Die Reise-Süchtigen

Nach der Reise ist vor der Reise – das ist die Devise, nach der das junge Paar leben. In ihrem Wohnzimmer hängt über dem Fernseher eine große Landkarte. Nach jeder Reise können sie ihr Urlaubsland freirubbeln, darunter werden dann Stadt- und Flussnamen sichtbar. Ihr Ziel: Jedes Land der Erde zu bereisen. Aber tricksen gilt nicht. „Es zählen nur die Länder, in denen wir gemeinsam mindestens ein Tag lang waren“, sagt Arndt. Also auch keine Zwischenstopps, wie Markhof ergänzt.

 

Seit elf Jahren sind die beiden miteinander auf der ganzen Welt unterwegs. Da ist die Rollenverteilung mittlerweile klar: Arndt, die zwischen den Reisen für das Zentrum Bayern Familie und Soziales arbeitet, organisiert die Reise und gibt den Lesern Tipps, was sie bei der Planung beachten müssen. Kleidung, Ausflugstipps, Besonderheiten. Markhof ist Mediengestalter bei einer Werbeagentur in Bayreuth und leidenschaftlicher Fotograf. Seine Aufgaben: Atemberaubende Bilder schießen, bearbeiten und den Lesern Tipps für das perfekte Urlaubsfoto geben. So erklärt Markhof nach dem Island-Urlaub, dass Polarlicht-Bilder nur dann gut werden, wenn man eine manuell einstellbare Kamera hat, bei der man Blende, ISO und Belichtungszeit verändern kann.

Denn Fotos haben auf den Reisen der beiden einen hohen Stellenwert: Sie machen Sonnenaufgangs- und Sonnenuntergangs-Shootings, suchen nach Polarlichtern, fotografieren Menschen und Tiere die ihren Weg kreuzen und Ausflugsziele. Aber erst nach dem Urlaub werden die Bilder bearbeitet und die Texte geschrieben, denn „wenn man das ganze Jahr arbeitet, will man die drei Wochen Urlaub auch einfach mal genießen“ – sie „reisen nicht, um zu bloggen“.

Obwohl die Bilder so aussehen, als seien sie spontan entstanden, steckt dahinter viel Arbeit: Für jedes Foto, das auf dem Blog landet, stehen die beiden mehrmals Model. Sie stehen früh auf und suchen bis weit nach dem Sonnenuntergang nach dem perfekten Fotomotiv. Für das perfekte Foto des perfekten Paars im perfekten Urlaub.

Wenn sie redet, beendet er ihre Sätze. Wenn er etwas sagt, ergänzt sie das Gesagte um einen weiteren Gedanken. Dass Reisen nicht immer nur Vergnügen ist, merkten die beiden vor zwei Jahren. Sie waren ein Jahr lang mit dem Auto quer durch Australien unterwegs. Eine gute Bewährungsprobe, denn, „wenn man ein Jahr lang als Paar auf drei Quadratmeter im Auto überlebt, schafft man alles“. Spätestens seit dieser Reise sind sie „süchtig nach der Freiheit und nach dem Reisen.“ Reisesüchtig - Travel addicted.

Seither rollen sie die Welt „von hinten auf“, wie sie es nennen: Angefangen mit Neuseeland und Australien tasten sie sich immer näher an Europa heran. „Die nähere Region wird erst später in unserem Leben eine Rolle spielen“, sagt Arndt. Auf den Reisen essen die beiden alles, was die Landesküche zu bieten hat. Außer Hákarl. Das isländische Gericht aus geräuchertem Haifleisch war selbst der experimentierfreudigen 29-Jährigen zu viel. Das Fleisch rieche stark verwest. „Und das riecht noch besser, als er schmeckt“, sagt Markhof. Viel lieber mag er die deutsche Küche. Braten, Schäufele, Schnitzel. Doch selbst im Hofbräuhaus in Sydney schmecke es ihm nicht so gut wie das Essen, das seine Eltern für ihn gekocht haben, als er noch ein Kind war.

Am Mittwoch, 11.Oktober, halten die beiden Reiseblogger einen Vortrag über ihre Südostasien-Reise. Von 20 bis 22 Uhr erfahren Reiselustige im Brausaal der Maisel-Erlebnis-Welt alles, was sie über die Länder wissen müssen. 

 

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