"Die Welle" wird in Plech gezeigt

Die 17-Jährige macht eine Ausbildung als Verwaltungsfachangestellte in Lauf. Mit der Schauspielerei hatte sie bisher wenig zu tun. Zwar gab es in der Pegnitzer Realschule, wo sie die Schulbank drückte, eine Schauspielgruppe. Sie hat dort allerdings nicht mitgemacht. "Gut. Bei einem Krippenspiel oder bei einem Musical war ich schon mal mit dabei, aber sonst habe ich damit keine Erfahrung", sagt sie.

Theaterpädagogin und Jugendbeauftragte

Sie ist zu ihrer Rolle bei diesem Theaterstück durch ihre Mutter Anja gekommen. Heike Fender, eine Theaterpädagogin und Jugendbeauftragte der Arbeitsgemeinschaft Mundarttheater, hat ihre Mutter, die Vorsitzende des Plecher Heimatvereins, angeschrieben, ob sie jemanden kenne, der da mitmachen möchte und, ob sie eine Rundmail starten könne. "Es gibt Filme, bei denen ich dachte, dass ich da auch gerne einmal spielen würde. Und 'Die Welle' ist einer dieser Filme", so Heisinger. Sie bewarb sich und wurde genommen.

Eine wahre Begebenheit

Man muss wissen, dass dieser Film auf einer wahren, erschütternden und nachdenklich machenden Begebenheit beruht. Es war ein Experiment, das der amerikanische Geschichtslehrer Ron Jones mit seinen Schülern 1967 durchführte - ohne dass die Schüler etwas davon wussten. Als er eine Stunde über den Nationalsozialismus abhielt, kamen Fragen auf, wie es sein konnte, dass so viele Deutsche aus allen Bevölkerungsschichten da mitmachten und sich so beeinflussen ließen. In dem Experiment ging es schließlich darum, dass er seine Schüler manipulierte und soweit brachte, dass sie eine "Elite" bildeten, die keine anderen Meinung mehr zuließ und alle anderen, die andersdenkend waren, verfolgten. Das Experiment endete in einem Desaster.

In der heutigen Zeit wieder aktuell

"Ich finde, dass dieses Thema gerade in der heutigen Zeit wieder sehr aktuell ist. Man muss nur an die ganzen Demonstrationen auf den Straßen denken. Wo Tausende von Menschen sich beeinflussen lassen und einem fremdenfeindlichen Bild hinterher laufen", so Heisinger. Der Inhalt des Stückes liegt der jungen Frau am Herzen. Das Stück ist für Schüler ab der vierten Klasse gedacht. Doch vor dem Hintergrund, dass immer mehr erwachsene Menschen sich von sogenannten Wortführern zur Fremdenfeindlichkeit und Feindlichkeit gegenüber anders Denkenden hinreißen lassen, sollten es sich Erwachsene anschauen, meint Milena.

"Lasse ich mich nicht blind beeinflussen"

"Im Gegensatz zu Kindern wissen die doch genau, was da passiert ist." Lässt sich die Protagonistin auch leicht beeinflussen? "Teils, teils. Wenn es sich mit meinen Werten vereinbaren lässt, dann lasse ich mich auch einmal überzeugen und beharre nicht starr auf meinem Standpunkt. Aber mit Sicherheit lasse ich mich nicht blind beeinflussen, ohne nachzudenken."

Nach sieben Probenwochenenden fand die Premiere am 14. Oktober in Nürnberg statt. Allerdings war es für Milena nicht einfach, die Proben mit ihrer Ausbildung unter einen Hut zu bringen. Bevor sie sich überhaupt beworben hatte, schaute sie, ob sich die Proben, die in Rothenburg oder Gunzenhausen stattfanden mit ihrem Blockunterricht vereinbaren ließen. "Aber das ging ganz gut. Besonders deshalb, weil ich bei den Aufführungen keine so große Sprachrolle habe. Meine Rolle hatte ich schnell gelernt. Und wir wurden auch super betreut", sagt Heisinger.

Beim ersten Auftritt in Nürnberg war sie aufgeregt: "Da hatte mir das Herz schon gepocht. Aber jetzt hat es sich eingespielt." In ihrem Heimatort Plech, wo die Welle jetzt am kommenden Samstag und Sonntag hoffentlich einige Wellen schlagen wird, könnte es aber nach eigenen Angaben schon wieder anders ausschauen. Denn dort kennt sie sehr viele Leute. Und Bekannten von der Bühne aus ins Gesicht zu schauen sei doch wieder etwas anderes, als Unbekannte vor sich sitzen zu haben.

Info:

Die Welle wird am Samstag um 19.30 Uhr (Einlass 18.30 Uhr) und Sonntag um 15 Uhr (Einlass 14 Uhr) in der Plecher Mehrzweckhalle aufgeführt.

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