Ein Hirte, der Menschen mag

„Wenn man die Leute geknackt hat, sind sie sehr herzlich“, weiß Gebelein um die Vorzüge des hiesigen Menschenschlags. Nachdem er zuletzt bei seinem Vikariat in Weismain gelernt hatte, dass die Region auch sehr vielfältig ist. „Oberfranken kann auch warm sein“, schmunzelt er. Gefrees hingegen kannte er schon seit einem Familienausflug mit den Eltern zum Weißenstädter See. Ihm fiel seinerzeit die St.-Johannis-Kirche und vor allem deren großes Portal ins Auge. Sodass es auf der Rückfahrt einen Halt in Gefrees und eine Besichtigung gab. „Ich habe allerdings damals nicht gedacht, dass ich in Gefrees einmal als Pfarrer landen werde“, gesteht Gebelein.

In der evangelischen Kirche ist es so, dass Dienstanfänger ein Kontingent von festen Stellen zur Auswahl bekommen. Gefrees war, nachdem sich dort zuvor auf eine reguläre Ausschreibung niemand gemeldet hatte, eine der drei oberfränkischen Gemeinden auf der Liste. Die zweite Pfarrstelle war vor Pfarrerin Corinna Bandorf schon immer für Dienstanfänger gedacht. Die Kollegin war die erste, die länger blieb.

Andreas Gebelein stammt aus einer, wie er sagt, selbstverständlich christlichen Familie. Zur christlichen Jugendarbeit kam er während seiner Konfirmandenzeit. „Ich habe Kindergottesdienst gehalten“, erinnert er sich zurück. Dann kamen die Jungschar und ein Jugendkreis. Auch während seines Studiums in Neuendettelsau, Wien und Göttingen versuchte er so oft wie möglich in die Heimat zu kommen, um seine Aufgaben fortzuführen. „Ich war ganz froh, als Pfarrer Kelinske erzählt hat, dass Jugendarbeit hier wichtig ist.“ Sie dürfe aber auch gerne etwas frischen Wind bekommen. Eine Neubelebung soll deshalb zunächst sein Hauptbetätigungsfeld sein. Gefrees und vor allem der CVJM waren ihm auch schon von den Pfingsttagungen in Bobengrün her ein Begriff.

Erfahren hat er dann erst Mitte Juni, dass er in Gefrees durchstarten darf. Wegen anderer Termine zu spät, um noch einen Besuch beim Wiesenfest möglich machen zu können. So richtig intensiv mit seiner Gemeinde beschäftigen wird er sich nun also erst ab September. Dann gelte es zunächst zu „schauen was läuft.“ Und er will sich dann schnell mit möglichst vielen in der Gemeindearbeit Aktiven unterhalten.

„Wenn man den Mut hat, den Fuß ins Ungewisse zu setzen, findet man auch Halt“, ist er überzeugt, dass ihm der Schritt in die neue Zukunft mit „einem Gott, der immer wieder entgegen kommt“, gelingen wird.

Eigentlich wollte er übrigens bis zur zwölften Klasse Chemie auf Lehramt studieren. Doch schließlich überzeugte ihn die Möglichkeit, christliche Jugendarbeit weiterzuführen und dazu Theologie zu wählen. Während die Familie dann zunächst überrascht reagierte, hätten sich seine Freunde so etwas schon gedacht. Nun freut er sich auch darauf, „gemeinsam mit den Menschen nach Antworten zu suchen.“

Außerdem freut er sich auch auf das Fichtelgebirge. Denn Gebelein wandert sehr gerne. Und einen Gefreeser Verein hat er deshalb auch schon ins Visier genommen: „FGV muss sein“ sagt er. Auch mit dem Hintergedanken, länger zu bleiben.

Außerdem erzählt der neue Pfarrer, dass er gerne reist, vor allem in die orientalische Welt. Deshalb begann er vor zwei Jahren auch, etwas Arabisch zu lernen. Auch in die Flüchtlingsarbeit hat sich der Theologe eingebracht. „Diese Leute strahlen einem entgegen“, hat er durchweg positive Erfahrungen gesammelt. Familie gibt es hingegen noch keine, Gebelein ist noch ledig.

Am 1. September tritt Andreas Gebelein nun also seinen Dienst in Gefrees an. Der zugehörige Ordinationsgottesdienst mit Regionalbischöfin Dorothea Greiner und Dekan Thomas Guba findet dann am 30. September um 16 Uhr in der St.-Johannis-Kirche in Gefrees statt.

5 (1 vote)

Anzeige