Erste Brauerei stellt Bierproduktion ein

Wie berichtet, gilt seit Montag eine Abkochanordnung, nachdem Kolibakterien im Trinkwasser gefunden wurden. Inzwischen wird das Trinkwasser durch eine provisorisch eingebaute Anlage gechlort, wie Bürgermeister Ludwig Bäuerlein (CSU) während der Gemeinderatssitzung informierte.

Braumeister Hilmar Reichold von der gleichnamigen Brauerei in Hochstahl hat inzwischen die Reißleine gezogen und seine Bierproduktion bis auf weiteres eingestellt. An die Tür seines Gasthofs hat Reichold inzwischen ein Plakat mit Heftpflaster geklebt, auf dem zu lesen ist, dass die Brauerei zum 10. Oktober ihre Produktion wegen Rohstoffproblemen eingestellt hat.

Bier, das vor dem 8. Oktober abgefüllt wurde, wird noch verkauft. „Das reicht vielleicht noch eine Woche“, sagt Jörg Reichold, Juniorchef der Brauerei. Er war zur Gemeinderatssitzung gekommen, weil er wissen wollte, ob es in Sachen Trinkwasser etwas Neues gibt.

Drei Wochen nach Aufhebung noch gechlortes Wasser

Bürgermeister Bäuerlein spricht während der Sitzung von einer ganz geringen Menge an Keimen, die gefunden wurden. „Vor zwei Jahren hätten wir darüber nicht einmal diskutiert“, so Bäuerlein. Dennoch musste die Gemeinde auf Nummer sicher gehen und mit Rücksprache des Landratsamts die Abkochverordnung erlassen und inzwischen auch eine provisorische Chlorung einbauen.

Es werden zudem ständig weitere Proben gezogen. Bäuerlein hofft, dass man die Abkochanordnung bald aufheben kann. Allerdings muss danach aus Sicherheitsgründen noch weitere drei Wochen gechlort werden.

Woher die Keime im Trinkwasser kommen, kann Bäuerlein nicht sagen. Er ist sich aber sicher, dass die Landwirtschaft daran nicht schuld ist, sondern ganz normale Einschwemmungen nach den starken Regenfällen der letzten Tage und Wochen.

Chlor könnte Biergeschmack beeinflussen

Auch für die Brauereien gilt die Abkochanordnung, so Bäuerlein, der hofft, am Freitag mehr zu wissen. „Der Brauer ist immer in der Haftung und keiner konnte mir bis jetzt sagen, dass ich weiter Bier abfüllen darf“, meinte Jörg Reichold. Er will kein Risiko eingehen.

„Wir warten nun bis Freitag, bis dahin wird kein Bier gebraut“, berichtet Reichold, der nun die Gemeinde am Zug sieht. Denn diese habe die Verpflichtung, einwandfreies Trinkwasser zu liefern. Notfalls auch mit Containern. Die Reicholds haben bereits eine Rechtsanwältin eingeschaltet, um eventuell Schadenersatzforderungen zu klären. Ein Problem sieht Reichold in der Chlorung. Denn Chlor könnte den Biergeschmack beeinflussen.

Chlor greift Hefe an

Das größte Problem sieht auch Braumeister Frank Rothenbach von der gleichnamigen Aufseßer Brauerei in der Chlorung. Gegen die Bakterien hat Rothenbach schon seit Jahren eine Ultrafiltrationsanlage, über die nicht nur sein Brau- sondern auch sein Spülwasser läuft.

Daher will Rothenbach weiter brauen und hat ebenfalls Proben vor und nach der UV-Anlage nehmen lassen, die derzeit noch ausgewertet werden. Rothenbach rechnet damit, dass ihm dieser Befund ebenfalls am Freitag vorliegt.

„So ganz ohne ist das mit der Chlorung nicht“, sagt aber auch Rothenbach. „Denn wenn das Chlor eine gewisse Höhe überschreitet, greift es die Hefe an“, so Rothenbach. Für Braumeister Martin Schuster von der Brauerei Stadter in Sachsendorf ist das Ganze noch kein Problem. Er braut momentan kein Bier und hat noch genügend Biervorrat für das nächste Vierteljahr.

Braumeister Josef Schmitt von der bekannten Kathi Bräu in Heckenhof hat seinen Bierkeller voll und muss derzeit nicht brauen.Er ist guter Dinge, dass sich das Problem bald von selbst löst.

red

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Kommentare

Verursacher ist der Bauer, der zu viel Jauche auf seinem Acker ausgebracht hat. Von wegen, die Landwirtschaft würde die Umwelt schützen, sie verdreckt sie!
Wird das Bier nicht sowieso gekocht, wenn der Sud angesetzt wird?