Eishockey-Fans wollten sich prügeln

„Auch wenn letztlich nichts passiert ist: Wir hatten mit Pegnitzer Fans gut zu tun“, so der Höchstädter Polizeichef Jürgen Schmeißer. Denn von den rund 120 Gästefans hatten sich rund 50 Angehörige des Commando Pegnitz (laut Schmeißer die Pegnitzer „Problemfangruppe“) am Gewerbepark Gremsdorf verabredet und wurden da schon von der Polizei empfangen.

Fangruppierung aus Selb auch vor Ort

Diese Mitglieder dieser Gruppierung sind allesamt polizeilich als gewaltbereit eingestuft. Wohl zu ihrer Unterstützung waren auch Mitglieder der befreundeten Fangruppierung aus Selb, die „Grenzbande“ angereist.

In Sprinter-Kleinbussen unterwegs

Beide Gruppen waren in Sprinter-Kleinbussen unterwegs. Geschlossen und unter polizeilichem Geleit fuhr man dann zum Kieferndorfer Weg. Lautstark skandierend bewegte sich die Gruppe vom Parkplatz auf die Eishalle zu. Dabei versuchten die Gästeanhänger zum Vereinsheim der Höchstadter Fanatics vorzudringen, was durch einen massiven Polizeieinsatz verhindert werden konnte.

Derbe Provokationen

Während des Spiels waren es nur derbe Provokationen, die die Pegnitzer immer wieder in Richtung der Fanatics richteten. Deren Mitglieder reagierten laut Schmeißer gelassen. Nach Spielende ging das „Fan-Gehabe“, so der Polizeichef, auf den Rängen noch einige Zeit lang weiter. Anschließend versuchten die Gewalt suchenden Pegnitzer erneut zum Vereinsheim der Fanatics zu gelangen. Wiederum verhinderten dies starke Polizeikräfte – insgesamt waren rund 30 Beamte im Einsatz – durch eine Menschenkette. Auch ein weiterer Versuch der Oberfranken vom Parkplatz aus mit den Fahrzeugen zum Sitz der Fanatics vorzufahren, wurde von der Polizei mit einer Straßensperre unterbunden.

Einsatzleiter sprach Platzverweis aus

Schließlich wechselten die Pegnitzer erneut zum Gewerbepark nach Gremsdorf, um sich über ihr weiteres Vorgehen zu besprechen. Schmeißer selbst wandte sich als Einsatzleiter an die Gruppe und sprach einen Platzverweis aus – unter Androhung der kollektiven Gewahrsamnahme bei Nichtbefolgen. Daraufhin entfernten sich die Busse mit den „Problemfans“ auf der Autobahn Richtung Süden – zurück nach Pegnitz. Schmeißer zieht eine positive Bilanz des Einsatzes: „Wir waren gut vorbereitet und haben gleich Präsenz gezeigt und die Lage immer im Griff gehabt – obwohl da einige Leute im Pegnitzer Block waren, die sich für diesen Abend offenbar etwas vorgenommen hatten.“

Kooperation mit anderen Dienststellen

Grund für den Erfolg sei auch die gute Vorbereitung wie die Kooperation mit anderen Dienststellen, so dass man meist wisse, was auf die Kollegen im Stadion zukomme. Und auch die Ultras selbst verrieten in den sozialen Netzwerken einiges, so Schmeißer. Da wurde sich gezielt zur Randale verabredet. Er selbst setze dabei auf eine klare Linie: „Die dürfen sich gerne ein bisschen austoben, aber die Grenze bestimmen wir. Im Vordergrund steht die Sicherheit der Zuschauer, aber ich will auch, dass meine Kollegen gesund von diesen Einsätzen zurückkehren.“

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