EHC Bayreuth nach 0:4 einem Punkt nahe

Trotz ordentlichen Starts ins Mitteldrittel mit Fedor Kolupaylos Pfostentreffer (24.) glaubten in der 36. Minute wohl nur noch die größten Optimisten unter den Bayreuther Fans an eine Siegchance. Die meisten hätten für das Schlussdrittel wohl eher die Marschroute Schadensbegrenzung ausgegeben. Denn kurz zuvor hatten sich die Tigers innerhalb von 67 Sekunden selbst ins Hintertreffen gebracht. Erst musste Stefan Reiter mit Spieldauerstrafe vom Eis (32.), dann folgte ihm Ivan Kolozvary (33.) ebenfalls mit großer Strafe. Für beide war das Spiel nach einem Stockschlag beendet.

Überlegenheit ausgenutzt

Die Folge: 6:07 Minuten waren die Tigers am Stück in Unterzahl, 3:53 davon in doppelter. Die Selber nutzten ihre numerische Überlegenheit konsequent aus und machten aus ihrer 2:0-Führung ein 4:0. Einmal halfen die Bayreuther tatkräftig mit, als sie sich mit nur drei Mann auf dem Eis auch noch einen Wechselfehler erlaubten und drei Selber nur noch einen Tigers-Verteidiger vor sich hatten.

Hätte nicht der überzeugend spielende Torwart Friedrich Hartung – er vertrat Julian Bädermann, der sich beim Aufwärmen verletzt hatte – nicht mehrmals stark pariert, der EHC-Rückstand wäre nach 40 Minuten noch höher ausgefallen.

Selb muss mächtig zittern

Doch im Schlussabschnitt bäumten sich die Bayreuther auf. Gegen nun passive, weil sich zu sicher fühlende Selber bestimmten sie nun klar das Geschehen. Von den Hausherren kam kaum noch etwas, sie mussten in den Schlussminuten sogar noch mächtig zittern. Die Treffer von Sebastian Busch (43.), Michal Bartosch (53.) und Jozef Potac (56.) brachten die nicht aufsteckenden Gäste wieder heran.

Auch die Möglichkeiten auf den Ausgleich waren da, doch Jan Pavlu (57.) und Andreas Geigenmüller (58.) verpassten das 4:4. Hätte das Spiel noch einige Minuten länger gedauert, die Tigers wären wohl zum Unentschieden gekommen. Allerdings müssen sie sich auch den Vorwurf gefallen lassen, dass sie zu spät ins Spiel fanden. Denn nicht nur im Mitteldrittel, auch in den ersten 20 Minuten hatten sie nur selten an die starke Vorstellung der Vorwoche angeknüpft, als sie Meister EV Regensburg in dessen Halle mit 5:2 besiegten.

In der wilden Anfangsphase, in der beide Teams hohes Tempo gingen, aber teilweise auch die Abwehrarbeit etwas vernachlässigten, waren die oft ideenlosen Bayreuther fast nur durch Einzelaktionen gefährlich. Als Geigenmüller (3.), Bartosch (6.) und Marcus Marsall (9.) sich durchgetankt hatten, verhinderte Selbs Torwart Marko Suvelo jedoch einen Treffer. Sein Gegenüber reagierte zweimal gegen Landon Gare (4.), Dan Heilman (7.) und gegen den durchgebrochenen Herbert Geisberger (11.) großartig.

Hartung zweimal machtlos

Die Geisberger-Chance läutete dann eine VER-Druckphase ein, die bis zum Ende des ersten Spielabschnitts anhielt. Dreimal konnte Hartung in höchster Not noch retten, doch als der EHC erstmals in Unterzahl war, führte ein schöner Spielzug zum 1:0 durch Cody McNaughton (16.). Als Fedor Kolupaylo wenig später einen Querpass im eigenen Drittel zum Gegner spielte, stand es 2:0.

Kurios wurde es nach Spielende: Nicht die Selber drehten eine Ehrenrunde, sondern die Rückkehr der Tigers wurde lautstark von den EHC-Fans gefordert. Und die Spieler kamen auch zurück und ließen sich für ihre knapp gescheiterte Aufholjagd feiern.

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