Erster Tigers-Sieg im Viertelfinale

Wie stark die Tigers auch gegen die besten Teams der Liga auftreten können, bewiesen sie vor allem in den ersten beiden Dritteln. Es waren die besten Abschnitte des EHC in dieser Viertelfinalserie. So schmeichelte der 1:0-Zwischenstand nach 20 Minuten den Steelers. Deren gefürchtetes Kombinationsspiel unterbanden die einsatzfreudigen Bayreuther weitestgehend, und auch Einzelaktionen verpufften, da die Tigers die Räume im eigenen Drittel sehr eng machten. EHC-Keeper Tomas Vosvrda musste nur gegen Robin Just (5.) ernsthaft eingreifen. Wesentlich zielstrebiger waren die Angriffe der Bayreuther: Mit hoher Laufbereitschaft überbrückten sie schnell die neutrale Zone und gaben allein im ersten Abschnitt 17 Schüsse auf das von Sinisa Martinovic sehr gut gehütete Bietigheimer Tor ab. Allerdings war trotz zahlreicher gefährlicher Abschlüsse nur Michal Bartosch erfolgreich. Als sein Gegenspieler ausgerutscht war, reagierte der EHC-Topscorer gedankenschnell und tanzte Martinovic mit einer Körpertäuschung aus.

Jozef Potac trifft zum 2:0

Auch nach dem ersten Seitenwechsel blieben die Tigers spielbestimmend. Besonders ihr ältester Spieler hatte noch keine Lust auf die Sommerpause: Der 38-jährige Jozef Potac erzielte erst nach einem toll vorgetragenen Konter das verdiente 2:0 (24.) und gab danach noch zwei brandgefährliche Distanzschüsse ab, die ihr Ziel nur knapp verfehlten. Zudem scheiterte Patrik Rypar (28.) am Torwart. Bei allem Offensivdrang war das Heimteam auch in der Rückwärtsbewegung hellwach. Von den favorisierten Steelers war nicht viel zu sehen, erst als sie in der 31. Minute in Überzahl agierten, konnten sie etwas Druck aufbauen. Mehr Zugriff auf die Parte bekamen sie aber erst, als sie mehr Härte ins Spiel brachten. Allerdings schossen sie teilweise über das Ziel hinaus. Eine unfaire Aktion von Max Lukes (34.) gegen Andreas Geigenmüller blieb jedoch unbestraft. Die Szene spielte sich abseits des Pucks ab, die Schiedsrichter hatten sie nicht gesehen. Danach war das vierte Viertelfinale erstmals ausgeglichen. Vosvrda verhinderte im Eins-gegen-eins gegen Benjamin Zientek (36.) den Anschlusstreffer.

Starke Defensive im letzten Drittel

Im Schlussabschnitt mobilisierten die Tigers – auch dank der Unterstützung der Fans – nochmals alle Kräfte. Vor allem gelang es ihnen, die Konzentration in der Defensive hoch zu halten. Vosvrda stand nun mehr im Mittelpunkt und musste mehrmals seine Klasse zeigen, aber er bekam auch die nötige Hilfe seiner Vorderleute, die immer wieder energisch vor dem Tor „aufräumten“. Es war eine klasse Teamleistung der Tigers. Sie zogen sich nun immer weiter zurück und setzten in der Offensive nur noch vereinzelt Nadelstiche. Die besten Möglichkeiten vergaben Nathan Robinson (50.) und Ivan Kolozvary (54.) bei Kontern. Doch das 3:0 fiel noch – durch ein Eigentor: Bietigheim hatte in der Schlussphase den Torwart vom Eis genommen, ein Rückpass ging über die Torlinie. Der Treffer wurde Geigenmüller zugesprochen, der als letzter Bayreuther an der Scheibe war.

Nach diesem völlig verdienten Sieg haben die Bayreuther nun am Freitag (20 Uhr) die Chance, den Rückstand in der Viertelfinalserie weiter zu verringern. Dazu müssen sie die heimstarken Steelers jedoch in deren Halle bezwingen.

Statistik

EHC Bayreuth: Vosvrda – Linden, Heider; Mayer, Potac; Pavlu, Kasten; Neher – Rypar, Wohlberg, Robinson; Bartosch, Kolozvary, Geigenmüller; Marsall, S, Busch, V, Busch; Fröhlich.

Bietigheim Steelers: Martinovic – Steingroß, Prommersberger; Borzecki, Auger; Schwarz, Brown – Weller, Kelly, McKnight; Zientek, Rodman, Just; Lukes, Schoofs, Alt; Fink.

Tore: 1:0 (7.) Bartosch, 2:0 (24.) Potac (Geigenmüller, Bartosch), 3:0 (59.) Geigenmüller (5 gegen 6).

SR: Paule, Sauer, Zettl; Strafminuten: Bayreuth 10, Bietigheim 10; Zuschauer: 1783.

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