EHC ist offiziell Zweitligist

„Die Kärrnerarbeit der vergangenen Monate hat sich gelohnt“, sagt EHC-Vorsitzender Matthias Wendel. „Es hat sich auch gelohnt, dass meine Frau und ich durch den Verzicht auf die Rückzahlung unseres Darlehens in Höhe von 260 000 Euro – und das ohne Ausstellung einer Spendenquittung, da das Geld in den Profibereich fließt – den Verein auf ein sicheres finanzielles Fundament gestellt haben.“

Im Lizenzierungsverfahren hätten mögliche bauliche Veränderungen im Stadion keine Rolle gespielt. „Bis jetzt wurden keine Übergangsfristen zum Beispiel für die Vergrößerung der Kabinen genannt“, sagt Wendel. „Aber es kann sein, dass das noch kommt.“

Infrastruktur wird verbessert

Dennoch gebe es bis Saisonstart noch einige Baustellen – und diese betreffen hauptsächlich die Infrastruktur. Unter anderem müsse die Torkamera für den Videobeweis installiert, die Internetverbindung im Stadion verbessert, ein neuer Raum für die Pressekonferenzen gefunden und neue Presseplätze geschaffen werden. Zudem wird es einen zusätzlichen Eingang für Dauerkarteninhaber geben.

Und das sind mehr als erhofft: „Wir haben bei der DEL2 440 verkaufte Dauerkarten als Ziel angegeben“, sagt Wendel. „Jetzt haben wir schon die 600er Marke geknackt. Bis August peilen wir die 700er an.“ Auch mit den 60 verkauften VIP-Dauerkarten liege der EHC voll im Soll. Gleiches gelte für die Kaderplanung: „Wir spielen gegen den Abstieg, etwas anderes zu behaupten, wäre Augenwischerei. Von der finanziellen Seite her sehe ich uns bei der Kaderplanung im Vergleich zu anderen Zweitligisten nicht schlecht aufgestellt. Unser sportliches Ziel scheint da schon erreichbar.“

Wohl keine Aufstockung des Spieleretats

Wendel werde sich nun mit der Sportlichen Leitung zusammensetzen und über das Budget diskutieren, macht ihr aber wenig Hoffnung, dass dieses aufgestockt wird. „Wir haben die Lizenz ohne Auflage auch bekommen, da wir unsere Kaderkosten und Einnahmen seriös auflisten konnten. Diese Angaben an die DEL2 waren auch mit der Sportlichen Leitung abgestimmt“, sagt Wendel. „Kurz nach der Lizenzvergabe zu sagen, wir erhöhen schnell noch mal, wäre unseriös und von der DEL2 nicht geduldete Trickserei.“

Soll heißen: Es bleibt dabei, dass das Kaderbudget im Vergleich zur Vorsaison um 130 000 Euro aufgestockt wird. Die einzige Möglichkeit, das Budget zu erhöhen, seien zusätzliche Einnahmen durch Sponsoren oder freiwerdendes Kapital durch die Auflösung von Spielerverträgen. Wendel klammert dabei den Fall Sebastian Wolsch explizit aus. Sollte nach der Gerichtsverhandlung mit dem Ex-Spieler Geld zur Verfügung stehen, wird es nicht in den aktuellen Spielerkader investiert.

Weitere Neuzugänge unwahrscheinlich

„Wenn wir vor September oder Oktober weitere Neuzugänge präsentieren könnten, wäre das eine Überraschung“, fasst Wendel die aktuelle Situation zusammen. „Aber ich baue auch auf zwei, drei Spieler von unserem neuen Kooperationspartner. Mit ihnen können wir mit einer realistischen Chance auf den Klassenerhalt in die Saison starten.“

Dann warten auf die Bayreuther 13 Konkurrenten. Wie die DEL2 mitteilte, wurden alle 13 sportlich qualifizierten Clubs inklusive Aufsteiger EHC Bayreuth lizenziert. Nachrücker für die Fischtown Pinguins Bremerhaven, die eine DEL-Lizenz erhielten, sind die Heilbronner Falken. Sie waren in der vergangenen Saison sportlich abgestiegen.

Den Saisonauftakt bildet das Summergame in Frankfurt in der Commerzbank Arena am 10. September vor wahrscheinlich mehr als 40 000 Zuschauern. Der amtierende DEL2-Meister Kassel Huskies trifft dann auf die Löwen Frankfurt. Eine Woche darauf, am 16. September, startet die Liga an allen anderen Standorten in die Saison. Der komplette Spielplan soll bis Mitte Juli veröffentlicht werden.

Die 14 DEL2-Teams: EC Bad Nauheim, Bietigheim Steelers, EHC Bayreuth, Eispiraten Crimmitschau, Dresdner Eislöwen, Löwen Frankfurt, Wölfe Freiburg, Heilbronner Falken, EC Kassel Huskies, ESV Kaufbeuren, Lausitzer Füchse, Ravensburg Towerstars, SC Riessersee, Starbulls Rosenheim.

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