Einen Waschbären zu Besuch

Das rund 40 bis 50 Zentimeter – ohne Schwanz – große Tier ist dann weiter auf der Terrasse entlanggewandert, ist auf einen Holzstapel gekrabbelt. „Dort hat er an einer Jacke geschnuppert, die ich dort zum Lüften hingehängt habe“, erzählt Karin Bauer. Mit dem Handy hat sie schnell ein paar Bilder von dem tierischen Besucher gemacht. Erst dachte sie, dass es eine Katze ist. „Er hat so einen Buckel gemacht“, sagt sie. Dann hat sie aber gesehen, dass es ein Waschbär mit den typischen Augenringen ist. „Ich habe versucht, ihn wegzujagen, damit er nicht zum Nachbarn rüber geht, der einen Stall hat“, so Karin Bauer weiter.

Possierliche Tierchen

„Einen Waschbären hatte ich noch nicht“, sagt auch Frank Pirner, Leiter der Bayerischen Staatsforsten in Pegnitz. In Oberfranken seien im vergangenen Jahr rund 70 der Tiere geschossen worden. „Waschbären spielen jagdlich nicht so eine große Rolle“, sagt er. Die possierlichen Tierchen sind relativ nachtaktiv und eine Gefahr für Bodenbrüter, erklärt Pirner. Sie krabbeln auch in Höhlen und räubern Nester aus.

„Manchmal gehen Waschbären auch in Häuser rein, verkoten Dachböden und heben sogar die Ziegel an“, so der Förster weiter. Das könne recht unangenehm werden. Die Tiere seien zwar nicht gefährlich, dürften aber grundsätzlich geschossen werden. „Waschbären sind aber schwer zu bejagen“, sagt Pirner. Mit einer Falle könne man sie eher fangen. „Es sind hier in unserer Gegend sehr seltene Tiere“, sagt er, „ich bin viel draußen, habe aber noch nie einen gesehen.“

Spielen keine Rolle für den Förster

Und auch wenn Waschbären auf den ersten Blick sehr possierlich ausschauen, können sie beißen oder mit ihren Krallen zuschlagen, wehren sich, wenn sie beispielsweise von einem Hund angegriffen werden. „Für einen Förster spielen sie aber keine Rolle“, sagt Pirner.

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