EHC mit Selbstvertrauen zum Meister

Nicht nur Spitzenreiter Bietigheim Steelers und dessen Verfolger Löwen Frankfurt haben die Tigers zuletzt bezwungen, auch den amtierenden Meister aus Kassel stellten sie zweimal vor große Probleme. Zu Hause gewannen die Bayreuther 5:2, auswärts stand es 5:5, bis Kassel in der 53. Minute der Siegtreffer gelang.

Gerade in dieser Partie zeigte sich deutlich eine der größten Stärken der Hessen: Vier Tore erzielten sie im Powerplay. Gut, dass die Bayreuther zuletzt ihre Strafzeiten auf ein Minimum reduziert haben. Mit nur 383 Minuten zählt der EHC zu den fairsten Teams der Liga, in den vergangenen sechs Spielen waren es durchschnittlich nur vier Strafminuten pro Partie.

„Unsere Taktikumstellung und unsere disziplinierte Defensive funktionieren einfach“, sagt EHC-Trainer Sergej Waßmiller. „Wir sind sehr selbstbewusst und spielen jetzt auch cleverer. Das müssen wir auch in Kassel tun, um dort etwas Zählbares mitnehmen zu können. Die Huskies haben viel Qualität im Kader. “

Und das in allen Mannschaftsteilen, Kassel verfügt über eine sehr ausgeglichen besetzte Mannschaft ohne größere Schwachstellen. 94 Treffer und 92 Gegentreffer reichen im ligaweiten Vergleich jeweils nur zu Mittelmaß, zusammen ergeben sie aber Rang drei.

Kassel mit Formschwankungen

Allerdings folgten starken Leistungen und Siegen zuletzt auch immer wieder schwächere Vorstellungen und Niederlagen. Ist es da ein Vorteil, dass Kassel das zurückliegende Spiel deutlich mit 5:2 gegen Crimmitschau gewann?

Klar ist auf jeden Fall, dass die Bayreuther Defensive den Wirkungskreis von Braden Pimm (6 Tore/25 Vorlagen) einengen muss. Der Spielmacher ist die zentrale Figur bei den Huskies. Zudem scoren Manuel Klinge (14 Treffer/20 Vorlagen) – hinter dem Einsatz des zuletzt fehlenden Topscorers steht noch ein Fragezeichen –, Toni Ritter (8/18) und Jack Downing (13/12) zuverlässig.

Gleiches gilt für die Verteidiger Alexander Heinrich (9/12) und Drew MacKenzie (2/15). Im Tor ist Markus Keller klare Nummer eins. Verzichten muss Kassel auf die verletzten Dorian Saeftel und Michael Christ.

Einige Ausfälle beim SC Riessersee

Wesentlich mehr Ausfälle muss da der Bayreuther Sonntagsgegner aktuell verkraften. Als sich beim 4:0-Erfolg des SC Riessersee gegen Heilbronn am Dienstag Topscorer Andreas Driendl (16/10) im ersten Drittel verletzte, standen nur noch sieben gelernte Stürmer zur Verfügung.

Das Team aus Garmisch-Partenkirchen stoppte seinen Abwärtstrend (drei Niederlagen in Folge) dennoch, da es sich wieder einmal auf seine Topreihe verlassen konnte. Das finnisch-kanadisch-schwedische Trio um die nachverpflichteten Roope Ranta (14/8) und Jared Gomes (6/10) sowie den nach Verletzung wieder genesenen Mattias Beck (9/16) gehört zum Besten, was die DEL2 zu bieten hat.

Ranta mit eingebauter Torgarantie

Gerade der von den Lausitzer Füchsen gekommene Ranta hat eine eingebaute Torgarantie und ist mit 23 Treffern in 32 DEL2-Spielen bester Torschütze der Liga. Auch beim letzten Aufeinandertreffen zwischen dem SC und Bayreuth erzielte der Finne ein Tor.

Diese 2:4-Niederlage beim Tabellensiebten wurmt EHC-Trainer Waßmiller immer noch: „Wie waren ebenbürtig und haben unglücklich verloren. Da steht auf jeden Fall noch eine Rechnung offen.“ Um diese zu begleichen, müssen die Bayreuther – bis auf den verletzten Förderlizenzspieler Vladislav Filin steht der komplette Kader zur Verfügung – auch die sattelfeste, ausschließlich mit deutschen Spielern besetzte Defensive der Riesserseer knacken. 85 Gegentreffer bedeuten im ligaweiten Vergleich Rang drei.

Großen Anteil daran hat der starke Torwart Matthias Nemec. Er muss durchschnittlich nur 2,25 Mal pro Partie hinter sich greifen und gehört mit einer Fangquote von 91,99 Prozent zu den Besten seines Fachs.

Nicht bewertet

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