Dirt-Bike-Anlage nachgebessert

Vor der Eröffnung kam der Stopp. Und mit ihm ein Schild, auf dem sinngemäß stand, dass die nasse Witterung dafür gesorgt hatte, dass die Anlage an mehreren neuralgischen Punkten in die Knie gegangen ist. "Der Boden hier ist ja nicht ganz unproblematisch", sagt Ulrich Meyer zu Helligen, einer der beiden Geschäftsführer der Landesgartenschau 2016 GmbH, am Mittwoch. Lehmig ist der Boden. "Zudem hat sich das Problem ergeben, dass sich an manchen Stellen Schichtenwasser gebildet und über längere Zeit aufgestaut hat. Das mussten wir an den Stellen, an denen man das festgestellt hat, mit Drainageleitungen beheben", sagt Bernd Spindler, technischer Leiter der Gartenschau.

Pfützen vor den Lines

"Alle drei Lines", die von Anlaufhügel zu den Sprüngen führen, waren nach Meyer zu Helligens Angaben von dem Problem betroffen. Man müsse sich das wie eine große Pfütze vorstellen, die sich am Fuß des Anlaufhügels und vor dem Sprunghügel der mittleren Line gebildet hatte. "Dort ist der Boden weich, der Radfahrer könnte abgebremst werden und in den Sprung hineinfallen", sagt Meyer zu Helligen. Seit die Drainageleitungen verlegt wurden, sei der Boden gut abgetrocknet. "Funktioniert alles wie geplant", sagt Spindler.

Falsches Material auf der Spur

Auch Problem Nummer zwei, das die Dirt-Biker an der Nutzung der Anlage gehindert hat, ist inzwischen behoben. "Ein Übermittlungsfehler", sagt Meyer zu Helligen, habe dazu geführt, dass "das falsche Material auf die Strecke aufgebracht wurde. Das ist inzwischen abgetragen und durch anderes Material ausgetauscht worden." Die Dirt-Biker brauchen sehr feinen Splitt, "leichten Brechsand". Es war aber gröberer Splitt auf die Sprunganlage und den Pump-Track, den Rundkurs, auf dem auf Anfänger unterwegs sein können, aufgetragen worden. Zudem waren die Auslaufspuren der Sprünge "durch andere Maßnahmen, die erst kurz vor der Eröffnung fertig geworden sind", in Mitleidenschaft gezogen worden, wie Spindler Informationen unserer Zeitung bestätigt.

Wieder im genehmigten Zustand

Während die Drainage-Arbeiten von einer anderen Firma gemacht wurden, hat sich Robin Specht vom Radquartier (Kirchenlamitz) darum gekümmert, dass "die Anlage jetzt wieder in den Zustand versetzt ist, der auch vom TÜV abgenommen wurde", wie Spindler sagt. Robin Specht sagt auf Anfrage unserer Zeitung: "An sich ist die Anlage jetzt schon wieder fertig. Wir haben am Dienstagabend noch einmal Testfahrten auf der Anlage gemacht. Das passt." Robin Specht war rund drei Jahre lang mit der Planung und dem Bau der größten Dirt-Bike-Anlage unter freiem Himmel in Nordbayern befasst. "Workshops mit den Jugendlichen, dann der Bau gemeinsam mit den Jugendlichen, die die Anlage auch selbst mit geplant haben." Eine spannende Zeit sei das gewesen, die mit der erneuten Freigabe "in den kommenden Tagen", wie Specht sagt, nicht vorbei sein wird. "Wir werden sicher das eine oder andere Mal hierher kommen und mit den Jungs Sessions auf der Anlage zu machen." 

 

 

Mit Arbeitsausweis kann man mit Rad aufs Gelände

Die Jugendlichen, die seit Jahren an dem Thema Dirt-Bike-Park dran waren, haben einen Arbeitsausweis bekommen, "wenn sie einen beantragt und ein Passbild geschickt haben", sagt Meyer zu Helligen. "Die jungen Dirt-Biker dürfen, wenn die Anlage wieder freigegeben ist, jederzeit hier fahren. Sie dürfen auch ihre eigenen Räder mitbringen und vom Eingang Nord aus hier hoch schieben - und dann fahren." Das gelte auch für die Mitarbeiter des Radquartiers. "Alle anderen können dann am Samstag das Angebot nutzen", sagt Meyer zu Helligen. Betreutes Fahren ist dann das Motto. Mit fünf Rädern, die die Gartenschau angeschafft hat. Ärger, weil die Anlage nicht seit 22. April in Betrieb ist, habe es keinen gegeben. "Da kam uns nichts zu Ohren. Die Dirt-Biker, die mitgeholfen haben, haben ab und an mal nachgefragt, wann wieder offen ist."

Nagelneuer Parcours-Kurs

Genauso spannend wie den Dirt-Bikern bei ihren Sprüngen zuzusehen, ist die Akrobatik der Parcours-Sportler, die sie gleich neben der Dirt-Bike-Anlage nutzen können. "Die Idee dazu hat sich Anfang des Jahres entwickelt", sagt Meyer zu Helligen. "Sie ist von Jugendlichen, die Parcours machen, an uns herangetragen worden." Deshalb habe man einen Standort gesucht, "wo sie dauerhaft stehen bleiben kann. Dirt-Bike und Parcousr passen ja ganz gut zusammen, deshalb haben wir sie hier oben hingebaut." Auch diese Anlage aus Baumstämmen und Querstangen bekommt in den nächsten Tagen ihren technischen Feinschliff. "Sie war schon mal in Betrieb, wurde von den Jungs getestet, ob alles funktioniert. Jetzt muss noch mal alles nachgezogen werden. Pfingsten ist sie nutzbar", sagt Bernd Spindler.    

Mehr dazu:

So funktioniert die Dirt-Bike-Anlage

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