Drei Kinder nach Beben auf Ischia gerettet

Feuerwehrleute bargen den elfjährigen Ciro Dienstagmittag rund 16 Stunden nach dem Beben. Am Vormittag war sein sieben Jahre alter Bruder Mattias gerettet worden, bereits in der Nacht hatten Retter den sieben Monate alten Pasquale und den Vater der Jungen aus den Schuttmassen befreit.

 

Der Vater der Kinder berichtete Journalisten, er sei gerade im oberen Stockwerk in der Küche gewesen, als die Erde bebte. Die Kinder waren in ihren Zimmern und die im fünften Monat schwangere Mutter im Badezimmer. Sie konnte durch ein Fenster ins Freie klettern und die Rettungskräfte alarmieren.

Mit bloßen Händen gegraben

Die Helfer gruben mit bloßen Händen, um sich einen Weg zu den Verschütteten zu bahnen. "Eine Zeit lang herrschte Stille, weil die Kinder müde waren. Doch dann begannen sie wieder zu sprechen, und wir waren erleichtert", berichtete Feuerwehrsprecher Luca Cari von den nächtlichen Rettungsarbeiten.

Ein Beben der Stärke 4,0 hatte am Montagabend die im Golf von Neapel gelegene Insel erschüttert. Mehrere Häuser stürzten ein, weitere wurden schwer beschädigt. Eine Frau wurde nach Behördenangaben von herabstürzenden Gebäudeteilen erschlagen, eine weitere Leiche wurde nach Medienberichten unter den Trümmern eines Hauses geortet.

Mindestens 39 Menschen wurden verletzt. Auch das einzige Krankenhaus der Insel wurde von dem Erdbeben getroffen und musste teilweise evakuiert werden.

Baumängel

Francesco Peduto vom italienischen Geologenverband machte Baumängel und fehlende Sicherheitsvorkehrungen für die Folgen des Bebens verantwortlich. "Es ist wirklich nicht normal, dass immer noch Leute durch Beben dieser Stärke sterben", sagte Peduto. Solide gebaute Gebäude würden bei einem Erdstoß der Stärke 4,0 nicht einstürzen, kritisierte er.

Ischia ist ein beliebtes Urlaubsziel, auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) machte hier mehrmals Urlaub. Nach dem Beben warteten am Hafen der Insel zahlreiche Touristen auf die nächste Fähre nach Neapel.

Immer wieder Erdbeben

Ischia wird immer wieder von Erdbeben heimgesucht. Das schlimmste Beben ereignete sich im Juli 1883. Mehr als 2000 Menschen kamen damals ums Leben.

Der Erdstoß vom Montag ereignete sich nur wenige Tage vor dem ersten Jahrestag des Erdbebens von Amatrice im Zentrum Italiens. Dabei waren im vergangenen Jahr fast 300 Menschen ums Leben gekommen.

afp

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Montag, 13. November 2017 - 11:06