Explosion in Londoner U-Bahn

In einem vollbesetzten U-Bahn-Waggon in London hat es nach Medienberichten am Freitag eine Explosion gegeben. Die oberirdische Metro-Haltestelle Parsons Green wurde laut WeltN24 weiträumig gesperrt. Dies habe die Polizei mitgeteilt. Beamte seien vor Ort und zahlreiche Rettungskräfte im Einsatz, teilte der Londoner Ambulanz-Service mit.  Auf Fernsehbildern war ein großes Aufgebot an Rettungskräften zu sehen. Die Feuerwehr teilte mit, sie sei mit 50 Mann im Einsatz.  Die Menschen wurden aufgerufen, die Umgebung zu meiden. Der Zugverkehr wurde teilweise unterbrochen.

Die konservative Regierungschefin May erklärte: "Meine Gedanken sind bei denen, die in Parsons Green verletzt wurden und den Einsatzkräften, die - wieder einmal - rasch und mutig auf einen mutmaßlichen Terroranschlag reagieren." Bürgermeister Sadiq Khan verurteilte die Bluttat. "Unsere Stadt verurteilt die widerwärtigen Individuen, die mit Terror versuchen, uns zu schaden und unsere Lebensweise zu zerstören", schrieb er.

Verletzte mit Verbrennungen

Der Sender BBC berichtete von mehreren Verletzten mit Verbrennungen. Der Vorfall soll sich gegen 8.20 Uhr ereignet haben. Die britische Polizei geht nach eigenen Angaben einem „Vorfall“ in der U-Bahn-Station im Westen der britischen Hauptstadt nach.

In sozialen Medien kursierte ein Bild von einem weißen Eimer, der angeblich eine kleine Explosion ausgelöst haben soll. Aus dem Eimer hingen Drähte. Die Polizei bestätigte die Echtheit des Fotos noch nicht. Inzwischen ist bekannt, dass die Explosion in einem Londoner U-Bahn-Zug am Freitag durch eine selbstgebaute Bombe verursacht worden ist. Das teilte der Chef der Anti-Terror-Einheit der Londoner Polizei, Mark Rowley, bei einer Pressekonferenz mit. Nach BBC-Informationen wurde der Sprengsatz ferngezündet. Augenzeugen sprachen von einem lauten Knall und einer «Flammenwand», die sich in dem U-Bahn-Waggon ausgebreitet haben soll. Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet von Passagieren mit Gesichtsverbrennungen. 18 Menschen wurden mit Verletzungen in Krankenhäuser gebracht. Keiner der Verletzten sei in einer ernsten oder lebensgefährlichen Lage, teilte der Londoner Rettungsdienst auf Twitter mit. Die Zahl der Verletzen ist von 18 auf mindestens 22 gestiegen. Während 18 Opfer in Krankenhäuser gebracht wurden, haben drei Verletzte eigenständig Krankenhäuser aufgesucht, hieß es in einer Mitteilung des staatlichen Gesundheitsdiensts NHS von Freitag.

Foto: dpa

Bahnhof geschlossen

Bewaffnete Polizeieinheiten trafen am Ort des Geschehens ein, berichtete ein Reuters-Fotograf. Eine Augenzeugin sagte, sie sei bei einer Massenflucht in der U-Bahn-Station Parsons Green verletzt worden. "Wir liefen die Treppen runter, und es hat sich angefühlt, als würden wir um unser Leben laufen", sagte ein Mann namens Luke am Freitag dem Sender BBC5. Eine Frau namens Emma schilderte: "Nach einer Weile stapelten sich die Menschen übereinander, weil einige beim Laufen hingefallen waren."

Der Bahnhof sei geschlossen, hieß es in einer Mitteilung der Polizei auf Twitter. Der U-Bahn-Betreiber teilte mit, auf der gesamten Linie sei der Betrieb unterbrochen worden. In Großbritannien ist die Terrorwarnstufe hoch. Bei vier Anschlägen in diesem Jahr wurden 36 Menschen getötet.

dpa

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"Terrorwarnstufe erhöht – IS beansprucht U-Bahn-Anschlag für sich. [...] Die Behörden fürchten noch weitere Attacken.

Nach dem Anschlag auf die Londoner U-Bahn gilt jetzt die höchste Terrorwarnstufe in Großbritannien. [...] Die Warnstufe fünf bedeutet, dass die britischen Behörden einen unmittelbar bevorstehenden Terroranschlag für möglich halten. Zuvor hatte die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) den Anschlag für sich reklamiert. Dieser sei von einer "Abteilung des Islamischen Staats" verübt worden, hieß es in einer vom IS-Propagandasprachrohr Amaq veröffentlichten Erklärung." (Quelle: n-tv.de)
Montag, 13. November 2017 - 11:06