Eichenprozessionsspinner im Ahorntal

Es sind die Haare der Raupen dieser Schmetterlingsart, die dem Menschen gefährlich werden können. Sie brechen leicht ab, sie haben Widerhaken. Und sie können auch von einem leichten Windstoß schnell überall hin getragen werden. Die Gefahr besteht auch dann noch, wenn sich die Larven häuten und die Überreste dann als Gespinst am Baum zurückbleiben. Wie ein Nest. Ein solches hat Jürgen Bauer vom Bauhof am vergangenen Mittwoch in der Eiche auf dem Gelände des Kindergartens entdeckt. Und informierte umgehend seinen Bürgermeister.

Sofort reagiert

Auch der reagierte sofort. Rief am Donnerstagfrüh gleich in der Kita an und bat darum, die Kinder nicht mehr draußen spielen zu lassen, bis der Baum wieder „frei“ war. Es folgte eine Rundumuntersuchung der Eichen auf Gemeindegebiet. Bald war klar: Das ist kein Einzelfall, der Eichenprozessionsspinner hat sich fast überall eingenistet, wo diese Baumart zu finden ist. Und das ist sie oft im Ahorntal.

Bürger passen auf

Die Sache mit dem unangenehmen Eindringling sprach sich herum, „die Bürger waren rasch sensibilisiert für das Thema“, so gestern Bürgermeister Hofmann vor Ort im Kurier-Gespräch. Vor Ort heißt in diesem Fall am Dorfplatz von Kirchahorn. Dort, wo sich am Wochenende das traditionelle Straßenweinfest abspielte. Auch dort steht eine große Eiche. Und auch dort treiben die Schmetterlingslarven ihr Unwesen, wie Besucher registrierten.

Auf privatem Grund geht nichts

Und auch dort griff gestern der Bauhof ein. Nachdem er zuvor in Volsbach in der Nähe der Kirche im Einsatz war. „Wir klappern nach und nach und zugleich möglichst schnell alle Eichenbestände auf öffentlichem Grund ab“, so Hofmann. Mehr sei nicht leistbar. Auch wenn es schon mehrere Anrufe von Ahorntalern gab, die den Eichenprozessionsspinner auf ihrem Privatgrundstück entdeckt haben - „das wird einfach zu viel für uns, wo da anfangen und wo aufhören“. Die Aktion im Kindergarten war eine Ausnahme. Hier ist zwar die Kirche Besitzer des Areals, „aber ich wollte da nicht warten, bis sich der Hausmeister drum kümmern kann, daher haben wir sofort gehandelt „.

Mundschutz muss sein

Während des Gesprächs haben Jürgen Bauer und Peter Wohlfahrt vom Bauhof alles vorbereitet, um den Anti-Raupen-Kampf an der Dorfplatz-Eiche erfolgreich zu bestehen. Dazu braucht es auch ein Hubfahrzeug, um überhaupt an die Nester heranzukommen. Zwei haben sie nach akribischer Inaugenscheinnahme notiert. Mit einer Haushaltsleiter kommt man da nicht ran. Und auch die normale Arbeitskleidung reicht da nicht aus. „Das funktioniert nur im Schutzanzug und mit Mundschutz“, sagt Wohlfahrt. Er entfernt kurz die mit Klebeband an diesem weißen Anzug befestigten Gummihandschuhe, zeigt zwei Pusteln am Unterarm: „Da sind weiter oben schon noch mehr.“ Beleg dafür, wie gefährlich die Härchen dieser Raupen wirklich sind.

Erst Zuckerwasser, dann Flammenwerfer

Die Bekämpfung läuft immer nach dem selben Muster ab: die Nester lokalisieren, sie ansteuern, mit Zuckerwasser bestäuben - damit sich Härchengespinst schön verklebt -, den Klumpen dann mit einem Industriestaubsauger entfernen und die Reste mit einem Mini-Flammenwerfer „nachbehandeln“.

Werden alle Nester entdeckt?

So weit, so gut. Das reicht in der Regel. Was bleibt, ist ein Restrisiko: „Wir können nicht garantieren, dass wir wirklich alles finden, suchen können wir eh nur innerhalb der Ortschaften“, ist sich Hofmann mit seinen Bauhofleuten einig. Da greift dann das Prinzip Hoffnung...

Im ganzen Landkreis ist er da

Der Eichenprozessionsspinner breitet sich im Landkreis Bayreuth insgesamt aus, sagt Michael Benz, Sprecher des Landratsamtes Bayreuth. wobei er sich im Fichtelgebirge aufgrund der dort im Durchschnitt kühleren Temperaturen bisher „etwas zurückgehalten hat“. Von Jahr zu Jahr erhöhe sich die Zahl der Raupen in den Gebieten mit Eichen. „Bisher haben wir zwei Nachfragen von besorgten Bürgern erhalten“, so Benz. Das Gesundheitsamt könne nichts über betroffene Patienten berichten. Wichtig sei es, Vorsichtsmaßnahmen zu beachten, also Raupen und Gespinste nicht zu berühren und bei der Bekämpfung immer einen Vollschutzanzug zu tragen. . Keinesfalls sei es nötig, einen Baum zu fällen.

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