EHC verliert in letzter Minute

Der EHC Bayreuth setzte ab der 21. Minute auf ein Abwehrbollwerk – und das hielt den 1:1-Zwischenstand bis in die Schlussphase. Egal, was die Nauheimer um ihre beiden torgefährlichen Stürmer Radek Krestan und Charlie Sarault versuchten, die Tigers brachten immer wieder einen Schlittschuh oder einen Schläger dazwischen.

Zudem war Torwart Johannes Wiedemann ein starker und fangsicherer Rückhalt. Gerade im dritten Spielabschnitt reagierte er mehrmals prächtig oder hatte Glück, dass Joel Johansson (49.) nur den Pfosten traf.

Allerdings schafften es die Bayreuther mit zunehmender Spieldauer immer weniger, sich zu vom Druck der Hausherren zu befreien. Die Konsequenz war der späte Siegtreffer der Hessen. Der Puck kam zu Sarault, der ihn am langen Pfosten über die Torlinie drückte.

Kampfgeist und Moral stimmen

„Kampfgeist und Moral haben bis zum Schluss gestimmt“, sagte EHC-Trainer Sergej Waßmiller. „Deswegen war das für uns eine sehr bittere Niederlage.“

Daran, dass sie verdient war, gibt es aber keinen Zweifel. In nahezu allen Bereichen hatten sich die Bad Nauheimer Vorteile erspielt. Sie waren aktiver, aggressiver im Zweikampf, erarbeiteten sich ein klares Plus an Torchancen, hatten deutlich mehr Spielanteile und wollten den Sieg an diesem Tag einfach mehr.

Die Bayreuther Bilanz der 60 Minuten fällt deshalb eher ernüchternd aus. Ohne die Stammkräfte Andreas Geigenmüller, Valentin Busch und Martin Heider war Torwart Wiedemann der beste Bayreuther.

Starkes Unterzahlspiel

Lob verdient das Unterzahlspiel. Achtmal waren die Tigers ein Mann weniger auf dem Eis, ein Gegentreffer fiel dank laufintensiver und kämpferischer Abwehrleistung nicht. Nur in doppelter Überzahl schlug Bad Nauheim zu. Krestan gelang mit einem platzierten Distanzschuss das 1:0 (8.).

Allerdings war das häufige Unterzahlspiel wohl auch ein Grund für die Niederlage. „Wir haben zu viele Strafzeiten genommen“, sagte Waßmiller. „Das hat uns viel Kraft gekostet.“ Auch deshalb ging in der Endphase der Partie etwas die Konzentration verloren.

Schwache Offensive

Schwach präsentierte sich die Offensivabteilung der Tigers. Zwar gelang dem EHC mit seinem ersten gefährlichen Angriff der Ausgleich – nach Bartosch-Schuss und Abpraller traf Marcus Marsall zum 1:1 (10.) – doch nur in den zehn Minuten danach wagten sich die Tigers etwas mehr nach vorne. Die Partie war deshalb in der zweiten Hälfte des ersten Abschnitts ausgeglichen, aber auch zerfahren. Torchancen blieben Mangelware.

Das galt für die Bayreuther dann auch ab dem ersten Seitenwechsel. Sechs Schüsse aufs Tor in 40 Minuten sind eine magere Bilanz. Zudem waren nur wenige so gefährlich wie der von Sergej Stas (39.).

Zu oft leistete sich der EHC Abspielfehler im Aufbau oder verstrickte sich in Einzelaktionen. Auch in Überzahl schwächelten die Bayreuther und zeigten erneut, dass das Powerplay eine der größten Baustellen bleibt.

Neuzugang Nathan Robinson ließ zwar in einigen Situationen seine starke Stocktechnik und seine Passgenauigkeit aufblitzen, feierte aber ein eher unauffälliges Debüt.

EC Bad Nauheim: Rämö – Gerstung, Kohl, Johansson, Ketter, Götz, Mannes – Slaton, Lange, Lascheit, Alanov, Frosch, Sarault, Hofland, Pauker, Krestan, Dineen, Meisinger.

EHC Bayreuth:Wiedemann – Linden, Neher; Potac, Mayer; Kasten, Pavlu – Stas, Wohlberg, Robinson; Bartosch, Kolozvary, Kuchejda; Marsall, S. Busch, Rypar; Fröhlich, Kuhn.

Tore:1:0 (8.) Krestan (Johansson, Sarault – 5 gegen 3), 1:1 (10.) Marsall (S. Busch, Bartosch), 2:1 (60.) Sarault (Alanov, Götz)

Strafminuten: Bad Nauheim 8, Bayreuth 14;

Zuschauer:1957;

SR:Vogl, Bertele, Haas.

Hier der Liveticker zum Nachlesen.

Nicht bewertet

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