z.B. Richtung Schweiz, Skandinavien.....), dann hätten wir auch genügend Fachkräfte!
Richtig! Aber als Ersatz hat doch Frau Merkel ihre Fachkräfte, welche ja angeblich wertvoller als Gold sind, ins Land geholt ;-) Beklagen wir uns doch nicht ;-)
So ein Schmarrn. Wie viele qualifizierte Arbeitskräfte kommen aus der EU nach Deutschland, um hier zu arbeiten. Aber auch die reichen zumindest jetzt nicht aus, um den Fachkräftemangel zu beheben. Langfristig geht es nur durch Qualifizierung von Zuwanderern. Ich behaupte aber nicht, dass alles perfekt läuft. Verbessern lässt sich immer etwas.
Wenn man einen Satz aus dem Zusammenhang reißt und ihn dann auch noch der falschen Person in den Mund legt, wird er gleich zweimal nicht wahrer, @Noob. "Wertvoller als Gold" hat nicht Angela Merkel gesagt, sondern Martin Schulz. Und Martin Schulz hat nicht gesagt, dass die Flüchtlinge "wertvoller als Gold" seien. Er sagte: "Was die Flüchtlinge zu uns bringen, ist wertvoller als Gold. Es ist der unbeirrbare Glaube an den Traum von Europa. Ein Traum, der uns irgendwann verloren gegangen ist." Das ist ein riesengroßer Unterschied.
Und da das alles noch dazu nichts mit dem Thema zu tun hat, möchte ich bitten, bei diesem zu bleiben. Sonst muss ich hier die Kommentare dicht machen.

Moritz Kircher, Onlineredaktion
Werter Herr Kircher;
Erstens hat @Noob0312 mit keiner Silbe in seinem Posting behauptet, dass diese Aussage von "Mutti" getätigt wurde und zweitens dachte ich immer, der NK sei überparteilich - also: warum reagieren Sie so gereizt und behaupten Dinge die so nie gepostet wurden?
Wie schreiben Sie doch so schön:
"Und da das alles noch dazu nichts mit dem Thema zu tun hat, möchte ich bitten, bei diesem zu bleiben" - na dann wiederhole ich mich mal: fassen Sie sich an die eigene Nase bevor Sie so einen Stuss zusammenschreiben und bleiben Sie halt beim Thema!
Und verkneifen Sie sich Ihre schon kaum mehr zu beschreibende Arroganz à la "Sonst muss ich hier die Kommentare dicht machen"...!
Sie wissen ja wie das so ist mit dem Hochmut...
Ich weiß... Fakten sind manchmal unangenehm. Auch wenn Sie sie als „Stuss“ bezeichnen.
Die Reaktion von Noob0312 zeigt, dass er nicht in der Lage oder Willens ist, sachlich zu diskutieren. Es ist ein himmelweiter Unterschied, ob man mit unterschiedlichen Meinungen sachlich diskutiert oder ob man provokant und verletzend agiert.
Außerdem ist es immer noch ein Unterschied, ob etwas juristisch nachweisbar oder nur "geschickt" formuliert ist. Das Beispiel: ...doch Frau Merkel ihre Fachkräfte, welche ja angeblich wertvoller als Gold sind.... zeigt es doch. Mit solch einer Methode kann man agieren, aber nicht diskutieren. Aber wie schon gefragt: "Wollen manche hier überhaupt diskutieren"?
Was bringen denn die Flüchtlinge schon mit, was dann auch noch wertvoller als Gold sein soll?
Dann sollen sich doch bitte mal die Arbeitgeber selber an die Nase fassen!! In vielen sozialen Ausbildungsberufen erhalten die Auszubilden während ihrer Ausbildung noch heute keinerlei Geld - im Gegenteil - für die Ausbildung müssen Sie sogar zahlen (z.B. Apothekenhelferin / Pysiotherapheuten). Selbst für die Ausbildung zum Altenpfleger muss teilweise immer noch bezahlt werden. Aber dann wundern wenn sich keiner bereit erklärt die Ausbildung zu machen.
Ich sehe das so, dass es doch die Wirtschaft selbst war, die in der Vergangenheit massiv Ausbildungsplätze reduziert haben um vermutlich Kosten zu sparen. Das alles rächt sich jetzt gerade! Es dürfte aber auch daran liegen, dass über die Eltern, den Schulen und über die Medien den Kindern schon beigebracht wird, dass Sie nur über Abitur und Studium gute Verdienstmöglichkeiten in diesem Land haben werden! Was ja bei letzterem auch meist zutrifft! Würde es denn nicht zukünftig mehr Sinn machen, wenn bereits in den Schulen viel mehr praxisbezogener Unterricht angeboten würde und die Kinder viel länger in einem Klassenverband zusammen zu lassen und nicht bereits ab der vierten Klasse in andere Schulsystem wechseln zu lassen! Das heutige Schulsystem ist doch immer mehr darauf aufgebaut, möglichst viele Eliten zu generieren und wer nicht mithalten kann, fällt automatisch durch das Raster, vor allem dann wenn auch noch irgendwelche Lernschwächen vorhanden sind, haben diese Kinder in der heutigen Zeit überhaupt keine Chance mehr, den manchmal sehr hochgesteckten Anforderungen so mancher Arbeitgeber gerecht zu werden! Es zählen doch meist nur noch die Schulnoten und nicht das vielleicht vorhandene handwerkliche Geschick eines potenziellen Bewerbers! Auf der anderen Seite, bezahlt Eure Leute anständig, dann gibt es den für mich hausgemachten Fachkräftemangel nicht mehr! In anderen europäischen Ländern, wie Spanien, Italien, Kroatien etc. gibt es eine Jugendarbeitslosigkeit von über 30%, warum versuchen die Arbeitgeberverbände nicht hier mehr Menschen, durch vorherige Sprachförderung auch mit durchaus staatlich finanzierten Programmen in den jeweiligen Ländern für eine Ausbildung oder einen Arbeitsplatz in Deutschland zu gewinnen?
Ich stimme dem Beitrag zu. Allerdings vermisse ich beim Hinweis, dass das Abitur (bei den Eltern) eine große Bedeutung hat, auch den Hinweis auf den zweiten Bildungsweg, gerade in Bayern. Man kann nur mit Hauptschule mit M-Zweig und FOS studieren bis hin zum Uni-Studium. Dieser zweite Bildungsweg unterscheidet sich ganz stark vom der gymnasialer Ausbildung und ist für viele Kinder der bessere Weg.
Das Problem ist oft der fast krankhafte Ehrgeiz mancher Eltern.
Wer nicht ausbildet oder Ausbildungsabbruch nicht verhindert, hat logischerweise auch keine Fachkräfte.......
In meiner Erfahrungswelt kann ich zwar den Fachkräftemangel bestätigen, jedoch lassen die Signale, die regelmäßig von Arbeitgeberseite an Belegschaften gesendet werden, nicht erkennen, dass es sich dabei um eine wertvolle und erhaltenswerte Ressource handeln könnte. Wenn ich Fachkräfte binden möchte und zusätzlich neue gewinnen möchte, dann sind andere Maßnahmen und Verhaltensweisen notwendig. Es gibt Firmen, die das verstanden haben. Andere jedoch nicht! Meist sind es die Global Player, die ein rücksichtsloses Verhalten ihren Angestellten gegenüber an den Tag legen.
Und nebenbei bemerkt fängt das Problem ja schon damit an, dass in Deutschland immer noch relativ wenige Kinder geboren werden. Nach meiner Einschätzung wird sich das auch nicht signifikant ändern, so lange der Kinderwunsch (von Frauen) seitens Arbeitgeber negativ ausgelegt und zum Stolperstein für Arbeitnehmer wird.
f.a.n genau so wie Sie es beschreiben sieht dier Realität aus! Beim Kinderwunsch sehe ich das noch so, dass sich viele Paare auch Gedanken darüber machen wie denn heutzutage überhaupt Beruf und Kinder in Einklang gebracht werden können, vor allem wenn es um die Kinderbetreuung geht!
Warum sollte ich denn heutzutage ein Kind bekommen?
Kostet nur Geld... bindet mich und engt mich in meiner persönlichen Freiheit ein...
Weil Kinder der Sinn des Lebens sind, vielleicht?
Hohehu vertraut diesbezüglich voll auf die von ihm sehr geschätzten muslimischen Zuwanderer. Dort gibt noch keine derartigen Probleme mit der Geburtenrate, hört man. Der menschliche Fortbestand in der Welt - und speziell in Deutschland - ist somit (Gott sei Dank) gesichert ;-)
@hohehu, was wertvoller als Gold ist, fragen Sie im Bezug auf die Flüchtlinge? Ganz einfach: Kinder, womit Sie ja offensichtlich nicht dienen wollen.
Man sieht wieder einmal, wie Menschen zu ganz unterschiedlichen Meinungen bei gleicher Ausgangssituation kommen können. Ich bin der Meinung, dass die Umstände für Kinder noch nie so gut waren, wie sie heute (bei uns) sind. Aber an die Eltern werden vielleicht immer größere Anforderungen an die Eigenverantwortung gestellt.
Deswegen lasse ich Deutschland und eure Kinder gern mit den muslimischen Zuwanderern in wenigen Jahren allein :) :)
Darf man noch erfahren, in welches Land Sie auswandern wollen?
Ich wüsste nicht, was Sie das anginge.
Wie Sie wissen, interessiere ich mich für viele Dinge im Leben, selbst auch für Auswanderungen. Da ich wirklich nicht weiß, wer Sie sind, hätte die Antwort keine persönliche Folgen gehabt.
Ok, das akzeptiere ich.
Es wird auf eine spanische Insel hinauslaufen.
Ich sehe es bildlich vor mir: hohehu und best buddy Uwart sitzen gemeinsam mit einem Glas Sangria auf der Terasse ihrer gemeinsamen Finca auf Teneriffa, schauen sich den Sonnenuntergang an und diskutieren die Probleme dieser Welt...*lach*. Eigentlich ein schöner Gedanke...*neid*. Good luck euch beiden ;-)
Ihrer Fantasie sind keine Grenzen gesetzt! ;-))