EHC: Spiele satt statt staade Zeit

Die Crimmitschauer Saison läuft nicht nach Plan. Besser als Platz neun waren die Eispiraten noch nicht, in den vergangenen Wochen lagen sie meist auf dem vorletzten Rang. Bei einer Niederlage gegen Bayreuth drohen die Sachsen die Qualifikation für die Pre-Playoffs schon etwas aus den Augen zu verlieren. Aktuell beträgt der Rückstand acht Punkte.

Dementsprechend wächst auch der Druck auf die Eispiraten – sie zogen in dieser Woche die Notbremse und haben sich von Trainer Chris Lee getrennt. Das Team brauche neue Impulse, ist als Begründung auf der Vereinshomepage zu lesen, und diese soll zunächst Boris Rousson liefern. Der gebürtige Kanadier steigt vom Nachwuchs- zum Interimstrainer des DEL2-Teams auf.

„Das kann gut für uns sein, aber auch schlecht“, sagt Tigers-Coach Sergej Waßmiller zum Trainerwechsel. „Ich hoffe natürlich, dass der Knoten nicht gegen uns platzt. Aber wir müssen sowieso auf uns schauen und eine Topleistung abrufen.“

Am liebsten wäre Waßmiller ein Auftritt wie zuletzt beim 7:1 gegen Frankfurt: sicher in der Defensive stehen, geduldig auf die Chancen warten und diese dann hochprozentig nutzen. Und: Von Anfang an die Konzentration hochhalten. Das gelang den Tigers in Auswärtspartien oft nicht, mehrmals gerieten sie im ersten Drittel vorentscheidend in Rückstand. Von den Crimmitschauern ist sicherlich eine druckvolle Anfangsphase zu erwarten, holten sie doch 25 ihrer 28 Punkte im heimischen Stadion.

Neuer Mittelstürmer

Zudem verstärkten sie ihren Sturm mit einem weiteren Mittelstürmer – und sorgten so für einen intensiveren Wettkampf auf den Kontingentspielerposition. Der Finne Niclas Lucenius ist der fünfte Spieler ohne deutschen Pass – nur vier dürfen auf dem Spielberichtsbogen stehen – und fügte sich mit einem Assist bei seinem Debüt ein.

Das 2:3 in Riessersee konnte er damit aber nicht verhindern. Zu den Torschützen gehörte bei der Niederlage erneut Patrick Pohl. Der 26-Jährige führt die interne Scorerliste mit zehn Treffern und 16 Vorlagen vor den Nordamerikanern Mark Lee (8/12) und Mike Hoeffel (11/8) an. In der Abwehr ziehen vor allem Kapitän Andre Schietzold (3/14) und Dominic Walsh (4/12) die Fäden.

Klare Nummer eins ist der erfahrene Ryan Nie. Allerdings sind 102 Gegentore zu diesem Saisonzeitpunkt zu viel für ein Team, dessen Zielvorgabe Platz sechs bis zehn ist.

Starke Abwehrleistungen

Dagegen ist die Abwehr das Prunkstück des Bayreuther Montagsgegners Kaufbeuren. Mit 71 Gegentreffern stellen die achtplatzierten Allgäuer die drittbeste Defensive der Liga. Ihr Sturm kommt ebenfalls auf 71 Tore, nur Rosenheim trifft seltener.

Damit ist auch klar, wie die Spiele der Kaufbeurer oft enden: torarm und mit einem knappen Ergebnis. So war es auch in den beiden bisherigen Partien gegen den EHC. 2:1 nach Verlängerung und 2:0 setzte sich der ESV durch.

Die Spielanlage der beiden Kontrahenten ähnelt sich. Beide kommen über starke Teamleistungen, eine kompakte Defensive und große Kampfkraft zu Punkten. Ist dann am zweiten Weihnachtsfeiertag ein von zwei kompakten Abwehrreihen geprägtes Spiel zu erwarten? „Es muss nicht immer eine Defensivtaktik sein“, sagt Waßmiller. „Der ESV hat uns zum Beispiel beim letzten Aufeinandertreffen mit aggressivem Forechecking überrascht. Diese Mannschaft hat auch in der Offensive viel Qualität.“

Bester Torhüter der Liga

Allen voran gilt das für Topscorer Jere Laaksonen (5/21) und Torjäger Branden Gracel (12/11). Zudem wird der finnische Neuzugang Sami Blomqvist an diesem Wochenende erstmals das Trikot des ESVK tragen.

Einige zuletzt angeschlagen fehlende Spieler meldeten sich für die anstrengenden Wochen wieder fit. Gerade die Rückkehr des bisher besten DEL2-Torhüters Stefan Vajs wird den Allgäuern viel Selbstvertrauen geben.

Aber auch die Bayreuther können ihren stärksten Kader aufbieten: Torjäger Valentin Busch ist nach der Teilnahme an der U20-WM wieder dabei. Einzig Förderlizenzspieler Vladislav Filin (Fieber) droht auszufallen.

Buskonvoi der EHC-Fans

Der EHC Bayreuth kann beim Auswärtsspiel in Crimmitschau mit großer Unterstützung seiner Fans rechnen. „Wir haben 700 Eintrittskarten für das Derby verkauft“, sagt Tigers-Fanbeauftragter Carsten Herrmannsdörfer. „Und einige haben sich ja auch direkt in Crimmitschau noch Tickets besorgt.“

Ein Großteil der Fans reist gemeinsam an. Neun Busse machen sich nämlich im Konvoi auf den Weg nach Crimmitschau. „Das wird wieder ein sehr stimmungsvolles Spiel“, freut sich Herrmannsdörfer. „Wir haben ja schon in zwei Spielen bewiesen, dass Crimmitschauer und Bayreuther wissen, wie man gemeinsam feiert. Egal, wie die Partie ausgeht.“ Die Eispiraten und die Tigers pflegen seit einigen Jahren eine Fanfreundschaft.

Der Bus-Konvoi startet am Freitag um 16.30 Uhr an der Tankstelle beim Bayreuther Stadion, Treffpunkt ist um 16 Uhr.

Nicht bewertet

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Kommentare

Heute um 1600 gehts los. Ich freu mich schon auf ein schönes Spiel!