Drei Konzepte, ein Blick in die Zukunft

Die drei vorab von der Verwaltung ausgewählten Büros Urban management systems GmbH, UmbauStadt und KlimaKom präsentieren sich im großen und ganzen mit einem vorgegebenen Entwicklungskonzept. Zusammen mit den Bürgern den Status quo feststellen, danach Visionen und Ideen entwickeln, Programme und Schwerpunkte überlegen und erst danach - nach etwa einem Jahr - geht es an die Umsetzung der Projekte. Was das Zeitfenster anbelangt, könnten alle drei Büros etwa ab April mit der Arbeit beginnen. Die Entscheidung, welches Büro den Zuschlag erhält, werden die Gemeinderäte in ihrer nächsten Sitzung am Dienstag, 20. März fällen.

Aus Leipzig: Die Architekten Jens Gerhardt und Tanja Korzer von Urban Management aus Leipzig sehen Heinersreuth, "das Ausfalltor von Bayreuth" als eine große Herausforderung. Sie möchten gemeinsam mit den Bürgern arbeiten, schlagen Auftaktveranstaltungen, Bürgerwerkstätten und eine "Heinersreuther Woche" vor, in der die Projektplaner in Heinersreuth präsent sein werden um möglichst nah dran zu sein an den Menschen, für die das Konzept entwickelt werden soll. "Wir werden keine Lösung erarbeiten, die Lösung muss aus der Gemeinde kommen," sagt Gerhardt. "Wir sind nur der Katalysator".

Aus Weimar: Bereits im Landkreis Bayreuth tätig ist Architekt Vinzenz Dilcher vom Büro UmbauStadt in Weimar. Hollfeld - damit wurde 2007 begonnen - "war mein erstes ISEK-Projekt," berichtet er. Dort ist er auch heute noch tätig, ebenso in Goldkronach. Fünf Gemeinden und 18 Ortsteile unter ein Dach zu bekommen, sieht er als große Aufgabe an, und auch die alles zerschneidende Bundesstraße 85 sei für Heinersreuth Fluch und Segen zugleich. Viele profitieren von ihr, sie sei aber auch ewige Lärmquelle. Analysieren will Vinzenz Dilcher in Jugendworkshops, bei Infoveranstaltungen, Stadtspaziergängen und an Markständen. Auch die Lenkungsgruppe aus der Gemeinde müsste mehrfach zusammenkommen.

Im Mittelpunkt, wie auch bei den anderen Planern auch: die SWOT-Analyse (Eine Abkürzung aus dem englischen: für Strengths (Stärken), Weaknesses (Schwächen), Opportunities (Chancen) und Threats (Bedrohungen). Daraus lasse sich das eigentliche Leitbild entwickeln.

Aus Bayreuth: Letzter im Bunde ist das Büro KlimaKom aus Bayreuth, vertreten von Professor Manfred Miosga und Sabine Hafner. Der Bayreuther Uni-Professor führt sein Büro in Hummeltal und München als eingetragene Genossenschaft. Was Gemeinderat Stefan Eigl, CSU, zum einen zu der Frage bringt, wie sich die zwei Tätigkeiten unter einen Hut bringen lassen, und zum anderen, ob man das Heinersreuther Vorhaben nicht auch an Studenten vergeben könne, "ohne dass ich 50 000 Euro in die Hand nehmen muss." Als zuständig vor allem für das Qualitätsmanagement erläutert Miosga, dass von Studenten keine belastbaren Arbeiten zu erwarten seien. Er verspricht, stark anwendungsbezogen zu arbeiten. Aber auch, dass Studenten bei den einzelnen Prozessen eingebunden werden, auch beim Thema Konfliktberatung. Ein strategisches Entwicklungskonzept sei wichtig um zügig an Fördermittel zu kommen.

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