Eröffnet: Bierkeller als Denkmal

Bürgermeister Holger Bär hatte zu dieser Tour Stadträte und Bewohner von Nemmersdorf eingeladen. Zum Start erläuterte Taubenreuther die Herkunft des Namens Nemmersdorf und zeigte anhand einer alten Landkarte, dass sich die Struktur des Orts im Laufe der Jahrhunderte kaum verändert hätte. Nach der nächsten Station, der markanten Dorfkirche, die laut Taubenreuther zu den imposanten Markgrafenkirchen im Landkreis Bayreuth gehöre, und einem Zwischenstopp am Schloss gelangten die Teilnehmer zum neuen Geopunkt, dem Denkmalbierkeller. Hier erläuterte der Geschäftsführer des Geoparks Andreas Peterek die charakteristische Entstehung der Rotfärbung das Bodens in Nemmersdorf. Das sogenannte Rotliegende sei eine Oxidation von feinsten Teilen des Eisens, die sich fest mit dem Erdreich verbunden hätten und eine Besonderheit darstellen würden.

Zehn Meter tief

Taubenreuther erläuterte, dass im Jahre 1878 die Gastwirtsfamilie Bär die Schlossbrauerei und das Schloss käuflich erworben hätten. Der Bierkeller, jetzt Denkmalbierkeller, befände sich noch heute im Besitz der Familie Bär, die die Gastwirtschaft Schwarzer Adler betreibt. Aus verschiedenen Aufzeichnungen gehe hervor, dass der Bierkeller etwa 400 Jahre alt sei. Dessen Sohle liege etwa in einer Tiefe von rund zehn Meter. Aufgrund seiner fast immer gleichbleibenden Temperatur sei er ideal geeignet für die Lagerung von Bier. Außerdem verfüge er über einen Ablauf für das Schmelzwasser des Eises, das zum Kühlen des Bieres vom nahe gelegenen Eisweiher geholt wurde. Teilnehmer der Tour berichteten, dass der Keller im Zweiten Weltkrieg als Luftschutzbunker genutzt worden sei.

Bis der Keller wieder in den jetzigen Zustand versetzt werden konnte, war viel Handarbeit nötig. Das im Keller befindliche Geröll musste mit Eimern herausgetragen wurden.

Eine Besichtigung des Bierkellers ist bei Geoparktouren möglich. Hinweisschilder mit Erklärungen zur Landschaft und des Bierkellers sind am Eingang angebracht.

Nicht bewertet

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