Diese Werber sind wirklich vom BRK

 

Dem BRK geht es wie vielen Organisationen, die von ehrenamtlichem Bürgerengagement leben, so Tobias Schif, Pressesprecher des Kreisverbandes: „Wir suchen Fördermitglieder.“ Denn deren Zahl sinkt, Gegensteuern ist angesagt. Das BRK macht dies in Form einer Haustürwerbekampagne, sie läuft seit 10. Juli im Landkreis Bayreuth. Bisher ohne Probleme, sagt Schif.

Nun in Pegnitz angekommen

Doch jetzt ist sie in Pegnitz angekommen, „und da hatten wir verstärkt Anrufe von Bürgern, die wissen wollten, ob das alles mit rechten Dingen zugeht“. Was er bestätigen konnte, auch wenn er einen Haustürbesuch um 21.30 Uhr für „eher unglücklich“ hält.

Nicht länger als bis 20.30 Uhr

Der Kreisverband habe mit den Werbern gesprochen, habe ihnen mitgeteilt, das künftig zu unterlassen. „Wobei die gesagt haben, länger als bis 20.30 Uhr seien sie sowieso nicht unterwegs“, sagt Schif. Was die Pegnitzer vielleicht gewundert habe: „Da ist oft ein österreichischer Akzent vertreten, das hängt mit der Firma zusammen, mit der wir da zusammenarbeiten.“

Es handelt sich um das Unternehmen Kober, das seinen Hauptsitz in Aalen hat. Eine Art Marketingagentur, die flächendeckend schon für mehrere Verbände des Roten Kreuzes aktiv war: „Das ist ja alles nichts Neues, auch wenn es das bei uns schon länger nicht mehr gegeben hat.“

Einheitliche Kleidung, einheitliche Ausweise

Die Mitarbeiter dieser Firma sind in einheitlicher Garderobe unterwegs, „Poloshirts und Jacken wurden von uns gestellt“, sagt Schif. Wie auch die Ausweise in Gestalt einer Plastikscheckkarte, sie ähneln den Dienstausweisen des BRK-Personals. Durch einen „personellen Wechsel“ sei es allerdings versäumt worden, rechtzeitig weitere Karten zu bestellen: „Daher sind manche der Werber mit laminierten Ausweisen unterwegs, die tragen aber alle Stempel und Unterschrift von uns“.

BRK-Sprecher: Die effektivste Form der Werbung

Und warum ist das BRK nicht selbst auf Achse für diese Kampagne? Ganz einfach, so Schif: „Bei dem, was unsere Ehrenamtlichen neben ihrem Beruf an Stunden leisten, können wir sie nicht auch noch von Tür zu Tür schicken, das schaffen sie einfach nicht.“

Erfahrungswerte zeigten, dass diese Art der Werbung die effektivste sei und deutlich bessere Ergebnisse bringe als Anzeigen in den Medien oder Mitgliedsanträge in den Jahresbroschüren des BRK.

Geld geht ausschließlich an ehrenamtliche Kräfte

Das Rote Kreuz sei auf Fördermitglieder angewiesen, sagt Tobias Schif. Mit ihren Beiträgen werde nahezu ausschließlich die Arbeit ehrenamtlicher Kräfte im Rettungsdienst und bei der Wasserwacht unterstützt, so auch bei der BRK-Bereitschaft in Pegnitz, die demnächst in ihr neues Domizil am Dianafelsen umziehen wird. Und er betont: „Die Werber sind ausschließlich zu diesem Zweck unterwegs, es geht nicht um Geld- und Sachspenden, die dürften sie auch nicht annehmen.“

Auch Anrufe bei der Polizei

Übrigens: Auch bei der Polizeiinspektion Pegnitz haben sich einige Anrufer gemeldet und ihre Irritation über die Haustürbesuche bekundet, bestätigte ein Sprecher auf Kurier-Anfrage. Handlungsbedarf sah die Polizei jedoch nicht - weil eben alles mit rechten Dingen zugeht.

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Kommentare

Bei den vielen Betrügern die unterwegs sind, wo ein Normalobürger nicht mehr von offziellen Organisation unterscheiden kann ist die Reaktion der Bürger, wie in diesem Fall völlig richtig und absolut nachvollziehbar!