Die Ziele des neuen Universitätspräsidenten Stefan Leible

Was für ein Gefühl ist es, gerade zum Präsidenten der Uni Bayreuth mit 12.000 Studenten, über 2000 Beschäftigten und mehr als 200 Professoren ernannt worden zu sein? Stolz? „Nein“, sagt Leible und man glaubt es ihm: Stolz ist keine Kategorie, in der er denkt. „Ich bin entspannt.“

Drinnen im Saal und während der offiziellen Amtseinführung hatte Caroline Saalwächter ihrem neuen Präsidenten das schönste Kompliment des Tages gemacht. Während andere Redner seine wissenschaftlichen Leistungen, seine glänzende Karriere und sein tadelloses Engagement in der Hochschulleitung der Uni Bayreuth würdigen, macht es die Vorsitzende des Studierendenparlaments einfach: „Unser Präsident ist an Coolness nicht zu übertreffen.“ Weil er auf Rockmusik steht, weil er beim Tag der offenen Tür der Uni als DJ auflegt und weil er weiß, wie man mit Facebook umgeht.

Leible ist beliebt

Leible ist beliebt – bei den Studenten und auch bei den Honoratioren, auf dem Campus und in der Stadt. Weil er sogar nicht dem Klischee eines staubtrockenen Juristen entspricht, wie Oberbürgermeisterin Brigitte Merk-Erbe in ihrer Ansprache zur Präsidenteneinführung sagt. Weil er, der Norddeutsche, in Bayreuth seinen Platz zum Leben gefunden hat. Hier hat er studiert und promoviert, hier hat er nach kurzem Intermezzo an der Uni Jena einen Lehrstuhl an der größten, seiner rechts- und wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät übernommen. Hier ist er Vizepräsident für Internationale Angelegenheiten geworden. Und für den Menschen Stefan Leible noch viel wichtiger: Hier lebt er mit seiner Frau und seinen beiden Söhnen.

Und doch ist Leible eben nicht Everybodys Darling. Keiner, der allen nach dem Mund redet, der immer brav Erwartungen erfüllt. „Universität und Region“ – so hat er seinen Vortrag zum Amtsantritt beschrieben. Er hätte es sich leichter machen zu seinem Start. Er hätte abstrakt über exzellente Forschung, bessere Lehre und den Ausbau der Wissenschaftslandschaft in Deutschland philosophieren können und wäre anschließend wohl als großer Denker gefeiert worden. Der neue Präsident spricht stattdessen über die Universität Bayreuth und was sie für die Region tun kann. Und erweist sich damit als Pragmatiker. Er legt sich fest und geht ein Risiko ein: An dem, was er da zu seinem Amtsantritt sagt, wird man ihn in sechs Jahren, wenn er mit 56 Jahren wiedergewählt werden will, mit Sicherheit messen.

Fünf Punkte sind es, die sich Leible selbst aufgibt:

  • Aufbau eines weiteren Gründerzentrums
  • Ausbau der außeruniversitärer Forschungseinrichtungen
  • Strategische Allianzen mit anderen Hochschulen
  • Wissenschaftliche Weiterbildung für Mitarbeiter in Unternehmen
  • Die gesellschaftliche Rolle der Universität wahrnehmen.

Die Schonzeit,  das weiß Leible, wird bald vorbei sein. Im vergangenen halben Jahr, seit dem plötzlichen Tod von Rüdiger Bormann, hat die Hochschulleitung mit Leible, seinen Vizepräsidentenkollegen Stefan Jablonski und Hans-Werner Schmidt und Kanzler Markus Zanner Mannschaftsgeist bewiesen. Dafür gibt es bei der Amtseinführung des Präsidenten viel Lob. Jetzt aber muss die Uni zum Normalbetrieb zurückkehren, oder wie Kanzler Zanner es formuliert: „ Keine Gnade, jetzt geht es in die Vollen.“


Einen ausführlichen Beitrag lesen Sie in der Mittwochsausgabe (31. Juli) des Nordbayerischen Kuriers.

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Früher hieß so eine Veranstaltung "Inauguration"!