Drama am Himmel über Oberfranken

Um 10.31 Uhr ging der Alarm beim Zentrum für Luftoperationen der Bundeswehr ein: Die Deutsche Flugsicherung meldete, dass der Funkkontakt zu einem Airbus A380, dem mit bis zu 853 Plätzen größten Serien-Passagierflugzeug der Welt, abgebrochen sei.

Rund um die Uhr in Bereitschaft

Schnell schickte die Einsatzzentrale in Neuburg an der Donau die Alarmrotte des Taktischen Luftwaffengeschwaders 74 in die Luft – zwei Eurofighter-Kampfjets, die rund um die Uhr in Bereitschaft sind. Der Auftrag: Sichtidentifizierung. Um das Linienflugzeug rechtzeitig zu erreichen, flogen die Jets mit Überschallgeschwindigkeit und verursachten so den doppelten Knall, der im ganzen süddeutschen Raum zu hören war. Das teilte der zuständige Presseoffizier im Zentrum für Luftoperationen mit.

Der Weg der Kampfflugzeuge führte laut dem Luftfahrtamt der Bundeswehr über Nürnberg und Hof nach Zwickau.  Sie waren in knapp 12.500 Metern Höhe mit einer Geschwindigkeit von fast 1200 Kilometern pro Stunde unterwegs, um den Airbus einzuholen.

Auf dem Weg nach Dubai

Vor Ort stellten die Piloten stellten fest, dass es sich um die laut Flugplan korrekte Maschine handelte – einen A380 der Airline Emirates auf dem Weg von Toronto (Kanada) nach Dubai (Vereinigte Arabische Emirate). Doch auch sie waren nicht in der Lage, Funkkontakt zu der Passagiermaschine herzustellen.

Aus Sicherheitsgründen begleiteten die Eurofighter den A380 bis an die Grenze, dann übernahm die tschechische Luftwaffe.  Weshalb sich die Crew nicht zurückgemeldet hat, ist bislang unklar. Ein Sprecher der Fluglinie Emirates sagte am Donnerstagabend auf  Kurier-Anfrage, dass die Maschine wie geplant und ohne weitere Zwischenfälle in Dubai gelandet ist.

Knall und Druckschwankungen

In Bezug auf den Einsatz der Alarmrotte erklärt der Presseoffizier des Luftfahrtamtes der Bundeswehr: „Eine Begleiterscheinung solcher Flüge, der sogenannte Überschallknall, ist physikalisch bedingt und wird durch die aerodynamische Form des Flugzeuges, dessen Geschwindigkeit und Flughöhe sowie die meteorologischen Bedingungen bestimmt.  Mit dem Eintritt in den Bereich der Schallgeschwindigkeit treten Druckverdichtungen auf, in der das Flugzeug umgebenden Atmosphäre auf, welche sich durch Druckstöße entladen. Diese breiten sich kegelförmig hinter der Schallquelle aus. Die Breite dieses Kegels könne bis zu 80 Kilometer betragen. Die Wellen nehmen wir als Knall und Druckschwankungen wahr."

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Kommentare

Früher war das üblich.
Der Bericht ist total überarbeitet. Zuerst ging es nur um die beiden Überschallknalle und, dass Leute deshalb bei Feuerwehr und Polizei angerufen haben.
Ja, früher war das viel öfter! Wahrscheinlich sind wir schon zu alt.
... oder schwerhörig geworden ... ;-)))
Hab's jetzt 2 x gelesen und stelle (Gott sei Dank) in dem Bericht kein "Drama" fest.
Tja, wo das Drama war ist mir auch schleierhaft.
BILD eben.
Na das Drama sind die vielen zersplitterten Scheiben.....
Blödsinn....Weil Scheiben zersplittern, wenn ein Kampfjet in 12.500 Meter Höhe mit Überschall fliegen. Oh man.....
@Noob0312: Schlaumeier kannst aber gerne meine zwei zersprungenen Scheiben im Gewächshaus ersetzen
Zuständige Behörde

Die – fristgerechte – Geltendmachung hat bei der zuständigen deutschen Behörde, nach Art. 8 NTS-AG bei den Behörden der Verteidigungslastenverwaltung (Allgemein zur Schadensregulierung in der Verteidigungslastenverwaltung nach dem NATO-Truppenstatut vgl. Dumbs, VersR 2007, 27 ff. ), zu erfolgen. Sachlich zuständig sind dabei seit dem 01.01.2003 – für die Bundesländer Bayern, Hessen und Niedersachsen erst seit dem 01.01.2005 – die Schadensregulierungsstellen des Bundes (SRB), die zunächst innerhalb der Oberfinanzdirektionen angesiedelt waren (Vgl. Art. 1 Verteidigungslastenzuständigkeitsänderungsgesetz (VertLastÄndG) vom 19.09.2002 sowie die Bekanntmachung der für die Durchführung von Verwaltungsaufgaben auf dem Gebiet der Verteidigungslasten zuständigen Behörden vom 22.10.2002, Bundesanzeiger vom 05.12.2002, S. 25 833.). Zum 01.01.2005 wurden die SRB in die neu gegründete Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) eingegliedert (Vgl. Dumbs, VersR 2007, 27, 31 m. w. N. ). Örtlich zuständig für die Schadensregulierung ist eines der vier Regionalbüros der BImA in Erfurt, Koblenz, Soltau und Nürnberg, (Vgl. Mitteilung NZV 2005, 452) je nachdem, wo das schädigende Ereignis stattgefunden hat.
Die Dreimonatsfrist gilt nach Art. 6 Abs. 2 NTS-AG auch dann als gewahrt, wenn der Anspruch rechtzeitig bei einer Dienststelle des Entsendestaates geltend gemacht wird, die generell für die Behandlung von Entschädigungsansprüchen zuständig ist oder der ein am Schadensfall beteiligtes Mitglied untersteht.

Alles Gute!!
So etwas kommt zig mal im Jahr vor, dass Zivilmaschinen von einer Alarmrotte der Bundesluftwaffe begleitet werden, weil kein Funkkontakt vorhanden ist. Alles halb so wild. Und wie meine Vorredner bereits geschrieben haben, war das bis Anfang der Neunziger Jahre ganz normal, das Kampfjets bei uns Luftkampf geübt und auch mit Überschallgeschwindigkeit geflogen sind. Wahrscheinlich würden auch hunderte von Menschen bei der ILS oder der Polizei anrufen, wenn eine Panzerkolonne durchs Land fahren würde, da diese das nicht mehr kennen. Und der Kurier würde natürlich auch darüber berichten, weils sooooooooo spektakulär ist :-))) Aber gut....Man hat auch die Pflicht als Presse, die Menschen über die Dinge zu informieren, die die Menschen bewegen. Alles gut
Das durchaus vorhandene Drama können evtl. nur "vorurteilsbehaftete" Menschen wie z.B. ich oder anscheinend sogar der Redakteur Kreklau erkennen:
Denn ich weiß zwar nicht, wie lange man keinen Funkkontakt zu der Airbus A 380 Maschine herstellen konnte bzw. ab welcher Dauer der Funkstille man gemäß Protokoll grundsätzlich Anlass hat, etwas nervös zu werden...
Aber wenn ich lese, dass sich die Maschine, zu welcher der Funkkontakt abgebrochen war, auf dem Weg nach Dubai (Vereinigte Arabische Emirate) befand, dann läutet bei mir allein aufgrund dieser Information zumindest eine klitzekleine Alarmglocke.
Sie wissen schon: Dubai --> Islam --> Vertreter der Religion des Friedens --> Flugzeuge ... die üblichen "Vorurteile" halt ...
Das deutsche Wahl Volk wird für BLÖD gehalten!
Blöd, aber jedenfalls ignorant waren die Anrufer bei Polizei und Feuerwehr.
Drama beim NBK
Das Drama besteht für mich darin, dass die Leute offenbar zigfach in Panik bei Polizei, Feuerwehr und Radio angerufen haben, weil anscheinend keiner mehr weiß, was ein Überschallknall ist.
Solche und ähnliche Geräusche waren zu Hochzeiten des Truppenübungsplatzes Grafenwöhr im weiteren Umkreis an der Tagesordnung. Das Ereignis "explosionsähnlicher Knall" ist aber halt heutzutage etwas, das man - zurecht - nicht mehr in erster Linie mit der Handlungsfähigkeit des Staates (z.B. vorsorgliche Truppenübungen oder Aussendung einer Alarmrotte) sondern eher mit dessen Handlungsunfähigkeit assoziiert. Letzteres ist für mich das eigentliche Drama.