EHC verliert beim Spitzenreiter

„Der Sieg der Bietigheimer geht absolut in Ordnung“, sagte Sergej Waßmiller. „Aber wir haben ihnen das Leben schwer gemacht.“ Der EHC-Trainer wusste, dass gegen diesen starken Gegner „alles passen“ muss – das war am Sonntagabend nicht der Fall.

Doch in zwei Phasen stellten die Bayreuther den letztlich zu abgezockten Titelkandidaten vor einige Schwierigkeiten. Eine davon wurde beim Stand von 2:0 zu Beginn des Mitteldrittels offensichtlich. Da entwickelten die Gäste viel Torgefahr. Drei gute Abschlüsse – zwei davon von Ivan Kolozvary (21. und 22.) –, das waren schon deutlich mehr als im kompletten ersten Spielabschnitt. Die Tigers mussten zwar auch Chancen der Gäste zulassen, doch sie blieben nun bissig. Der Lohn war das 2:1 (26.). Kolozvary hatte einen schönen Bartosch-Pass verwertet.

3:1 statt 2:2

Danach verlief die Partie ausgeglichen, Bayreuth blieb in der Offensive gefährlich. „Wir hatten die große Chance auf den Ausgleich“, sagte Waßmiller. „Aber im Gegenzug fangen wir das 1:3.“ Mit dem Treffer von Robin Just (31.) erhielt die Bayreuther Hoffnung auf eine Überraschung einen gewaltigen Dämpfer, nach Marcus Sommerfelds Treffer aus spitzem Winkel zum 4:1 (36.) bestand sie nur noch aus einem kleinen Fünkchen.

Zu stark traten die Bietigheimer gegen die ersatzgeschwächten Bayreuther auf. Beim EHC stellte sich der grippegeschwächte Kolozvary zwar in den Dienst der Mannschaft, doch Andreas Geigenmüller (Fingerbruch) musste passen. Zudem fehlte Valentin Busch. Der 19-jährige Förderlizenzspieler erhielt den Lohn für seine bisher starke Saison und feierte sein DEL-Debüt für die Nürnberg Ice Tigers.

Bietigheimer stecken Ausfälle besser weg

Die Bietigheimer steckten ihre Ausfälle mit ihrem qualitativ stark besetzten Kader besser weg und waren das wesentlich torgefährlichere Team. Allerdings gehörte auch der Start in den Schlussabschnitt den Bayreuthern. David Kuchejda verkürzte auf 4:2 (42.).

Die Partie hätte nochmals spannend werden können, doch nun zeigte der Bietigheimer Torwart Sinisa Martinovic bei EHC-Chancen sein Können. Zudem bleibt das Überzahlspiel in dieser Saison die größte Baustelle beim EHC. Im Powerplay beim Stand von 2:4 hätte mehr als nur eine Halbchance herauskommen müssen. Wie es geht, zeigten dann die Bietigheimer. Mit einem Mann mehr auf dem Eis erzielten sie das 5:2 (52.) und den Endstand zum 6:2 (55.).

Schwaches Auftaktdrittel des EHC

Die Grundlage zum Sieg hatten die Hausherren bereits im dominant geführten Auftaktdrittel gelegt. Mit offensivem Forechecking setzten sie die Bayreuther unter Dauerdruck und zwangen sie im Aufbauspiel immer wieder zu Fehlern. Teilweise zogen die Steelers ein Powerplay auf, auch wenn sie nicht in Überzahl spielten. Die Treffer waren nur eine Frage der Zeit.

Beim 1:0 (6.) überraschte Max Prommersberger den Bayreuther Torwart Johannes Wiedemann mit einem Schuss aus der Halbdistanz, vor dem 2:0 (19.) klärten die Bayreuther nicht energisch hinter dem Tor. In der Offensive fand der EHC in diesem Drittel kaum statt. Zu schlampig spielte er die wenigen Kontermöglichkeiten zu Ende.

Bietigheim Steelers: Martinovic – Auger, Schwarz, Steingroß, Borzecki, Prommersberger, Brown – Sommerfeld, Zientek, Just, Rodman, Wrigley, McKnight, Schoofs, Weller, Lukes, Cabana.

EHC Bayreuth:Wiedemann – Linden, Heider; Mayer, Potac; Pavlu, Kasten; Neher – Stas, Wohlberg, Fröhlich; Bartosch, Kolozvary, Kuchejda; Marsall, S. Busch, Kuhn; Rypar.

Tore: 1:0 (6.) Prommersberger (Schoofs, Zientek ), 2:0 (19.) McKnight (Auger, Weller) , 2:1 (26.) Kolozvary (Bartosch, Kuchejda), 3:1 (31.) Just (Rodman, Schoofs), 4:1 (36.) Sommerfeld (Auger, McKnight), 4:2 (42.) Kuchejda (Kolozvary, Bartosch ), 5:2 (52.) Rodman (Steingroß, Wrigley – 5 gegen 4), 6:2 (55.) Wrigley (Steingroß, Rodman – 5 gegen 4).

Strafminuten:Bietigheim 4, Bayreuth 6;

Zuschauer: 3507;

SR: Engelmann, Mylius, Pernt.

Hier der Live-Ticker zum Nachlesen.

Nicht bewertet

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