Ein neues Bier für Bayreuth

Die Bayreuther durften sich damals über die Einführung eines neuen Typ Biers in den lokalen Kneipen freuen. Wie der „Nordbayerische Kurier“ in der Ausgabe vom 9. Februar 1968 berichtete, boten die drei großen Bayreuther Brauereien Maisel, Aktien und Glenk gleichzeitig das neue, obergärige Bier mit dem Namen „Bayreuther Alt“ an.

In anderen Teilen Deutschlands kannte man diese Art Bier bereits, etwa als „Kölsch“ oder „Düssel“ im Rheinland. Traditionell wurden diese Altbiere in kleinen Bechern, genannt „Stangen“, ausgeschenkt. Nachdem sich das Altbier in weiten Teilen Deutschlands bereits großer Beliebtheit erfreute, hatten sich die Bayreuther Brauereien entschlossen, ebenfalls Altbier anzubieten.

Gebraut wurde es in der Maisel Brauerei, weil sie bereits für die Herstellung obergärigen Bieres ausgelegt war. Die anderen Brauereien boten aber ebenfalls „Bayreuther Alt“ an. Vorerst gab es das neue Bier nur in Flaschen, nach der Faschingszeit sollte es dann aber auch vom Fass erhältlich sein.

In derselben Ausgabe berichtete der Kurier davon, dass die Bayreuther Postzusteller mit einem Pfefferspray ausgerüstet wurden. Damit sollten sie sich in Zukunft gegen bissige Hunde verteidigen können. In der Vergangenheit hatten viele Postboten die Erfahrung machen müssen, dass sie von Hunden in Vorgärten oder an Gartenzäunen bedroht wurden.

Offiziell hieß es in der Postordnung schon längst, dass die Postzusteller nicht verpflichtet seien, Sendungen zuzustellen, wenn dabei Gefahren für sie entstanden. Ganz so weit war es in Bayreuth glücklicherweise noch nicht gekommen. Aber da sich bedrohliche Vorfälle häuften, griff die Bundespost zu der Maßnahme, ihre Angestellten im Außendienst in Bayreuth mit Pfefferspray auszurüsten. Andernorts hatten die Briefzusteller bereits gute Erfahrungen damit gemacht. Die Hundebesitzer wurden um Verständnis gebeten und dazu angehalten, ihre Hunde so zu erziehen, dass keine Gefahr von ihnen ausging.

Des Weiteren berichtete der Kurier damals von einer 21-jährigen Frau, die wegen „Gewerbsunzucht“ zu einer Gefängnis- und Arbeitsstrafe verurteilt wurde. Die junge Frau hatte sich jahrelang prostituiert. Anfangs in Hamburg und Stuttgart, später kehrte sie in ihre Heimat Fichtelberg zurück. Dort war die Prostitution aber „zum Schutze der Jugend und des öffentlichen Anstands“ verboten – wie in allen Orten mit weniger als 20.000 Einwohnern. Die Polizei kam der 21-Jährigen schließlich auf die Schliche und nahm sie fest. Vor dem Bayreuther Gericht wurde sie zu sechs Wochen Haft mit anschließender Einweisung in ein Arbeitshaus verurteilt.

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