Drei schwere Spiele in fünf Tagen

Das lässt die Gesamtaufgabe noch schwerer erscheinen, denn der Unterschied bei der Punktausbeute in Heim- und Auswärtsspielen ist bei den meisten Mannschaften auffällig. Bei den Tigers zeigt er sich sogar besonders deutlich: In den vier Spielen vor heimischer Kulisse sammelten sie neun Punkte und gingen nie ganz ohne etwas Zählbares vom Eis, auswärts blieb es dagegen nach drei Spielen bislang bei dem einen Punkt vom Saisonauftakt in Freiburg.

„Auswärts ist es für jede Mannschaft schwerer“, sagt der Bayreuther Trainer Sergej Waßmiller. „Man muss lernen, auch dort zu gewinnen. Das ist Teil des Entwicklungsprozesses.“ Das Recht des Gastgebers zur letzten Entscheidung beim Wechseln sei dabei nur eine Randerscheinung: „Das mag schon mal ein kleiner Vorteil sein, aber deswegen gewinnt oder verliert man sicher kein Spiel.“

Konzentration auf gute Defensive

Wichtiger sei „eine gute Auswärtsleistung“, und die entsteht für den Tigers-Coach „aus einer guten Defensive heraus“. Damit spielt er auch auf die sechs Gegentore für seine Mannschaft an, die zuletzt zur Niederlage bei den zuvor punktlosen Tölzer Löwen geführt haben (4:6). Nachdem er schon zwei Tage zuvor gegen Ravensburg (6:3) streckenweise nicht mit der Defensivleistung zufrieden gewesen war und dann mit umformierten Blöcken zum Erfolg kam, erscheint eine solche Maßnahme auch diesmal denkbar. Laut Mitteilung der Tigers wurde im Training entsprechend „gebastelt“, und Waßmiller lässt zumindest Raum für Spekulationen: „Wir werden so spielen, wie wir trainiert haben.“

Besonders große Anforderungen an die Defensive erwartet der Tigers-Trainer heute in Bietigheim, denn dies sei von den drei schweren Aufgaben „definitiv“ die schwerste. Die aktuellen Kräfteverhältnisse erscheinen ähnlich wie beim Duell beider Vereine im Playoff-Viertelfinale der vergangenen Saison, als die Bayreuther gegen den Tabellenersten der Punkterunde und späteren Vizemeister gerade auswärts wenig ausrichten konnten und mit 1:4 Siegen ausschieden.

Auch jetzt liegen die Steelers an der Tabellenspitze. Zwar haben sie ein Spiel mehr ausgetragen als die Verfolger, aber bei einem Vorsprung von vier Punkten ändert das nichts. Noch in keiner der neun Partien ist die Mannschaft von Trainer Kevin Gaudet ohne Punktgewinn geblieben. Nach der Neuauflage des Finales in Frankfurt (3:4 n.P.) folgten acht Siege in Serie, die letzten sechs sogar jeweils mit vollen drei Zählern.

Dresdner wirken recht unbeständig

Nicht ganz so zufrieden ist man derzeit bei den Dresdner Eislöwen, obwohl sie als Fünfter auf dem angestrebten Playoff-Platz liegen. Zu unbeständig wirken die Leistungen der recht stark veränderten Mannschaft von Trainer Franz Steer (zuvor Rosenheim) – vor allem auswärts. Nur vier Punkte brachten die vier Auftritte in fremden Stadien ein, und selbst der einzige Sieg dort war kein Ruhmesblatt (3:2 beim Schlusslicht Bad Tölz).

Zu den verlässlichen Faktoren bei den Sachsen gehört Torwart Marco Eisenhut, der in der Bayreuther Aufstiegssaison 2015/16 elf Spiele für die Tigers bestritten hat und nun erstmals in einem Team als klare Nummer eins gilt. Ein Problem in der Defensive der Eislöwen ist dagegen der Ausfall von Petr Macholda, der nach einer Schulteroperation fünf Monate lang fehlen wird.

Weitere zwei Tage nach dieser Partie müssen die Bayreuth Tigers dann noch zum ESV Kaufbeuren, der beim Nachholen von zwei Heimspielen in seinem nagelneuen Stadion die Chance sieht, unter die ersten Vier vorzustoßen. Kann man bei diesem Programm überhaupt jedes Mal durchgehend Vollgas geben? „So weit denke ich noch nicht“, sagt Sergej Waßmiller. „Klar ist nur, dass man in dieser Liga seine Leistungen nicht dosieren kann.“

Jakub Felsoci kommt aus Regensburg

Hilfreich ist beim harten Programm der Tigers, dass vier Blöcke zur Verfügung stehen. Zwar fehlt weiterhin Eugen Alanov, der auf gutem Weg scheint, sich im Nürnberger DEL-Team zu etablieren, aber Valentin Busch kehrt vom höherklassigen Kooperationspartner zurück. Zudem wird heute Jakub Felsoci vom Oberliga-Partner Eisbären Regensburg bei den Tigers debütieren. Der 19-jährige Bruder von David Felsoci, der zum Bayreuther Aufstieg 2016 beigetragen hat, kam von den Junioren des ERC Ingolstadt (DNL).

„Er passt gut zu unserer Philosophie“, sagt Sergej Waßmiller nach den ersten Trainingseindrücken. „Er ist ein Kämpfer und harter Arbeiter. Das sind die Qualitäten für die Aufgaben in der vierten Reihe.“ Ob Felsoci auch am Sonntag mitwirken wird, hängt von der Personalsituation in Regensburg ab.

Nicht bewertet

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Kommentare

Hallo Leute , wieso bekomme ich keinen Life ticker von den EHC Spielen ????

Mfg Volkmar Natzi
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