EHC mit Heider bei kriselnden Starbulls

Einen Playoff-Platz haben die Oberbayern vor der Saison angestrebt, doch die direkte Qualifikation ist kaum noch zu schaffen. Auch auf Rang zehn, den letzten Pre-Playoffplatz und neues Ziel der Rosenheimer, beträgt der Rückstand schon sieben Punkte. Grund für die sportliche Misere ist enormes Verletzungspech. Richtig beurteilen lässt sich die bisherige Saisonleistung nicht, denn komplett sind die Starbulls noch nie angetreten. Nur sechs Spieler standen bei allen 29 Saisonpartien auf dem Eis. So war es unmöglich die Taktik, mit vier Blöcken anzutreten, aufrechtzuerhalten.

Zuletzt mussten sogar die Nachwuchsspieler Yannick Wenzel und Thomas Reichel aus dem DNL-Team – sie sollten eigentlich in dieser Spielzeit durch Kurzeinsätze erste Erfahrungen im Seniorenbereich sammeln – Verantwortung im dritten Block übernehmen. Bei der 1:4-Niederlage am zweiten Weihnachtsfeiertag bei den Kassel Huskies war Tyler McNeely letzter verbliebener Kontingentspieler der Rosenheimer. Der zweitbeste Scorer (13 Tore/18 Vorlagen) ist aktuell zusammen mit dem erfahrenen Abwehrspezialisten Michael Rohner (3/12) und Peter Lindlbauer (3/10) wichtigster Leistungsträger im Team.

Schwacher Auswärtsbilanz der Rosenheimer

Ein wenig wird sich die Personalsituation aber für das Bayreuth-Spiel entspannen: Michael Baindl (9/3) und der kanadische November-Neuzugang Krys Kolanos (1/2) stehen vor der Rückkehr. Für Leistungsträger wie Topscorer Tyler Scofield, Cameron Burt und Simon Fischhaber kommt ein Einsatz aber wohl noch zu früh. Allerdings können die Rosenheimer Ausfälle in der eigenen Halle besser kompensieren als in der Fremde. 25 Heimpunkte sind eine ordentliche Bilanz. Auswärts holten die Oberbayern nur sechs Zähler.

Auch der EHC Bayreuth hat auswärts oft Probleme, zehn Punkte gab es in fremden Hallen. Nun sollen in Rosenheim weitere folgen. „Zuletzt haben wir auswärts ja eine klare Aufwärtstendenz gezeigt“, sagt EHC-Trainer Sergej Waßmiller. „Da zahlt sich unsere neue Taktikvorgabe aus.“

Martin Heider ein "harter Hund"

Die Tigers ließen den Gegner meist kommen, agierten aus einer kompakten Defensive heraus und setzten dann bei schnellen Gegenangriffen gefährliche Nadelstiche. Wichtig ist vor allem die Ordnung im Abwehrbereich, für die beim EHC Martin Heider mitverantwortlich ist. Deshalb ist Waßmiller erleichtert, dass der Verteidiger, der gegen Kaufbeuren nach einem Foul früh vom Eis musste, nicht schwerer verletzt ist: „Martin wurde an der Lippe genäht, aber zum Glück ist nichts gebrochen. Er ist ein harter Hund und wird in Rosenheim spielen.“

Zudem hat der Förderlizenzspieler Vladislav Filin seine Grippe überwunden und meldet sich einsatzbereit. Somit steht Waßmiller sein kompletter Kader zur Verfügung. Und mit dem will er nach Ende der Hauptrunde möglichst auf dem zehnten Rang stehen. „Wir spielen jetzt schon die ganze Saison in dieser Tabellenregion, natürlich wollen wir uns dann auch für die Pre-Playoffs qualifizieren. Dafür wäre ein Auswärtssieg bei einem direkten Konkurrenten wie Rosenheim schon wichtig.“

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