Eklat: Pecher verlässt Gemeinderat

Informationen des Kurier über den Rücktritt bestätigte Pecher am Mittwoch auf Nachfrage; er habe seine mündliche Rücktrittserklärung inzwischen auch schriftlich wiederholt. Zu Details wollte er sich aber nicht äußern, da es um die nichtöffentliche Sitzung gehe. Pecher stellte aber in Aussicht, seine Beweggründe zu erläutern, wenn der Inhalt der nichtöffentlichen Sitzung offiziell sei. Ritter äußerte sich ähnlich: nichtöffentliche Sitzung, kein Kommentar. Zumal ihm die Rücktrittserklärung noch nicht schriftlich vorliege.

Der Konflikt zwischen Pecher und Ritter deutete sich schon in öffentlicher Sitzung am Dienstagabend an. Denn der nicht abgegebene Antrag für Stabilisierungshilfe hatte ein Nachspiel.

Nachdem der Kurier darüber berichtet hatte, dass der Gemeinde dadurch in diesem Jahr sehr wahrscheinlich eine große Menge Geld vom Freistaat zum Schuldenabbau entgangen war, hatte Bürgermeister Ritter seine Sicht der Dinge dargelegt, in einem dem Mitteilungsblatt der Gemeinde beigelegten Schreiben an die Bürger. Ritter hatte darin im Prinzip bestätigt, dass kein Antrag auf Hilfe gestellt worden war, dies mit Personalproblemen in der Verwaltung begründet und dabei auch die Darstellung im Kurier in Teilen in Zweifel gezogen.

Sigmund Glaser (2.0) widersprach am Ende des öffentlichen Teils der jüngsten Gemeinderatssitzung Ritters Darstellung der Dinge: „’Wir haben nichts verschenkt’ – das können wir so nicht stehen lassen! Offenbar sind in der Verwaltung falsche Prioritäten gesetzt worden. Dass der Antrag auf Stabilisierungshilfe nicht gestellt wurde, ist schade, sehr schade.“ Sigurd Zapf (FW) sagte, offenbar an die Adresse der CSU gerichtet: „Ich wundere mich, das die Leute heute so ruhig sind, die früher von ’Almosen’ gesprochen haben.“

Stefan Pecher hieb in die gleiche Kerbe und fügte an: „Nach dreieinhalb Jahren kann man es nicht mehr aufs Personal schieben. Es geht nicht ums Personal sondern um die Führung.“ Ritter beharrte auf Personalproblemen und bot an, dies in nichtöffentlicher Sitzung darzulegen.

Und offenbar hat sich die Diskussion in nichtöffentlicher Sitzung fortgesetzt. Und ist eskaliert. „Ein Wort hat das andere gegeben“, formulierte es nachher ein Teilnehmer.

Seit der letzten Kommunalwahl können Gemeinderäte ihr Mandat ohne besondere Gründe abgeben, zuvor war dies nur möglich aus gesundheitlichen Gründen, wegen Wegzug oder wegen Unvereinbarkeit mit dem Beruf.

Nachrücker für Stefan Pecher auf der Liste der Gruppierung CSF wäre Siegfried Bachofner. Nimmt er das Mandat nicht an, wäre Alfons Klingel der nächste Nachrücker.

4.4 (16 Stimmen)

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