Erster Tigers-Test auf heimischem Eis

Die Neugier ihrer Anhänger dürften die Bayreuther spätestens vor einer Woche beim Turnier im slowakischen Poprad geweckt haben. Nur eine Woche nach dem ersten Eistraining hatte ihnen dort gegen die internationale Konkurrenz schließlich wohl kaum jemand zwei Unentschieden nach regulärer Spielzeit und einen Sieg zugetraut. Nach dieser intensiven Phase der Saisonvorbereitung mit zusätzlicher Belastung durch die lange An- und Abreise gewährte Tigers-Trainer Sergej Waßmiller seinem Team erst einmal zwei freie Tage.

Von einem Erholungsprogramm kann freilich nicht die Rede sein. „Auch in diesem Spiel werden die Jungs schwere Beine haben“, sagt Waßmiller. „Weiterhin zweimal täglich Eistraining plus zweimal Trockentraining – das ist schon hart.“ In spielerischer Hinsicht sieht er sich weiter in der Experimentierphase: „Wir werden wieder einiges probieren und die Formationen durchwechseln.“ Das gelte auch für das Überzahlspiel, dessen Erfolg in Poprad vielleicht die größte Überraschung in dieser sehr frühen Saisonphase war: „Es ist natürlich schön, wenn etwas schon so klappt. Aber trotzdem werden wir weiter daran arbeiten und variieren.“ Die unmittelbaren Auswirkungen seiner Maßnahmen auf das Ergebnis stehen dabei für ihn auch beim ersten Auftritt vor den eigenen Anhängern nicht im Vordergrund: „Wichtiger ist eine gute Spielweise, und das heißt für mich, dass wir aufs Eis bringen, was wir erarbeitet haben.“

Zu einer Umstellung wird der Tigers-Coach sogar gezwungen, denn der angeschlagene Jozef Potac steht gegen Weiden nicht im Aufgebot. Zudem fehlt Eugen Alanov, der in Nürnberg gebunden ist, aber dann am Dienstag beim zweiten Heim-Testspiel gegen den Ligarivalen Crimmitschau (20 Uhr) mitwirken soll. Im Tor legt sich Waßmiller morgen auf den Einsatz von Friedrich Hartung fest, der die Reise nach Poprad nicht mitmachen konnte.

Ex-Bayreuther Wiedemann im Tor

Der EV Weiden bestreitet in Bayreuth sein erstes Vorbereitungsspiel. Die vergangene Saison in der Oberliga Süd hat er auf dem siebten Platz abgeschlossen und ist dann in der ersten Playoff-Runde gegen die Selber Wölfe ausgeschieden. Diese Bilanz etwas zu verbessern, ist die Aufgabe des ziemlich stark veränderten Kaders.

Neben zehn neuen Spielern kommt dabei vor allem dem neuen Trainer eine Schlüsselrolle zu. Als Nachfolger des früheren Nationalspielers Markus Berwanger wurde Milan Mazanec verpflichtet, der als Spieler die Saison 1999/2000 beim damaligen ESV Bayreuth verbracht hat.

Unter den Neuzugängen in Weiden sind zwei Spieler aus dem letztjährigen Aufgebot des EHC Bayreuth. Während Patrik Rypar mit zwei Toren und drei Assists in 50 Spielen keine auffällige Rolle spielte, hat sich Torwart Johannes Wiedemann seit 2014 bei seinen Einsätzen mit Zweitspielrecht der damals noch höherklassigen Lausitzer Füchse einen Ruf als stets zuverlässiger Rückhalt erworben. Tom Pauker, der vom Zweitligisten EC Bad Nauheim nach Weiden gewechselt ist, stand ebenfalls schon einmal in Bayreuth unter Vertrag. Verletzungsbedingt kam er aber nicht zum Einsatz.

Namhafter Ersatz für Topscorer

In der Offensive müssen die Oberpfälzer den Verlust ihres Topscorers Ales Jirik kompensieren, der zum Ligakonkurrenten Deggendorf gewechselt ist. Diese Aufgabe kommt dem bereits 39 Jahre alten tschechischen Ex-Nationalspieler Josef Straka zu, der zuletzt für den HC Gröden in der Alpenliga gespielt hat, aus der Zeit zwischen 2008 bis 2013 aber rund 250 Spiele in der osteuropäischen KHL vorweisen kann. Er besetzt die zweite Kontingentstelle neben Matt Abercrombie, der in der vergangenen Saison 66 Punkte gesammelt hat. Bewährte Offensivkraft verspricht auch Marcel Waldowsky, der bereits in seine neunte Spielzeit bei den Blue Devils geht.

Eine wesentliche Verstärkung darf man sich zudem von Vitali Stähle erwarten, der im Trikot des EV Regensburg in den letzten drei Jahren für mehr als 200 Punkte verantwortlich war. Mit ihm kam vom oberpfälzischen Nachbarrivalen auch Barry Noe zurück, der schon in der Saison 2013/14 für Weiden gespielt hat. Als Rückkehrer kann man auch Allrounder Peter Hendrikson einstufen, obwohl er den Verein bereits 2003 verlassen und seit 2006 für Selb gespielt hat.

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