Ein Denkmal für einen Lehrer

Vor wenigen Monaten hatten die ehemaligen Hauptschüler Klassentreffen, das erste überhaupt nach 21 Jahren. Hauptgesprächsstoff auf dem Treffen: Kurz zuvor war ihr Lehrer Rüdiger Schmidt gestorben. Der tragische Tod des Pädagogen war auch über das Klassentreffen hinaus Ortsgespräch gewesen. In der Todesanzeige in der Zeitung waren Vater und Tochter gemeinsam aufgeführt, mit dem selben Todestag: Schmidt hatte seine Tochter leblos im Bett vorgefunden, offenbar bei einem Wiederbelebungsversuch erlitt er selbst eine tödliche Herzattacke.

Doch es sind nicht die herzzerreißenden Todesumstände, die die Schüler veranlassten, an ihren verstorbenen Lehrer zu erinnern. Sondern das, was er für sie gewesen ist. Sylvia Palacios blickt zurück in die Zeit vor über 20 Jahren: „Wir waren eine schwierige Klasse, hatten viele Klassenclowns. Ihm haben wir es zu verdanken, dass wir unseren Abschluss geschafft haben.“ Rüdiger Schmidt sei ein strenger Lehrer gewesen, „er hat uns recht rangenommen, Prüfungen mittenrein in den Unterricht waren die Regel.“ Trotzdem seien sie gerne zu ihm in die Schule gegangen. Und mehr noch: „Man konnte mit ihm über alles reden, auch über private Dinge und persönliche Probleme.“ Bei Ausflügen und Wanderungen zum Beispiel.

Markus Pleil aus Kornbach, war in der zweiten Klasse von 1996, „die mit den Landkindern“, wie er sagt. Er hat die Bank gebaut. Seine Klasse hatte nicht so viel Unterricht bei Rüdiger Schmidt wie die Klasse von Sylvia Palacios. Aber auch Pleil hat positive Erinnerungen an Rüdiger Schmidt: „Er war in Ordnung. Gelernt hat man von ihm was. Er war auf Zack, ein strenger Lehrer. Aber das hat nichts geschadet.“ Und jenseits von der Wissensvermittlung ist Pleil der „korrekte Umgang mit den Menschen“ in Erinnerung geblieben: „Er hat einen gut gefördert und vorbereitet auf das spätere Leben.“

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