Eichendorffring: Vorerst nicht verkaufen

80 Eigentümer haben der Stadt ein Angebot vorgelegt, wonach sie die Wiesen vor ihren Häusern für einen sechsstelligen Betrag kaufen wollen. Grund für das Angebot: Ein Investor hatte angekündigt, die Grundstücke kaufen und weitere Häuser bauen zu wollen.

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Im öffentlichen Teil der Sitzung war dazu nur so viel zu hören: Rechtsreferent Ulrich Pfeifer empfahl den Stadträten, vorerst keines der Angebote anzunehmen. Von Problemen mit der Städtebauförderung war die Rede. Eigentümer und Mitglieder der SPD-Fraktion sprachen sich hingegen dafür aus, eine Entscheidung in dem seit einem Jahr tobenden Streit zu treffen und die Problemlösung nicht zu vertagen.

3 (4 Stimmen)

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Kommentare

Was nicht im Beitrag steht: Am öffentlichen Teil der Ausschusssitzung nahmen ca. 30 Anwohner teil. Beachtlich, wenn man davon ausgeht, dass auch am Eichendorffring ein Gros der Bürger werktätig sein dürfte. Hervorragende, konstruktive Wortmeldungen seitens der SPD - von Herrn Bauske und Frau Zagel - gaben einen Einblick, wie schwer es bürgernahe Stadträte mit offenen Ohren und Augen in der Stadtratsarbeit haben müssen. Das Highlight war allerdings - wie so oft - der Vortrag des städtischen Referenten und berufsmäßigen Stadtrates Herrn Pfeifer. Voll des Lobes vom Engagement der Anwohner, von den konstruktiven Argumenten der Nachbarschaftsinitiative und vor allem vom satten sechsstelligen Kaufangebot der Eigentümergemeinschaft der Wohnanlage. Von den Grünen - wie aufgrund der Wortmeldungen der vergangenen Monate nicht anders zu erwarte - lediglich ein schwacher Beitrag. Um Waltraud und Mariechen zu zitieren: "Blouss dassd wos sagst!" Alles in allem scheint man am Eichendorffring durch den harten Widerstand erneut etwas Zeit gewonnen zu haben. Wie lange ist aktuell (zumindest außerhalb des Stadtrates) noch nicht klar. Die Büchse der lokalpolitischen Pandora wurde vor zehn Jahren geöffnet. Damals noch unter OB Hohl kam man zu einem vermeintlich bürgernahen Kompromiss, der heute einer OB Merk-Erbe heftig auf die Füße fällt. Einsicht dennoch: NULL. Eines sollte den Damen und Herren Stadträten klar sein: Wer meint, man könnte nun Gras über die Sache wachsen lassen und in ein paar Jahren einen erneuten, stadtplanerisch irrsinnigen und bürgerfeindlichen Versuch zu unternehmen, an einen Luxus-Investor zu verkaufen, der hat sich getäuscht. In der Birken wird man den weiteren Verlauf ganz genau beobachten.