Energiebäume wachsen auf dem Acker

Auf 1,7 Hektar legte Zapf im Creußener Ortsteil Ottmannsreuth vor vier Jahren eine sogenannte Kurzumtriebsplantage an. In diesen oder im nächsten Winter will der 39-jährige Förster einen Teil der schnell wachsenden Bäume ernten. Mit den daraus gewonnenen Hackschnitzeln wird er sein altes Bauernhaus und das neu gebaute Haus seiner Schwester umweltfreundlich heizen. Die Holzmenge, die pro Hektar in einem Jahr heranwächst, entspreche 5000 bis 6000 Litern Heizöl, rechnet Zapf vor.

"Mal ausprobieren"

Als die Energiepreise 2013 oben waren, „wollte ich das mal ausprobieren“. Rund 5000 Stecklinge von speziellen Pappelklonen wurden im Ackerboden ausgebracht, sie sind auf Wuchsleistung gezüchtet. Die Investition betrug etwa 3000 Euro. Der große Umweltvorteil der Plantage: Dort wird weder gedüngt noch Chemie versprüht. Zapf ist mit seinem Projekt zufrieden. „Die Bäume haben sich mit einer Höhe von fünf Metern gut entwickelt.“ Jedes Jahr will er jeweils ein Fünftel der Fläche mit der Motorsäge ernten, so dass das Holz insgesamt fünf Jahre reicht. Die einzelnen Stümpfe treiben wieder von selbst aus, im sechsten Jahre kann er mit der Ernte wieder von vorne beginnen. „Für die nächsten Jahrzehnte habe ich ausgesorgt“, sagt Zapf stolz. Vom Brennwert her sind Pappeln etwas schlechter als die Fichte.

Pappeln brauchen viel Wasser

Als Standorte eignen sich landwirtschaftliche Flächen mit einer guten Wasserversorgung und Bodenbelüftung der Pflanzen während der Vegetationsperiode. Trockene und stark staunasse Böden scheiden somit aus. Untersuchungen der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft haben ergeben, dass auf Kurzumtriebsplantagen bis zu zehn mal mehr Arten als auf angrenzenden Äckern gefunden werden. Ebenso wurde auf Versuchsflächen der Plantagen das Sickerwasser untersucht. Nach der Anpflanzung sank die Nitratkonzentration im Wasser deutlich.

Keine Pflanzenschutz-und Düngemittel

Positiv sei auch, dass auf solchen Flächen über Jahre praktisch keine Pflanzenschutz- und Düngemittel zum Einsatz kommen. Natürlich sollte beachtet werden, dass es sich um Monokulturen handelt und bei großflächigem Anbau vermehrt Schädlinge zu erwarten seien, warnt die Landesanstalt.

Schon 72 Hektar im Landkreis

Beim Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Bayreuth sieht man die Entwicklung positiv. Die Plantagenfläche habe in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen, berichtet Georg Dumpert, Bereichsleiter Forsten. 72 Hektar davon seien aktuell im Landkreis Bayreuth genehmigt. Das Anlegen der Areale müsse beantragt und wie eine Erstaufforstung vom Amt genehmigt werden. Häufig würden die Hackschnitzel für den Eigenbedarf verwendet. Zwei Drittel der Flächen seien Äcker, der Rest Wiesen, lautet die Bilanz von Dumpert. Die Plantagen dienten der energetischen Nutzung des nachwachsenden Rohstoffs Holz und hätten auch Vorteile im Naturschutz. Beim Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Kulmbach ist von einer entsprechenden Nutzung von Energieholz auf landwirtschaftlichen Flächen nichts bekannt, sagt Behördenleiter Guido Winter. Das könne sich ändern, wenn Energie teurer werde.

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