EHC verschläft eigenes Powerplay

„Ein Punkt war auf jeden Fall drin“, sagte EHC-Trainer Sergej Waßmiller. „Mich ärgern vor allem die beiden Unterzahltreffer im ersten Drittel, da haben wir gepennt.“

Da die Bayreuther zudem im ersten Abschnitt in den entscheidenden Momenten einen Schritt zu langsam waren und es verpassten, nach Abprallern konsequent vor dem Tor aufzuräumen, gerieten sie entscheidend ins Hintertreffen. Bietigheim nutzte diese Unentschlossenheit für eine 3:1-Führung nach 20 Minuten.

1:2 nach sieben Minuten

Zunächst prägten die Offensivreihen gegen allzu sorglose Abwehrblöcke das Geschehen. So stimmte bei Bayreuther Überzahl die Ordnung überhaupt nicht, Matt McKnight schnappte sich an der eigenen blauen Linie den Puck, lief alleine aufs EHC-Tor zu – 0:1 (3.).

Da Jozef Potac (5.) den schlecht positionierten Steelers-Keeper Sinisa Martinovic überraschte, und David Wrigley kurz darauf ein weiterer Treffer gelang, stand es bereits nach sieben Minuten 1:2.

Beim zweiten Bietigheimer Treffer hatte sich erstmals das größte Problem der Bayreuther gezeigt: So hatte EHC-Torwart Tomas Vosvrda zweimal stark pariert bevor Wrigley im dritten Versuch zur Stelle war. Auch das 1:3 (20.) – das zweite Unterzahltor der Steelers – war aus Sicht der Tigers vermeidbar. Erneut fiel es im Nachschuss, diesmal drückte Frederik Cabana den Puck über die Linie.

Da half es den Bayreuthern auch nichts, dass sie dem technisch versierten Spitzenreiter sehr ordentlich Paroli geboten und sich selbst einige gute Chancen erspielt hatten.

Starkes Unterzahlspiel der Tigers

Tormöglichkeiten gab es nach dem ersten Seitenwechsel seltener, da sich die beiden Mannschaften beim Spiel Fünf-gegen-Fünf weitestgehend neutralisierten und geordneter auftraten. Allerdings nahmen sich die Bayreuther durch vier Zwei-Minuten-Strafen – einige davon waren kleinliche Entscheidungen – die Möglichkeit, mehr Akzente in der Offensive zu setzen.

Ein Lob verdienten sich die Hausherren für ihre Defensivleistung: Die zweitbeste Unterzahlmannschaft der Liga gewann in dieser Phase das Duell gegen das effektivste Powerplay-Team. Gegen immer verspielter werdende Bietigheimer ließ der EHC nur wenige zwingende Chancen zu.

Auch Vosvrda trug mit Paraden gegen Justin Kelly (25.) und Wrigley (35.) dazu bei, dass sich der Vorsprung der Steelers nicht vergrößerte. Er hätte sogar schmelzen können, doch Ivan Kolozvary (38. und 40.) verpasste in der Schlussphase des Mittelabschnitts zweimal knapp den Anschlusstreffer.

Druckphase wird nicht mit Ausgleich belohnt

Der gelang Michal Bartosch im Schlussdrittel, als er einen Geigenmüller-Schlenzer zum 2:3 (45.) abfälschte. „Wir waren danach die bessere Mannschaft“, lobte Waßmiller. „Aber einige Mal fehlte auch das Glück.“

So scheiterte Bartosch (49. und 54.) an Martinovic, Kolozvary (54.) und Nathan Robinson (57.) schossen knapp daneben. Als David Wohlberg den Puck Sekunden vor der Schlusssirene über das Tor gesetzt hatte, war klar, dass die druckvolle Bayreuther Aufholjagd nicht von Erfolg gekrönt wird.

Die Fans verabschiedeten die Tigers dennoch mit viel Applaus. Sie würdigten die couragierte Vorstellung ihres Teams gegen den im ersten Drittel sehr cleveren und in der Folge routinierten Tabellenführer.

EHC Bayreuth:Vosvrda – Linden, Heider; Potac, Mayer; Pavlu, Kasten; Neher – Stas, Wohlberg, Robinson; Bartosch, Kolozvary, Geigenmüller; Marsall, S. Busch, V. Busch; Filin.

Bietigheim Steelers: Martinovic – Steingroß, Prommersberger; Auger, Brown; Borzecki, Schwarz – Weller, Kelly, Zientek; Wrigley, McKnight, Alt; Cabana, Schoofs, Fink.

Tore: 0:1 (3.) McKnight (Prommersberger, Wrigley – 4 gegen 5), 1:1 (5.) Potac (Kolozvary, Geigenmüller), 1:2 (7.) Wrigley (Kelly, Zientek), 1:3 (20.) Cabana (Wrigley, Brown – 4 gegen 5), 2:3 (45.) Bartosch (Geigenmüller, Kolozvary – 5 gegen 4),

Strafminuten: Bayreuth 10, Bietigheim 12.

Zuschauer: 2001.

SR: Paule, Laguzov, Lamberger.

Hier der Live-Ticker zum Nachlesen.

Nicht bewertet

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