Ehrung für das Ehrenamt

Verdi Akdemir ist etwas außer Atem. „Heute ist kein guter Tag. Drei unserer Schützlinge haben die Ablehnung bekommen. Sie dürfen nicht bleiben“, sagt sie. Es handelt sich um Flüchtlinge aus Eritrea, die an die Drittländer, über die sie eingereist sind, zurück-überstellt werden sollen. „Wer ist es denn?“, fragt das Organisationsteam. Es wird beratschlagt, ob man gegen den Bescheid noch Einspruch erheben kann. Schon seit der großen Flüchtlingswelle hat sich in Auerbach ein Flüchtlingshelferkreis gebildet. Die Ehrenamtlichen haben es sich zur Aufgabe gemacht, vor Ort zur Integration beizutragen. „Es geht nicht darum, dass wir den Menschen Essen oder Kleidung geben, sondern, dass wir bei der Integration helfen“, erklärt Hildegard Wieber. Aus diesem Grund wird immer am letzten Montag im Monat ein sogenannter „Tisch der Begegnung“ veranstaltet. „Wir möchten Asylbewerber mit Bürgern zusammenbringen“, sagt Schwester Brigitte Hintermaier. „Bisher habe ich immer die Erfahrung gemacht, dass Muslime Ordensleuten und Priestern mit sehr großem Respekt begegnen“, erzählt sie. Durchgeführt wird der Tisch der Begegnung im katholischen Pfarrzentrum.

Helferteam mit zwölf Freiwilligen

Pater Markus Flasinski ist ein großer Unterstützer, der von der ersten Minute den Neuankömmlingen geholfen hat. „Anfangs kamen vorwiegend Asylbewerber, inzwischen trauen sich auch Einheimische. Wir wollen ja die Berührungsängste abbauen“, erklärt Lotte Mura. Akdemir, ursprünglich Aramäerin, ist ein wertvoller Bestandteil für den Tisch der Begegnung. Sie spricht aramäisch, arabisch, türkisch, kann dolmetschen. Das Helferteam besteht aus rund zwölf Freiwilligen. „Dass wir jetzt geehrt werden, freut uns natürlich schon“, sagt Wieber.

Aktives Seniorenteam

Doch nicht nur aus Auerbach reist eine Gruppe nach Bamberg zu Erzbischof Ludwig Schick, sondern auch in Trockau gibt es Ehrenamtliche, die die Aufmerksamkeit des Erzbischofs auf sich gezogen haben: „Unser Seniorenteam um Baronin Magdalena Groß von Trockau ist sehr aktiv. Es ist ein Mal im Monat im Einsatz – immer an jedem dritten Mittwoch im Monat von 14.30 Uhr bis 18 Uhr“, erzählt Pfarrer Josef Hell stolz. Seit zwölf Jahren organisieren die ehrenamtlichen Helfer einmal im Monat einen Nachmittag mit Kaffee und Kuchen. Hell steuert einen geistlichen Impuls bei. Und meistens wird bei solchen Treffen auch Musik gemacht. „Ich habe im Ausschuss des Dekanatsrates selbst den Vorschlag eingebracht, unser Seniorenteam für die Ehrung vorzuschlagen. Denn in dem Team sind Menschen, die sich seit Jahrzehnten engagieren“, lobt der Pfarrer.

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