Eine neue Buchhandlung für Bayreuth

"Breuer & Sohn" wird das Geschäft heißen, das Benjamin Breuer "Mitte, Ende Juli" eröffnen möchte. Sein Standort: Am Luitpoldplatz, zwischen Sparkasse und der Zentrale eines Energieversorgers. Das mit dem "Sohn" im Titel klingt nach einer klassischen Geschäftspartnerschaft, ist aber eher als Zielbeschreibung gedacht. Benjamin Breuer, Chef einer Werbeagentur, denkt bei seinem Buchhandelsprojekt an junge und junggebliebene Leser. Oder eben an künftige Leser wie seinen vierjährigen Sohn.

Spezialisiert auf Abenteuer

Die Bücher werden über die eBuch-Einkaufsgenossenschaft bezogen, ein ein Verbund von 800 inhabergeführten Buchhandlungen, die sich zusammengetan haben, um besser auf dem Markt bestehen zu können. "Wir haben uns eine Abenteuerbuchhandlung als Thema vorgenommen", sagt Breuer. "Im Sortiment konzentrieren wir uns auf Bücher, die spannende Geschichten erzählen."

Das können Bücher der Weltliteratur sein - wie etwa die Bücher von Karl May -, die Bücher der Harry-Potter-Reihe oder aktuelle Bestseller. "Unser Motto ist: Der Leser kommt rein zu uns und geht mit einem Abenteuer unterm Arm wieder raus." Breuers Spektrum an Lieblingsbüchern ist breit, es reicht von Janoschs "Oh wie schön ist Panama" bis zu Grimmelshausens "Abenteuerlichem Simplicissimus". Er will aber nicht nur Bücher verkaufen, sein Geschäft soll ein Ort des Austausch sein. Und ein Ort für Lesungen und andere Aktivitäten.

Kein Ersatz für die Markgrafenbuchhandlung

Breuers Projekt sollte nie einen Ersatz für die Markgrafenbuchhandlung darstellen. "Unsere Planungen laufen schon seit vielen Monaten", sagt er, die Schließung des alteingesessenen Geschäftes am Sternplatz hat offenbar auch ihn überrascht. "Wir hatten uns auf einen spannenden Wettbewerb eingestellt."

Immerhin macht "Breuer & Sohn" - das Logo zeigt eine Szene aus dem Comic "Vater und Sohn" - einige andere Überlegungen erst einmal überflüssig. Direkt nachdem bekannt geworden war, dass Rolf J. Geilenkirchen seine Markgrafenbuchhandlung Ende Mai schließen wird, rief Klaus Wührl-Struller, in Bayreuth bekannt als der "Hausmann", UÍnteressen zum Gedankenaustausch zusammen. Ziel der Runde: die Gründung eines Vereins oder einer Genossenschaft, die so etwas wie ein Lesecafé tragen könnte.

Eine Runde interessierter Bayreuther

Eineinhalb Dutzend Interessenten kamen im Hammerstätter Hof zusammen. Klaus Wührl nimmt die Nachrichten von Breuers Buchhandelsprojekt mit einer gewissen Erleichterung zur Kenntnis. Das Ziel sei nunmehr keine Genossenschaft mehr, "die Frage, gründen wir eine Buchhandlung oder nicht, ist erledigt." Man plane nun "eher so etwas wie eine Interessensgemeinschaft Buch", sagte Wührl dem Kurier. Eingeladen zu dieser Runde sind Bayreuther, die sich fürs Leben und die Kultur der Innenstadt interessieren. Sie sollen sich regelmäßigen Abstanden zusammenkommen. Bei der nächsten Runde am 21. Juni könnte Breuer sein Konzept der Abenteuerbuchhandlung vorstellen, sagt Wührl.

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In der früheren Tourismuszentrale?