Erinnerung an schlimme Autounfälle

Alleine tut sie das nicht. Man hat sich die Arbeit aufgeteilt. Unter anderem stöbern Konrad und Manfred Steger sowie Harald Schmidt in den Archiven. "Ich fand es sehr spannend im Auerbacher Stadtarchiv zu suchen", sagt Gradl. Unter anderem stieß sie auf handschriftliche Protokolle ihres Urgroßvaters, der einst Kommandant der Feuerwehr Auerbach war.

Entziffern alter Schriften

Noch spannender als das Entziffern alter Schriften waren für sie die Gespräche mit Ehrenmitglied Konrad Steger. Kein Wunder: Steger kann Historisches mit eigenen Erfahrungen und Erlebnissen lebendig werden lassen. Immerhin ist schon 1965 in die Feuerwehr Auerbach eingetreten und war vorher neun Jahre bei der Feuerwehr Sassenreuth, wo er herstammt. Der heute 79-jährige hat hautnah erlebt, wie sich die Feuerwehr in mehr als sechs Jahrzehnten verändert hat.

Alte Holzschiebeleiter

Vermutlich hat er noch die alte Holzschiebeleiter geschoben, die noch bis 1967 im Einsatz war, bevor die erste motorisierte Drehleiter im alten Feuerwehrgerätehaus stand. "Es hat sich alles enorm verändert", sagt Steger. Schon Mitte der 60er Jahre hielt der Atemschutz Einzug bei der Feuerwehr Auerbach, dann kam die Technik für die technische Hilfeleistung, wie Rettungsschere und -spreizer. Natürlich hat sich auch kontinuierlich der Fuhrpark verändert.

Erstes Tanklöschfahrzeug

Steger erinnert sich noch gut an das erste Tanklöschfahrzeug (TLF). Ein Magirus. "Wenn du am Berg vergessen hast, Zwischengas zu geben, bist du einfach stehen geblieben." Beim Stöbern in den Dokumenten und Zeitungsberichten stößt selbst er "immer wieder auf etwas Neues". Zum Beispiel, dass 1919 ein Feuerwehrgerätehaus in der Alleestraße geplant, aber nie gebaut wurde oder auf einen Großbrand am Unteren Markt 1930.

Viele Brände erlebt

Steger hat natürlich als aktiver Feuerwehrmann viele Brände erlebt. Aber am eindringlichsten sind ihm die schweren Verkehrsunfälle im Gedächtnis haften geblieben. Mit der Zunahme des Verkehrs haben auch die Unfälle zugenommen und sie wurden immer schwerer. Das, was man als Feuerwehrmann in den 50er und Anfang der 60er Jahre vielleicht gar nicht kannte, wurde zum alltäglichen Einsatzszenario einer immer technisch versierteren Feuerwehr Auerbach. "Die Toten aus dem Auto rauszuholen", waren Erlebnisse, auf die Steger lieber verzichtet hätte. 

Neues Feuerwehrgerätehaus

50 Jahre war Steger in der Verwaltung der Feuerwehr Auerbach noch zusätzlich engagiert. 18 Jahre davon stand er als zweiter Vorsitzender mit an der Spitze der Wehr. Am Bau des neuen Feuerwehrgerätehauses war er in ehrenamtlicher Funktion maßgeblich mit beteiligt. Das lag an seinem Beruf: Steger war Maurermeister und viele Jahre lang Betriebsleiter in einem Bauunternehmen in Freihung.

Feuerwehrfest vom 19. bis 21. Mai

"Ich bin mit Leib und Seele Feuerwehrmann", sagt Steger, der aber am liebsten nicht im Mittelpunkt steht. Beim Jubiläumsfest der Feuerwehr Auerbach vom 19. bis 21. Mai wird er da wohl nicht drum herumkommen. Schließlich gehört er mit zu denen, die Jahrzehnte die Entwicklung der Wehr erleben konnten. Ein bisschen Stolz schwingt auch mit, wenn er über seine Feuerwehr spricht. "Wir waren schon immer eine starke Wehr.", sagt er. Aktuell 86 Aktive (wir berichteten) unterstreichen seine Einschätzung. Woran das liegt? "Man kann das auf jeden Fall an der guten Jugendarbeit festmachen." Und am Zusammenhalt, den er selbst mit entscheidend geprägt hat.

INFO: Weitere Ehrenmitglieder der Feuerwehr Auerbach sind Josef Sichelstiel und Rudi Achatz. Sichelstiel wurde erst in dieser Woche mit der Bürgermedaille der Stadt Auerbach ausgezeichnet.

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