Explosion in Königstorpassage

Gegen 16:40 Uhr erreichten mehrere Notrufe die mittelfränkische Einsatzzentrale. Den Mitteilern zu Folge soll sich in der Königstorpassage eine Explosion ereignet haben. Etliche Passanten seien fluchtartig davongerannt. Es sollen sich panikartige Szenen abgespielt haben. Sofort wurden zahlreiche Einsatzkräfte der Nürnberger Polizei zum Tatort entsendet.

Zeitgleich nahmen Beamte der Einsatzzentrale eine erste Videoauswertung der in unmittelbarer Nähe befestigten Überwachungskamera vor. Dabei entdeckte man einen Tatverdächtigen, der sofort in die bereits laufenden Fahndungsmaßnahmen aufgenommen wurde. Wenig später nahmen Beamte der PI Nürnberg-Mitte einen zurzeit noch Unbekannten (18:15 Uhr) an der Osthalle des Nürnberger Hauptbahnhofes vorläufig fest. Er zeigte sich sofort geständig und einsichtig. Anschließend brachte man ihn zur Dienststelle.

In seinem mitgeführten Rucksack fanden die Beamten rund 60 kleinere sowie rund ein halbes Dutzend mandarinengroße Böller. Sie entsprachen nicht den sprengstoffrechtlichen Vorschriften, wie sie in der Bundesrepublik Deutschland gelten. Angeblich habe er diese Böller auf einem Flohmarkt in Oberfranken gekauft, so der Beschuldigte. Die Gegenstände wurden sichergestellt.

Panik bei den Passanten

„Die Explosion ereignete sich direkt in der Königstorpassage, zwischen Toilettenanlage und einer Bäckerei“, teilte die Polizei mit. Dabei entstanden zunächst ein heller Lichtblitz sowie eine heftige Druckwelle. Nach ersten Informationen flüchteten daraufhin zahlreiche Passanten, die sich in der Königstorpassage aufgehalten hatten, ins Freie. Verletzte wurden der Polizei bisher nicht gemeldet. Es entstand wohl geringer Sachschaden an der nahe gelegenen Toilettenanlage.

Der Beschuldigte, der deutlich unter Alkoholeinwirkung stand (ca. 1,5 Promille), machte bisher nur unvollständige Angaben zum Sachverhalt. Er scheint sich wohl in der Vergangenheit überwiegend im Bereich des Nürnberger Hauptbahnhofes und der Königstorpassage aufgehalten zu haben. Ein politisch motivierter Hintergrund kann aber nach derzeitigem Wissenstand ausgeschlossen werden.

Wegen des Verdachts des Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion wurde ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Weitere strafrechtliche Verstöße werden derzeit noch geprüft. Die vorläufige Sachbearbeitung übernahm der Kriminaldauerdienst Mittelfranken. Personen oder Zeugen, die Angaben zum Sachverhalt machen können bzw. Verletzungen erlitten haben (z. B. Knalltrauma), werden gebeten, sich mit dem Kriminaldauerdienst Mittelfranken unter der Telefonnummer 09 11 2112 – 3333 in Verbindung zu setzen. Weitere Einzelheiten stehen derzeit noch nicht fest, es wird ggf. nachberichtet

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Kommentare

Hat sich der IS zu der Tat bekannt?
Sie schaffen es immer wieder, sich selber zu unterbieten!