Dorfladen: Eröffnung im Sommer 2017?

Knauer hatte seine Bedenken in der Sitzung zuvor bekundet. Seine Befürchtung: Wenn potenzielle Kunden hier nicht mehr an Bargeld kommen, bleiben sie auch dem Dorfladen fern und kaufen lieber woanders ein.

Kommune investiert 400 000 Euro

Ein wenig Bauchgrimmen habe er immer noch, so Knauer nun am Dienstag. Weil er eben von vielen Ahorntalern höre, sie erledigten ihre Besorgungen dann dort, wo sie zumindest einen Geldautomaten vorfinden. Aber: „Grundsätzlich bin ich dafür.“ Jetzt gelte es, eindringlich an die Bürger zu appellieren, den Laden auch zu nutzen. Schließlich nimmt Kommune 400 000 Euro in die Hand.

So oder ähnlich äußerten sich die Räte durch die Bank. Knauers CWU-Kollege Marc Dielesen etwa betonte, die Gemeinde habe das Gebäude erworben, um den Einkaufsmarkt einzurichten, „da dürfen wir nichts abschwächen, weil sonst das Ansehen des Ladens in der Bevölkerung leidet, ehe er eröffnet ist“.

Die Skeptiker überzeugen

Matthias Brendel (CSU) mahnte, „nicht weiter Öl ins Feuer zu gießen“. Es gelte die Skeptiker zu überzeugen, „das muss breit getragen werden“. Peter Thiem (FBA) zeigte sich überzeugt, „dass das funktionieren wird“, Manfred Herzing (ebenfalls FBA) nannte den Dorfladen einen „Teil der Daseinsvorsorge“.

Spürbares Aufatmen bei Bürgermeister Gerd Hofmann, sah er doch seine eigene Einschätzung bestätigt: „Ich halte den Laden für zwingend notwendig, wir müssen im Ahorntal die Negativspirale aufhalten, die durch den Verlust der beiden Bankfilialen ausgelöst wurde.“

Geldautomat im Ort halten

Apropos Banken: Hofmann ist zuversichtlich, zumindest den Geldautomat im Ort halten zu können. Er stehe im engen Kontakt zum Vorstand, „da bin ich auf offene Ohren gestoßen bei der Suche nach einer Lösung, wie man der Gemeinde helfen kann“. Er habe auch Vorschläge unterbreitet, für Details dazu sei es aber noch zu früh. Eine „bemannte Filiale“ stehe zwar nicht zur Debatte, aber der Erhalt des Automaten als Minimalziel sei denkbar. Wenn auch nicht im Dorfladen selbst, der sei dafür einfach zu klein. Hofmann: „Da fehlt es dann an der Privatsphäre, außerdem wären wir an die Öffnungszeiten gebunden.“ Ganz zu schweigen vom Wunsch nach mehr – einem Selbstbedienungs-Terminal, an dem man auch einzahlen kann.

Gespräche mit  Ladenausstattern

Zurück zum Dorfladen:. Wolfgang Göbner, Geschäftsführer der Einkaufsmarkt Ahorntal Unternehmensgesellschaft (UG), präsentierte dem Gremium den Stand der Dinge bei den Vorarbeiten. Und bekundete zugleich, jetzt noch mehr Zeit in das Projekt investieren zu können – weil er nun im Ruhestand ist. Der Mann, der als Führungskraft bei einem großen Kommunikationsunternehmen tätig war, hatte einiges vorzuweisen. So sind Gespräche mit diversen Ladenausstattern gelaufen, dazu liegt auch schon ein Planungsvorschlag auf dem Tisch. Ebenso laufen Verhandlungen mit Lieferanten für das Grundsortiment. Dazu Bürgermeister Hofmann: „Da läuft vieles hinter den Kulissen, was kaum einer mitbekommt, das sind stundenlange Gespräche“.

Personal des Dorfladens

Vorläufig abgeschlossen ist die Bewerbung für das Personal des Dorfladens. Zwölf Anfragen gingen für den Verkauf ein, zwei für die Funktion des Teamleiters. Und auch der Name steht fest für den Markt: „Ahorntaler Einkaufsmarkt – unser Laden im Tal“ soll er heißen.

Was Hofmann und Göbner zusicherten auf Anfrage aus der Runde: Vor allem bei Metzgerei- und Bäckerartikeln sollen definitiv regionale Anbieter bevorzugt werden. Und auch beim Gemüse denkt man in diese Richtung. Und wann kann der Laden dann eröffnet werden, wollte Matthias Brendel wissen? Wenn alles klappt, ist das zweite Quartal 2017 ein machbarer Termin, so Bürgermeister Hofmann.

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