Escape-Room: Nichts wie raus hier!

Ein Raumschiff kollabiert. Die Crew wird  in Rettungskapseln gesteckt und in Tiefschlaf versetzt. Nachdem die Kapseln sicher auf der Erde gelandet sind, beginnt die Aufwachphase. „Alles aussteigen!“ Aber wie? Die Tür öffnet sich nicht.

Bloß raus hier! Aber ohne Panik, sondern mit Logik

Deswegen macht sich in dieser Raumkapsel keine Panik breit. Statt dessen Rätsellaune und Experimentierfreude. Denn dieses Szenario ist eines von vieren, das die Macher des Bayreuther Spielmobils für ihr neuestes Großprojekt entwickelt haben: einen mobilen Escape-Room in einem Container, den sie liebevoll Riesenspielbox nennen.

Am Freitag und Samstag steht sie auf dem Bayreuther Marktplatz, jeweils von 10 bis 18 Uhr. Finanziert wird das Projekt aus dem Programm "Kultur macht stark" des Bildungsministeriums.

Die Testphase: Alles, was grau angemalt ist, gehört zum Spiel

In einem Escape-Room findet ein Spiel nicht auf einem Tisch statt. Alles gehört dazu. Wozu dienen die Knöpfe an der Wand? Was passiert wenn …? Alles darf ausprobiert werden, alles muss in einen Zusammenhang gebracht werden.

Gehört diese Schraube auch dazu? „Nein, die gehört zu unserem Bastelmaterial“, sagt Marion Schneider vom Spielmobil und nimmt sie uns lieber mal weg. Denn die Testspielphase des Spacemobils lief noch nicht im Container ab, sondern in den Bastelräumen in St. Georgen.

„Alles, was raumschiffgrau angemalt ist, gehört dazu“, lautete die Einweisung. Und obwohl es beim Testspiel nicht eng und düster ist, obwohl die Entwickler mit der Stoppuhr in der Hand gespannt danebenstehen – „sind die Rätsel zu leicht oder zu schwer oder passt’s genau?“ –, zieht das Spiel sofort in seinen Bann.

„Wir wollen hier raus!“, der Rest der Welt ist für eine gute halbe Stunde ausgeblendet. Dann ertönt der erlösender Summer. Das rettende Licht leuchtet. „Open!“ Alle Rätsel gelöst. Gut in der Zeit. Spieler und Entwickler sind gleichermaßen glücklich.

Vier verschiedende Szenarien

Wenn der mobile Escape-Room erstmals auf Reise geht, soll stündlich einer Crew von zwei bis fünf Spielern die Möglichkeit geboten werden, ein Szenario zu lösen. Vier verschiedene Szenarien gibt es für den Container: Neben „Das abgestürzte Raumschiff“ (empfohlen für Jugendliche und Erwachsene) erfand das Team „Der Zauberwald“ (für Kinder zwischen sechs und zehn), „Das verrückte Labor“ (zehn bis 16 Jahre) und „Die Rettung der Wilhelmine“ (acht bis 99).

Letzteres war in der Testspielphase im Container installiert. Davor berichtet ein Erzähler die frei erfundene Vorgeschichte aus der Zeit, als die Markgräfin noch ein junges Mädchen war. Es kommt ein Telefon darin vor – historische Brüche dürfen nicht stören, es ist schließlich ein Spiel. Jeder Besucher des Schlosses bekommt eine Laterne in die Hand – und los geht’s: Sachen finden, Rätsel lösen und am Ende? Wieder hinaus ins Freie.

Ein Helfer ist immer unauffällig vor Ort

Natürlich. Denn die Flucht aus einem Escape-Room gelingt garantiert; um bei Bedarf eingreifen oder helfen zu können, ist immer jemand vom Team mit dabei. Die Erfinder der Rollenspiele werden am Freitag und Samstag in zwei Zelten neben dem Container zudem erklären, wie ihre Entwicklungsarbeit ablief.

"Das Entwickeln eines Exit-Raumes macht Spaß. Deswegen haben wir unsere mobile Werkstatt am Start, um gleich Ideen für ein nächstes Szenario umzusetzen", sagt Marco Marion vom Spielmobil. Die Macher sind immer auf der Suche nach neuen Ideen, neuen Rätseln – und neuen Helfern. Alle mit dem einen Ziel: „Exit the Room“, oder einfach: Raus hier!

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