Die Sorge um die Schwächsten

Seitdem laufen Eltern Sturm. Petra Kresin-Cordts, stellvertretende Vorsitzende des Kinderschutzbundes Bayreuth sagt: "Das SPZ ist eine wichtige Einrichtung geworden und die hohe Nachfrage zeigt den großen Bedarf." Und: "Seit mehr als 30 Jahren begleitet der Kinderschutzbund die Entwicklung der Kinderklinik. Als uns 2015 das Konzept des SPZ vorgestellt wurde, haben wir das als einen wichtigen Baustein für die Versorgung der kranken Kinder in unserer Region sehr begrüßt. Damit gibt es nun auch für die ambulante Diagnose und Behandlung eine zentrale Anlaufstelle."

Hilfe seit 2013

Die Klinikum Bayreuth GmbH verfügt seit zwei Jahren über ein Sozialpädiatrisches Zentrum. Ambulant werden hier behinderte Kinder mit komplexen Entwicklungsstörungen, aber auch Kinder vor und nach kinderorthopädischen Spezialeingriffen und Kinder mit cerebralen Anfallsleiden (Epilepsie) betreut. Ein interdisziplinäres Gremium aus Ärzten, Therapeuten und Psychologen sitzt gemeinsam an einem Tisch und berät, wie dem jeweiligen Kind mit seinen teilweise sehr speziellen Problemen zu helfen ist.

Nur eine Zulassung

Eine Zulassung gab es allerdings nur für die Betriebsstätte Hohe Warte. "Grund dafür ist das spezielle Behandlungsangebot gerade im orthopädischen Bereich", erläutert Schmälzle. Aus praktischen Gründen hatte man allerdings von Anfang an ein entsprechendes Angebot auch im Klinikum vorgehalten, der kürzeren Wege wegen. "Mangels Zulassung erbringt die Klinikum Bayreuth GmbH die Leistungen im Rahmen bestehender Strukturen," sagt Schmälzle.

Petra Kresin-Cordts dagegen fürchtet weite Fahrstrecken für die ohnehin schon hoch belasteten Familien und viele einzelne Facharzttermine mit entsprechenden Wartezeiten. "Eine Stunde Fahrzeit hält die Kassenärztliche Vereinigung (KV) aber für zumutbar", sagt Schmälzle. Die nächsten Einrichtungen sind in Erlangen, Bamberg und Weiden. "Ein Widerspruch gegen die Entscheidung bringt nichts. Wir haben den Zulassungsbescheid maximal ausgereizt."

Kein Verständnis

Marina Fleischmann, Mutter des zweijährigen Emil, der an Mukopolysaccharidose (MPS), einer unheilbaren Krankheit leidet, hat dafür kein Verständnis. Dank einer Knochenmarktransplantation sei es zwar gelungen, die geistige Rückentwicklung des Jungen aufzuhalten, doch er muss nach wie vor intensiv medizinisch und therapeutisch betreut werden. Einmal im Monat war Marina Fleischmann bisher im SPZ. Die Einrichtung kennt und schätzt sie von Anbeginn. "Ich verstehe nicht, warum man die Infrastruktur mit dem Kinderklinikum nicht weiter nutzt." Und Petra Kresin-Cordts appelliert an die Verantwortlichen: "Behalten Sie das Wohl der kranken Kinder im Blick."

Entscheidung im September

Frank Schmälzle spricht von einem „laufenden Entscheidungsprozess in unserem Haus, an welchem der beiden Standorte das SPZ künftig seine Leistungen anbieten soll. Im September wird der Aufsichtsrat erneut tagen.“ Und er ergänzt: „Für beide Standorte gibt es sehr gute Argumente, das heißt auch: Wenn die Entscheidung für einen Standort gefallen sein wird, werden wir vor der Aufgabe stehen, die Nachteile, die aus einem nicht mehr weiterzuführenden Standort erwachsen, auszugleichen."

Nicht bewertet

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Kommentare

Sind sich da eigentlich alle im Klinikum einig???
Dies zeigt wieder einmal welchen Stellenwert behinderte Kinder in Deutschland haben und welche weltfremden Entscheidungen vermutlich aus Kostengründen da getroffen werden. Diese Entscheider haben keinerlei Augenmaß und wissen nicht was Eltern mit behinderten Kindern jeden Tag aufs neue durchmachen müssen. Die Politik ist völlig desinteressiert und hat nur noch Augen für unsere Neubürger, für die werden alle finanziellen Mittel zur Verfügung gestellt, weil eine Frau in Berlin das so will! Diese Regierung sollte sich für ihr aktuelles Handeln so was von schämen, wie hier gerade im reichen Deutschland Behinderte Menschen diskriminiert werden!


Was bitte hat das mit dem Artikel zu tun?
Sehr guter Beitrag, Realist! Danke, das ist auch meine Meinung!
Ändert nichts daran, dass er nichts mit dem Artikel zu tun hat.
"Die Politik ist völlig desinteressiert und hat nur noch Augen für unsere Neubürger, für die werden alle finanziellen Mittel zur Verfügung gestellt, weil eine Frau in Berlin das so will! Diese Regierung sollte sich für ihr aktuelles Handeln so was von schämen, wie hier gerade im reichen Deutschland Behinderte Menschen diskriminiert werden!"
Diese Sätze sind so extrem allgemein ausgedrückt nicht haltbar.
...erst mal durchatmen, dann nachdenken, dann schreiben. Was haben diese AFD Parolen mit der Sachlage zu tun? Nichts. Wer sagt, "alle anderen sind schuld, ich habe DIE Lösung" (so klingts bei der AFD) der ist leider KEIN Realist. Die Welt ist wesentlich komplexer. Deshalb ist das, was da läuft, nicht von sich aus gut. Demokratie lebt davon, dass man seinen Mund aufmacht, aber dann auch Lösungen anbietet und mitdenkt. Keine tumben Rundumschläge, bitte.
Mein Kommentar hat sehr wohl etwas mit dem Artikel zu tun! Auch mein Kind gehört zu den im Artikel erwähnten Schwächsten und muss u.a auch regelmäßig nach Erlangen dort ins SPZ, weil es bisher in Oberfranken keinerlei solche Einrichtungen gab! Also ich weiß sehr genau um was es hier geht ! Die plöden Sprüche zwecks AFD-Parolen gehören hier überhaupt nicht hin und haben übrigens nichts mit dem Thema zu tun! Die Realität sieht mal so aus, dass die Politik ausser Willensbekundungen nichts für all diese Schwächsten in unserer Gesellschaft nichts übrig hat. Sicherlich geht es eben bei diesen Entscheidungen einer Klinik u.a auch um wirtschaftliche Entscheidungen aber als Anstalt öffentlichen Rechts wiederum auch um politische Entscheidungen!
Richtig Realist! Es geht auch bei Institutionen wie dem Klinikum sehr sehr oft um reine wirtschaftliche Entscheidungen. Und in dem Moment, wo diese Entscheidungen von Politikern getroffen werden, ist es sehr wohl eine gesellschaftliche Entscheidung. Egal wo in der Politik Entscheidungen getroffen werden, geht es meistens immer um Geld, Posten und Macht. Die aller wenigsten Entscheidungen werden zu Gunsten einer Minderheit getroffen. So ist es.
Wollten Sie beide zum jetzigen Zeitpunkt nicht irgendwo im Süden sein? Versprochen hatten Sie's doch!
Stimmt Grossvater :-) Stellen sie sich vor... Auch im Süden Europas gibt es mobiles Internet via LTE oder Wlan. So kann man auch im Urlaub ganz entspannt den NBK schmökern und fleißig das aktuelle Geschehen kommentieren. Beste Grüsse aus meinem Urlaub. Von meinem Smartphone geschrieben ;-)
Grossvater, stellen Sie sich vor, auch im Süden gibt es mobiles Internet ;-)
Na dann wünsche ich Ihnen beiden weiterhin einen schönen Urlaub.
Vor allem sollten Sie versuchen zu entspannen.
Da ist die Lektüre und Kommentierung solcher Artikel nicht sonderlich hilfreich.
Also dann bis nach der Wahl...
Ach ich bin total entspannt Grossvater. Das mache ich so nebenbei wenn ich bei 32 Grad das schöne Wetter hier genieße. Alles kein Problem. Aber bis nach der Bundestagswahl kann ich leider nicht hier verweilen, da auch ich wieder Arbeiten muss um Geld zu verdienen, damit ich mir meinen nächsten wohlverdienten Urlaub gönnen kann ;-) Außerdem muss ich ja meine Stimme am 24. September abgeben. Ist ja schließlich Unsere Bürgerpflicht. Aber dies nur am Rande...Hat ja nichts Mut dem eigentlichen Thema zu tun :-)
:-) Da beneide ich Sie jetzt aber!
Kommen Sie also gesund und gut erholt wieder, damit Sie am 24. 9. Ihr Kreuz nicht versehentlich an der falschen Stelle machen...
Danke Danke. Das werde ich bestimmt. Und nein. Meine beiden Kreuzchen werde ich bestimmt an der richtigen Stelle machen. Naja obwohl....das werde ich ja erst nach der Wahl Sehen, ob es gepasst hat oder nicht :-)