Digitale Lösungen für die Gastronomie

Sie brauchen nur ein iPhone oder ein iPad, um das kostenlose System im App-Store herunterladen zu können sowie WLAN, also ein drahtloses, lokales Datennetz. Die Speise- und Getränkekarten werden erstmalig durch Service-Plus angelegt und dann kann das Service-Personal auch mit seinem eigenen mobilen Gerät starten.

Darauf ist allerdings außer der App nichts gespeichert. Als weitere elektronische Ausrüstung ist nur ein Drucker notwendig, um die Belege auszudrucken. Aber wie sieht es mit dem Datenschutz aus? „Die Daten liegen auf einem Server in Deutschland. Sie sind nach dem derzeit höchsten verfügbaren Sicherheitsstandard verschlüsselt“, erläutert Meuche, der bei der Hofer Firma für Finanzierung und Projektentwicklung zuständig ist. Man arbeite aktuell an einer stationären Lösung. Die Bezahlung sei rein volumenabhängig. Es gibt keine Grundgebühr, für den Gastronomen fallen nur Kosten in Höhe von einem Cent pro Transaktion an, wie Meuche ausführt.

Umfangreiche Pflichten für Gastronomen

Stein des Anstoßes für die neue Kassen-App war eine Verordnung des Bundesfinanzministeriums, die seit Anfang dieses Jahres gilt. Die Vorschrift sieht umfangreiche elektronische Aufzeichnungs- und Aufbewahrungspflichten im Hinblick auf Geschäftsbücher und -dokumente vor und stellt Teile der Gastronomie und des Einzelhandels vor einige Herausforderungen.

„Etliche unserer Kunden sind deshalb auf uns zu gekommen. Ich bin überzeugt, dass wir mit unserer App ihre Probleme lösen können“, sagt Neubert. Und: Im Zuge ihrer Arbeit haben die Experten von Service Plus die Prozesskette zwischen Gast, Gastronom und Lieferanten tiefgehend analysiert. „Wir haben noch erhebliche Optimierungspotenziale festgestellt“, fasst Neubert zusammen.

Lieferanten sind eingebunden

Sein Unternehmen bietet – aufbauend auf den Kassendaten – einen „Gastro-Manager“ an. „Damit kann der gesamte Betrieb nach Kennzahlen gesteuert werden. Es können Bestellungen ausgelöst, Bestände verwaltet und weitere typische Aufgaben eines Gastronomiebetriebs bewältigt werden“, erklärt Neubert. Ein entscheidender Baustein ist die Einbindung der Lieferanten. So lassen sich über den „Gastro-Manager“ Bestellungen digital an sie senden. Die Lieferanten wiederum können den Auftrag direkt in ihr System übernehmen und dort weiterverarbeiten – bis hin zum Versand von Rechnungen.

Außerdem können die Lieferanten ihren gesamten Produktkatalog für ihre Kunden im System hinterlegen, sodass der Gastronom unmittelbar auf das gesamte Sortiment zugreifen kann. Auch der Zahlungsverkehr zwischen Gastronom und Lieferant kann über das System abgewickelt werden. Dazu wurde darin ein eigener Bezahl-Service integriert, den ein führender Spezialist für Zahlungsabwicklung in Deutschland übernimmt, wie Neubert berichtet.

Gäste-App kommt

Sein Partner Meuche ist vom Gesamtpaket überzeugt: „Das ist ein digitaler Ansatz, den noch keiner hat. Wir optimieren damit das gesamte Lieferketten-Management.“ Momentan arbeitet Service Plus auch an einer Gäste-App, mit deren Hilfe der Gast Restaurants finden, einen Platz reservieren, Bestellungen tätigen und mobil bezahlen kann.

Neubert, der Wirtschaftsingenieurwesen/Informationstechnik an der Hochschule Hof studiert hat, verfügt trotz seiner erst 34 Jahre schon über ordentlich unternehmerische Erfahrung. 2006 übernahm er die Hofer Novere GmbH, die auf Software-Lösungen spezialisiert ist. Er ist ein Tüftler. „Es ist wichtig, immer Dinge zu hinterfragen. Das gibt mir den Ansporn, Neues zu entwickeln.“ Der berühmten Spruch „Das haben wir schon immer so gemacht“, der sei für ihn und seine zwölf Mitarbeiter tabu, sagt er. „Ich will, dass jeder nachdenkt, wie uns maßgeschneiderte Lösungen für unsere Kunden gelingen.“

Thomas Meuche lehrt Betriebswirtschaftslehre an der Hochschule Hof. Er berät Sparkassen, Genossenschaftsbanken und mittelständische Unternehmen in strategischen Fragen. Einige Jahre war er auch Aufsichtsratschef der VR-Bank Bayreuth. Es hat ihn gereizt, beim Start-up Service Plus einzusteigen. „Die Digitalisierung ist ein spannendes Thema. Es gibt so viele Chancen. Man muss sie nur nutzen“, betont Meuche.

Nicht bewertet

Anzeige