Erstmals 100 Medi-Punkte in 40 Minuten

Lange Zeit hatte sich sogar ein zweiter und noch eindrucksvollerer Saisonrekord abgezeichnet: Mit seinem 32. Punkt genau fünf Minuten vor Schluss war Gabe York auf einem guten Weg, die Bestmarke für die höchste individuelle Korbausbeute eines BBL-Spielers zu übertreffen. Brion Rush von der BG Göttingen hält sie mit seinen 35 Punkten bei 72:78-Niederlage gegen Bayern München. Auf dem Weg zum Führungswechsel an der Spitze dieser Statistik wurde der Medi-Topscorer jedoch dreieinhalb Minuten vor dem Ende durch seine Auswechslung gestoppt.

Eindrucksvolle Punkteserien von Gabe York

Yorks Formkurve war nahezu identisch mit dem Spielverlauf. Als die Bayreuther 90 Sekunden vor dem Ende der nicht sonderlich niveaureichen ersten Halbzeit mit 35:39 im Rückstand lagen, hatte der etatmäßige Topscorer noch keinen einzigen Punkt auf seinem persönlichen Konto. Dann verwandelte er aber nicht nur zwei Freiwürfe, sondern in den letzten 45 Sekunden auch noch zwei Dreier. In der 28. Minute ließ er dann gar acht Punkte innerhalb von 48 Sekunden folgen und schraubte damit das Ergebnis auf 65:51, ehe sein Treffer aus der Halbdistanz zum 72:51 schon 13 Sekunden vor Ende des dritten Viertels fast alle Zweifel am Sieg ausräumte.

„Die Mannschaft und auch die Coaches haben es super verstanden, mir gute Würfe zu geben, und ich bin froh, dass ich die dann auch treffen konnte“, zeigte sich York nach dem Spiel bescheiden. „Es gibt solche Tage, da weiß man einfach, dass der Wurf rein geht. Da wirkt der Korb groß wie ein Ozean.“

Aber auch in anderen Bereichen hatten die Gäste nach dem Seitenwechsel alles fest im Griff. Ihre Verteidigung erzwang eine noch höhere Fehlerquote im ohnehin unsicher wirkenden Braunschweiger Aufbau und konnte zur Not darauf vertrauen, dass von der Dreierlinie nicht viel Gefahr drohte. Im Angriff ließen die Bayreuther den Ball schneller und variabler laufen. Zudem war absehbar, dass sie in den hochklassigen Duellen unter dem Korb früher oder später die Oberhand gewinnen würden. Während sich Andreas Seiferth und Assem Marei ohne Probleme die Einsatzzeit zu jeweils exakt 50 Prozent teilen konnten, wirkten auf Braunschweiger Seite alle Alternativen für ihren Gegenspieler Scott Eatherton wie Notlösungen. Umso empfindlicher traf die Löwen das frühe vierte Foul des Centers (26.).

Statistik

Löwen Braunschweig: Nawrocki (4 Punkte / 16:11 Min. Einsatzzeit / Plus-Minus-Bilanz: -24), Ebert (0 / 6:36 / -10), LANSDOWNE (23 /37:24 / -17), JANAVICIUS (5 / 22:05 / -9), KLEPEISZ (3 / 18:31 / -8), Alte (0 / 9:04 / 2), Jaramaz (10 / 20:26 / -17), Schwartz (0 / 6:35 / 1), MORSE (9 / 16:41 / -19), Kone (9 / 19:12 / -7), EATHERTON (12 / 25:27 b/ -14), Lagerpusch (0 / 1:47 / -3); Feldwurfquote: 31/55 (56 Prozent), davon 6/19 Dreier (32 Prozent): Lansdowne (2/4), Jaramaz (2/6), Janavicius (1/2), Klepeisz (1/3); Freiwürfe: 7/8 (88 Prozent); Rebounds: 17 defensiv, 7 offensiv (Eatherton 4/2); Ballgewinne: 4; Ballverluste: 23 (Eatherton 6); Assists: 17 (Janavicius 4, Kone 4); Effektivität: 75 (Lansdowne 26, Kone 10, Eatherton 10).

Medi Bayreuth: ROBINSON (16 / 31:47 / 26), Cox (2 / 19:46 / -5), Linhart, Doreth (4 / 23:43 / 17), SEIFERTH (10 / 19:57 / -7), Wachalski (3 / 11:27 / 16), AMAIZE (12 / 27:07 / 6), BROOKS (1 / 16:00 / 11), YORK (32 / 30:10 / 29), Marei (20 / 20:03 / 32); Feldwurfquote: 37/60 (62 Prozent), davon 9/16 Dreier (56 Prozent): York (6/8), Robinson (1/1), Wachalski (1/1), Amaize (1/3); Freiwürfe: 17/23 (74 Prozent); Rebounds: 17 defensiv, 10 offensiv (Marei 3/6); Ballgewinne: 9 (Robinson 3); Ballverluste: 15 (Brooks 4); Assists: 13 (Robinson 6); Effektivität: 105 (York 33, Robinson 25, Marei 24).

SR: Anne Panther, Kovacevic, Krüper; Zuschauer: 2719.

Stationen: 6:10 (5.), 14:10 (7.), 16:19 (9.), 21:21 (1. Viertel), 25:31 (13.), 39:35 (19.), 39:43 (Halbzeit), 47:51 (24.), 47:59 (28.), 51:72 (30.), 53:72 (3. Viertel), 62:74 (33.), 64:92 (37.), 75:100 (Ende).

Nicht bewertet

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