Die Museumsnacht kommt wieder

Geld und Licht: Der Gewerbesteuersatz wird von 390 auf 370 Punkte gesenkt. Stadtrat Tim Pargent spricht für die Grünen dagegen. Es sei weder gerecht noch verantwortungsvoll. Die Stadt verzichte auf etwa vier Millionen Euro und das, obwohl Ausfälle bei den Straßenausbaubeiträgen bevorstünden, dazu eine steigende Bezirksumlage, massive Investitionen in den Erhalt der Schulen und eine drohende Rückzahlung von Gewerbesteuereinnahmen. Wer meint, dass es nach der guten Konjunktur so weiter gehe wie bisher, der sei naiv und ahistorisch, sagt Pargent. Die Stadt rolle lediglich den großen internationalen Unternehmen den roten Teppich aus, nicht den kleinen Handwerksbetrieben. Michael Hohl (CSU) widerspricht vehement. Kleinen und mittleren Betrieben täte ein hoher Gewerbesteuersatz sogar mehr weh als den ganz großen. „Ungerecht wäre vielmehr, wenn wir in Zeiten, in denen uns Firmen so viele Handlungsmöglichkeiten geben, wir ihnen nicht entgegen kämen“, sagt Hohl. Und Wolfgang Gruber sagt: „Wenn Pargent über Steuern spricht, dann ist es, als spräche der Blinde übers Licht.“ Für sein Med-Center mache die Senkung der Gewerbesteuer so viel aus, wie zwei Personalstellen kosten. Von der IHK heißt es am Tag danach: „Die Stadt Bayreuth zeigt, dass ein Herz für Unternehmer hat.“

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Apropos Licht: Das Kunsteisstadions soll auf LED-Beleuchtung umgerüstet werden, die Oberfrankenhalle und der Sportpark ebenso. Insgesamt stehen dafür rund 750.000 Euro bereit. Im Hans-Walter-Wild-Stadion setzt man beim Flutlichtbau dagegen auf herkömmlich Halogenlampen. Der Mehraufwand wäre etwa eine Million Euro teuer – so viele Spiele könnte die Spielvereinigung, so sie denn eines Tages in die Dritte Liga aufsteigt, gar nicht absolvieren, dass sich das lohnt. Weil noch gar nicht feststeht, ob die Spielvereinigung aufsteigt und das Flutlicht überhaupt braucht, stehen erst einmal nur 120.000 Euro an Planungskosten bereit. 1,4 Millionen Euro stehen bereit, um im Stadion eine Gegentribüne mit Stehränge zu bauen. Für einen zweiten Fluchtweg für Besucher des VIP-Bereichs im Stadion stehen 50.000 Euro bereit. Thomas Bauske (SPD) schimpft: Seit Jahren schieben wir den Bau von zweiten Rettungswegen in einigen schulen vor uns her und das hat plötzlich Priorität?“ Der Leiter des Hochbauamts, Stefan Bouillon, hält dagegen. An RWG, Lerchenbühl- und Graserschule, also dort, wo die Not am größten ist, habe man für behelfsmäßige Fluchtwege gesorgt.

Bauen macht Schule: Etliche Schulen sollen demnächst saniert werden. Für viele, wie die Volksschule Herzoghöhe, die Luitpoldschule, die Volksschule Meyernberg, die Hauptschule St. Georgen, das WWG, das GCE, das RWG die Kleinschwimmhalle des GMG, die Fach- und Berufsoberschule und die Alexander-von-Humboldt-Realschule werden zunächst einmal Gelder zur Planung bereitgestellt. Andere Sanierungen sollen in diesem Jahr schon angefangen oder gar abgeschlossen werden. Die Wirtschaftsschule, die Gewerbliche Berufsschule, die Graserschule und die Albert-Schweitzer-Schule zum Beispiel. In vielen Fällen geht es um Investitionen in den Brandschutz, häufig sind Teilsanierungen nötig, manchmal auch eine Generalsanierung. Insgesamt zehn Millionen Euro wird die Graserschule in den nächsten Jahren verschlingen, davon 1,2 Millionen in diesem Jahr. Das teuerste Schulprojekt ist sie damit aber nicht. Über 12 Millionen Euro wird die Albert-Schweitzer-Schule kosten, davon heuer alleine zwei Millionen. In vielen anderen Schulen geht es aber auch um kleinere Beträge, die sich allerdings auch läppern. Für 50.000 Euro soll die Hauptschule St. Georgen einen Beachvolleyballplatz bekommen. Der Platz muss nun, entgegen früherer Planungen, auf dem Gelände verschoben werden, weil eine alte, schützenswerte Eiche im Weg steht. Dafür müssen jetzt zwei Linden fallen. Insgesamt will die Stadt für Bauarbeiten an Schulen heuer 7,5 Millionen Euro ausgeben.

Fett weg: Es ist eine der größten Gaststätten der Stadt – und sie bekommt einen neuen Bierlift. Das Oskar braucht eine neue Anlage, mit dem die angelieferten Bierfässer der Brauerei in den Keller gebracht werden können. Der alte soll in einem desolaten Zustand sein und eine Gefahr für die Mitarbeiter darstellen. Dazu kommt: Die Gaststätte serviert mittlerweile täglich gut 700 Essen. Der Abscheider in der Brautgasse, der dafür sorgt, dass das dabei verwendete Fett nicht in den Kanal läuft, ist aber nur auf 200 Essen ausgerichtet. Weil der Stadt das Gebäude gehört, wird sie das 260.000 Euro kosten.

Was tun, wenns brennt? Was brauchen die Feuerwehren im Stadtgebiet, um auch in Zukunft gut ausgerüstet zu sein? Einiges, findet Stadtrat Stefan Schuh und verweist auf ein Einsatzfahrzeug der Wehr von St. Johannis, dessen Karosse nach 30 Dienstjahren derart marode sei, dass sie unter dem Druck eines Finger nachgebe und auseinanderbreche. Derzeit werde ein Feuerwehrbedarfsplan ausgearbeitet, der dem Stadtrat nach der Sommerpause vorgelegt werden soll, heißt es aus der Stadtverwaltung. Damit dann schnell reagiert werden kann, stehen schon einmal 500.000 Euro bereit. Dagegen sprechen sich die Grünen aus. Weil man das Ergebnis der Erhebung doch bitte erst einmal abwarten solle.

Nachts im Museum: Nach die Museumsnacht im vergangenen Jahr nicht stattfand, soll es sie in diesem Jahr wieder geben. Und zwar am 27. Oktober, dem Wochenende der Zeitumstellung also. Allerdings zeichnet nicht mehr das Kulturamt der Stadt dafür verantwortlich, sondern ein externes Veranstaltungsbüro. Entsprechend spart sich die Stadt einen Großteil der rund 40.000 Euro, die bisher für Ausrichtung und Werbung notwendig waren. Die Liste der teilnehmenden Museen werde gerade erstellt, heißt es auf Nachfrage.

Immer im Kreis: Im Stadtteil St. Johannis, dort, wo die Königsallee auf Eremitenhofstraße und Ochsenhut trifft, soll ein Kreisel gebaut werden. In der Vergangenheit hat es dort oft gekracht. Auf die Idee gebracht, das Problem mit einem Kreisel zu lösen, hat die Stadträte vor zwei Jahren eine Frau – bei der Bürgerversammlung in St. Johannis. In diesem Jahr wird das aber noch nichts. Im nächsten Jahr sollen 300.000 Euro bereit gestellt werden.

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