Ein Mini soll die Region retten

Der Autobauer BMW prüft einem Bericht des „Handelsblatt“ zufolge den Bau des Elektromodells seiner britischen Kleinwagenmarke Mini in Deutschland. BMW-Chef Harald Krüger wird zitiert mit der Aussage, nach dem Brexit sei das Werk Oxford als Produktionsstätte für den Elektro-Mini nicht mehr gesetzt. 80 Prozent der von BMW in England hergestellten Fahrzeuge werden exportiert, bei einem Brexit und dem Verlust der Zollfreiheit zwischen England und dem Rest der EU würden in England hergestellte Autos in der EU erst mal teurer.

BMW denke über eine Fertigung in Leipzig oder Regensburg nach, berichtete das „Handelsblatt“ unter Berufung auf Konzernkreise. Zudem sei auch der niederländische Auftragsfertiger Nedcar im Rennen, der bereits das Mini Cabrio und den Geländewagen herstellt. „Die Entscheidung, wo wir den vollelektrischen Mini produzieren werden, ist noch nicht gefallen und hängt zudem von einer Vielzahl von Faktoren ab. Sie fällt aber noch in diesem Jahr. Spekulationen verschiedener Medien zu möglichen Standorten kommentieren wir nicht“, so BMW-Sprecherin Sandra Schillmöller auf Nachfrage des Kurier.

Dies ist eine Riesenchance für die Region. Und eine Verpflichtung für die Staatsregierung. Das findet Armin Kellner. Und das hat er auch klar in einem Brief formuliert, der an Ministerpräsident Seehofer, Heimatminister Söder, Regierungspräsidentin Piwernetz sowie Landrat Hübner und die Ochsenkopfbürgermeister adressiert ist.

Kellner ist jemand, der keine Hemmungen hat, „großen Tieren“ seine Gedanken und Anliegen schriftlich vorzutragen. So hat der Unternehmer vor kurzem erst Bundeskanzlerin Merkel in einem Brief erklärt, warum sich in Deutschland immer weniger Menschen selbstständig machen. Und hat dies mit ein paar haarsträubenden Beispielen aus seinem alltäglichen Umgang mit abstruser und teurer Bürokratie veranschaulicht.

Was Kellner vielen seiner Mitmenschen voraushat: Er macht nur den Mund auf, wenn er weiß, wovon er redet. Wenn in der Vergangenheit in Kellners Heimatort Fichtelberg die Diskussionen und Emotionen hochkochten – sei es zu Mobilfunk, Radon in der Schule oder die Therme – konnte man sich darauf verlassen, dass Kellners Beiträge im Ton sachlich und im Inhalt vernünftig waren.

Und auch wenn Kellner von BMW spricht, weiß er, wovon er redet. Der gelernte Kfz-Mechaniker, -Meister und Diplom-Ingenieur (FH) war als Nachfolger seines Vaters von 1969 bis 1984 BMW-Vertrags-Händler, außerdem von 1969 bis 1972 Audi-Vertrags-Händler und von 1972 bis 1984 Ford-Vertrags-Händler. Seit 1985 war er freiberuflich tätig als Berater, Coach und Trainer für das Tankstellen- und Kfz-Gewerbe tätig. Überdies hat er bis heute die seit 1949 in der Familie betriebene Tankstelle „tanken und mehr“ in Fichtelberg.

„Das Hohe Fichtelgebirge wird das wirtschaftlich notleidendste Gebiet in ganz Bayern“, schreibt Kellner an Seehofer & Co.: „Der größte Arbeitgeber in Bayreuth, die Firma BAT, entlässt demnächst ca. 1000 MitarbeiterInnen, die Höhenklinik in Bischofsgrün mit ca. 170 MitarbeiterInnen soll ebenfalls geschlossen werden. Die Wirtschaftskraft von Nordostoberfranken ist jetzt schon schlecht und wird sich noch weiter verschlechtern. Es fehlen Betriebe und Arbeitsplätze, wohin man schaut.“ Die BMW-Pläne böten nun eine einmalige Chance: „Ich bitte Sie alle um den Einsatz Ihrer politischen Kraft und Ihrer ganzen politischen Macht, damit dieses Werk im Landkreis Bayreuth, Wunsiedel oder in Marktredwitz gebaut wird“, schreibt Kellner, „damit würde endlich auch ein Stück Landesentwicklungsplan für uns Wirklichkeit werden, ein Plan, den es schon seit einigen Jahrzehnten gibt, der dazu beitragen soll, gleiche wirtschaftliche Verhältnisse in ganz Bayern zu schaffen“, so Kellner.

Vor 15 Jahren hatte sich die Region schon einmal Hoffnung auf ein neues BMW-Werk gemacht. Mitbewerber war auch die Stadt Hof. Doch die Wahl fiel schließlich auf Leipzig, wo das Werk 2005 eröffnet wurde. Gut 5000 Beschäftigte produzieren hier aktuell vor allem 1er und 2er Modelle sowie E-Varianten. Leipzig wird auch als möglicher Standort für das E-Mini-Werk genannt.

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Kommentare

Germany first, Great Britain second!
schlecht geträumt ? Eine Autofabrik ins Hohe Fichtelgebirge? Das darf doch wohl nicht wahr sein! Es gibt in der Umgebung viele weniger sensible Orte, da gerne - oder stört sich der Herr an Touristen? Die wäre er dann für die absehbare Zukunft wirklich los.
Träumen darf man immer;
sein Traum wäre ein "Guter" für die Region.
Aber es wird ein Traum bleiben, der vergessen wird wie eben ein Traum.
Um die Touristen denke ich braucht man sich keine Sorgen machen
Keine Produktionsstätte, die weiter als 10 km liefert wird weg von der Autobahn gehen. Die Wege müssen kurz sein, jeder Kilometer, den Material und Produkt geliefert werden müssen kostet Geld.
Das wäre eine Change in der Region für Bindlach, Himmelkron oder Bayreuth selber. Aber nicht hinter den 7 Bergen.
so ist er, der Pater Armin, er sollte sich um das Thermengelände kümmern, das der erste und zweite Bürgermeister verschenkt haben, damit wieder eine Therme gebaut wird und nach Fichtelberg wieder mehr Touristen kommen. Eine Autofabrik, träum weiter.
...DAS ist Sache vom sogenannten Gemeinderat!!! ALLEN voran vom ERSTEN BÜRGERMEISTER! Er war Kämmerer! ER muss es wissen!
Der SUPERGESCHEITE!
Jedenfalls ist Herr Kellner engagiert! Hat viele, viele Jahre eine sehr guten Autohandel geführt. Er hat von der Pike aus gelernt!

Die Therme, die NIE eine war! Ausgeträumt! Der König von Fichtelberg (Ritter, heißt er), hat andere Pläne!
Er entwickelt SEIN Königreich, mit seinen Untertanen und Leibeigenen!
Der Standort eines neuen BMW-Werkes wir vorallem durch die logistischen Rahmenbedingungen festgelegt. Dabei meine ich, dass es an der A93 (Regensburg-Hof) geeignete Standorte zu finden wären, auch weil Regensburg und Dingolfing in der Nähe sind. Bei Hof gäbe es noch einen Flugplatz für Geschäftsflüge. Ich glaube, dass man in solchen Kategorien denken muss, um realistische Chancen u haben.
...zu 100 % richtig!
Auch manche Fakten in der Landesentwicklung sprechen dafür, auch in der Region Ostoberfranken/Nordoberpfalz einen Großbetrieb anzusiedeln. Oberbayern hat sein BMW-Werk in München, Niederbayern in Dingolfing (das größte Werk!) und die Oberpfalz in Regensburg. Ostoberfranken als ehemalige Industrieregion (Hof, Selb, Marktredwitz) braucht dringend wieder ein Leuchtturmprojekt. Außerdem ist Oberfranken gut aufgestellt mit mittelständigen Autozuliefererbetrieben.
Ob man das nicht zur Chefsache bei der Staatsregierung machen könnte?