Eisiger Donald Trump in der Oberpfalz

Nach der Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten prognostizierten nicht wenige eisige Zeiten. Jetzt steht der designierte «mächtigste Mann der Welt» selbst wie eingefroren in einem Garten im oberpfälzischen Wenzenbach bei Regensburg - als Skulptur aus Schnee. In der einen Hand hält er die amerikanische Flagge, in der anderen die Weltkugel, die er mit einer Axt gespalten hat. Sofort zu erkennen ist der künftige US-Präsident an der prägnanten Haartolle.

«Meine Tochter und ich diskutieren jedes Jahr, welche Skulptur wir machen sollen. Dieses Mal musste es Trump sein. Ich wollte etwas Zeitgeschehen in meinen Garten», erklärte der Künstler Albert Kammermeier. Seine 18 Jahre alte Tochter Magdalena fügte hinzu: «Trump steht da wie ein Herrscher, er hat alles in seiner Gewalt und spaltet die Welt.»

In den Jahren zuvor hatten sich Vater und Tochter meist für Filmfiguren entschieden. So formten beide bereits eisige Versionen von «Gollum» aus «Der Herr der Ringe», einen Drachen, Figuren aus «Star Wars» oder «Sid» aus dem Film «Ice Age».

"Am schönsten ist er am Abend. Da wird er extra ausgeleuchtet."

Der größte Feind der beiden Künstler sind Regen und Wärme. Schließlich ist ihr Trump vergänglich. In der vergangenen Woche musste die Skulptur breits aufgefrischt werden, weil Regen an ihr genagt hatte - die Fassade des eisigen Trumps bröckelte ein wenig. Jetzt herrschen seit Tagen eisige Temperaturen und die Figur ist standhaft.

Der eisige Trump kann kostenlos im Garten des Künstlers in Wenzenbach (Landkreis Regensburg) angeschaut werden. «Am schönsten ist er am Abend. Da wird er extra ausgeleuchtet», erläutert Albert Kammermeier. Selbst die Nachbarn sind begeistert von dem prominenten Gast in ihrer Siedlung. «Er bleibt uns ja nicht so lange erhalten, er schmilzt irgendwann wieder weg. Die Amerikaner haben ihn sicherlich etwas länger», sagte Tochter Magdalena. Dabei streicht sie der eisigen Figur fast liebevoll mit der Maurerkelle über das Haar aus Schnee, als wollte sie die Frisur legen.

Magdalena hofft, dass der baldige US-Präsident von der Eisfigur erfährt. «Er ist ja gerne in den sozialen Netzwerken unterwegs. Vielleicht sieht er sie ja und kommentiert unser Werk.» Nur die Folgen können die beiden Künstler noch nicht so richtig abschätzen. «Mein Papa hat schon etwas Angst, dass es dann Schwierigkeiten mit dem nächsten US-Visum geben könnte», sagte die 18-Jährige.

dpa

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