Die Nacht der hohen Absätze

“Und wir sind ausverkauft. Das ist nicht selbstverständlich”, freut sich Professor Dr. Markus Kurscheidt, der mit seinen Sportökonomie-Studenten in einer Projektarbeit den Ballabend geplant und organisiert hat. Und der auch in diesem Jahr wieder auf einen kräftigen Überschuss hofft, der gespendet werden kann. “Wir gewinnen mit jedem Ball”, sagt er und meint nicht nur die finanzielle Seite. Und er macht den vielen Gästen Hoffnung, dass der zweite Ball des Sports nicht der letzte sein wird.

Sportförderung

Der finanzielle Überschuss des Charity-Balls geht in die Sportförderung. Damit Vereine bei ihrer großenteils ehrenamtlichen Arbeit unterstützt werden können. Besondere Unterstützung erhielt beim Ball des Sports der Verein Bananenflanke. Er bekam am Samstag den vom Kaufhaus Karstadt gestifteten Kurier-Sportförderpreis in Höhe von 500 Euro überreicht. Ziel des Vereins ist es, Kinder und Jugendliche mit Behinderung durch Fußball zu integrieren. Ins Leben gerufen wurde das Fußball-Projekt von Round Table in Zusammenarbeit mit Spielvereinigung Bayreuth und dem Heilpädagogischen Zentrum. 

Lob

Oberbürgermeisterin Brigitte Merk-Erbe macht das, was eine Oberbürgermeisterin an solchen Abenden macht. Sie lobt das Engagement der Bayreuther Sportler (“das vergangene Jahr war sehr erfolgreich”), die Arbeit des Sportkuratoriums (“das sich mit viel Herzblut eingebracht hat”) - und zum Schluss gesteht sie, dass ihr eigenes sportliches Engagement momentan etwas zu kurz kommt. Und die Gäste erfahren von Mainwelle-Moderator Christian Höreth, “dass sich die OB ihre Eintrittskarten für die Bayreuther Sportveranstaltungen selbst kauft”. “Warum sollte sie es auch nicht tun?”, kommentiert einer der Gäste - allerdings ohne Mikrofon.

Stargast des Abends

Der Doppel-Olympiasieger im Feldhockey und Stargast des Abends, Maximilian Müller, erinnert sich gerne an sein Studium und die Zeit in Bayreuth. Allerdings, sagt er: “Ich habe in Nürnberg gewohnt und deshalb nur wenige der legendären Abende in der Rosi erlebt." Sieben Jahre hat er in Bayreuth studiert, die Einladung, mit seiner Frau Annalena zum Ball des Sports zu kommen, hat er sofort angenommen. “Ich habe gerne hier studiert."

Müller, der als Kapitän der Hockey-Nationalmannschaft in Peking und London für Deutschland olympisches Gold erspielt hat, muss sich hinter seinen sportlichen Leistungen nicht verstecken. Dass aber auch Ausnahmesportler wie er manchmal im Schatten der Eltern stehen, berichtet er den Ballgästen mit einer kleinen Anekdote. Den Weg zum Hockeysport fand Müller über seinen Vater Martin, der nicht nur Feldhockey, sondern auch Eishockey spielte und einer der erfolgreichsten Eishockeyspieler Nürnbergs ist. Dort werde er manchmal wie folgt angesprochen: “Sind Sie Max Müller?” “Ja, der bin ich.” “Ihren Vater finde ich so toll.” 

Barfuß oder High Heels

Die Ehrung der besten Sportler und der Mannschaft des Jahres geben dem Programm den feierlichen Rahmen. Zwischen den Tanzeinlagen bekommen die Gäste atemberaubende Breakdance-Einlagen, Tanzdarbietungen in übergroßen Luftballons und Akrobatik präsentiert. Und ganz zum Schluss wird im oberen Teil der Stadthalle bei den aktuellen Charts auch die ein oder andere Krawatte und Fliege in der Tasche verstaut. Es sollen auch ein paar High Heels ganz allein am Rand der Tanzfläche gesichtet worden sein. Barfuß rockt es sich besser und die Sportschuhe kommen erst am Montag wieder an die Füße.

Nicht bewertet

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Kommentare

Es wäre von Herrn Renners ganz schön gewesen, wenn er in seinem letzten Absatz die Namen der besten Sportler erwähnt hätte (dass die LSG Mannschaft des Jahres wurde konnte man ja bereits im Kurier lesen)
Hallo Erdball,
hätte Herr Renners das getan, hätte ich ja nichts mehr zu schreiben gehabt. Und wir Sportler wollen doch auch etwas tun. :-) Hier finden Sie den Artikel über die Sportlerin des Jahres:
http://www.nordbayerischer-kurier.de/nachrichten/katja-ulbrich-ist-sportlerin-des-jahres_438591

Schöne Grüße
Torsten Ernstberger aus der NK-Sportredaktion
"Den Weg zum Hockeysport fand Müller über seinen Vater Martin, der nicht nur Feldhockey, sondern auch Eishockey spielte und einer der erfolgreichsten Eishockeyspieler Nürnbergs ist."
Recht lieblos aus "Wikipedia" rauskopiert.
Hätte ein Insider dem Redakteur, der es ja als Westfale schwerlich wissen kann, vielleicht flüstern sollen, dass Müllers Vater Martin und sein Onkel Thomas ab Beginn der 80er Jahre Heroen des B a y r e u t h e r Eishockeys waren.
Das hätte die Geschichte abgerundet!