Die Kunden bei der Stange halten

Es gehe nicht darum, sich mit dem staatlichen Bauamt oder der Stadt anzulegen, sagte Sportpoint-Betreiber Martin Pepiuk bei einem Treffen der Anrainer am Montagabend im Café Bär. Denn: „Irgendwann muss so eine Sanierung halt mal sein. Und wenn die Kanalisation kaputt ist, dann ist sie das eben.“ Lösungswege ließen sich nur miteinander finden. „Wir entwickeln ja nicht etwas gegen die Stadt, sondern für die Bürger“, so Pepiuk. Ähnlich sieht das auch Christina Wellhöfer, Vorsitzende des Vereins Unser Pegnitz: „Viele kleine Maßnahmen können am Ende viel bewirken.“

Es geht um die Erreichbarkeit

Das gelte auch für das Hauptproblem, dass die Händler sehen – ihre Erreichbarkeit. Wellhöfer und ihre Mitstreiter haben in der Innenstadt flächendeckend Unterschriftenlisten ausgelegt. Bürger sollen sich eintragen, um das Ansinnen der Händler zu unterstützen: Das Zentrum der Stadt soll auch in der Zeit der sechswöchigen Vollsperrung in den Sommerferien ohne allzu große Umwege anfahrbar sein. Die Resonanz sei enorm, „da zeigt sich, wie viele treue Kunden wir eigentlich haben“, so Wellhöfer.

Linksabbiegen ein Muss

Sie plädiert weiterhin für eine Änderung der Ampelschaltung und der Verkehrsführung am Knotenpunkt Karmühlbrücke. Um ein Linksabbiegen von der Schlossstraße in die Hauptstraße zu ermöglichen. Oder auch in die Badstraße. Denn auch die soll stadtauswärts gesperrt sein, die Umleitung über die Bahnhofstraße führen. Wellhöfer: „Ich habe schon zigmal nachgefragt, warum eine andere Schaltung nicht möglich ist, eine echte Erklärung habe ich noch nicht bekommen“, sagt Wellhöfer. Die Hoffnung will sie nicht aufgeben.

Warum nicht über den Pep-Parkplatz?

Heike Linder-Fiedler von der Metzgerei Dörfler-Fiedler an der B2 hat eine Anregung: Warum den Verkehr nicht von der Badstraße über den Parkplatz zwischen dem ehemaligen Pep-Einkaufszentrum und dem früheren Kaufhaus K&P Richtung Bahnhofsteig lenken, „von dort käme man dann problemlos zur Innenstadt“. Rein rechtlich müsste das funktionieren, „denn der Grund, um den es geht, gehört der Stadt“.

Über Neudorf und Willenberg

Und auch für die Nürnberger Straße sieht sie eine gute Chance, wie sich vor allem Auswärtige – „die Einheimischen wissen schon, wie sie fahren müssen“ – aus Richtung Autobahn zu den Geschäften gelotst werden können: Von Neudorf über Willenberg bis zum Schmidpeunt – „von dort kann man auch ohne Schwierigkeiten weiter gen Bayreuth fahren“.

Geld in die Hand nehmen

Doch das müsse in die Köpfe der Bürger, das müsse gut beworben werden. Mit einer entsprechenden Beschilderung. Mit Bannern an beiden Zufahrten zur Großbaustelle. Mit Plakaten und Flyern, auch mit Anzeigen in den Medien. „Dafür müssen wir schon auch etwas Geld in die Hand nehmen“, so Martin Pepiuk. Was ihn freut: Alle ziehen an einem Strang, keiner schließe sich aus.

Schwerlastverkehr fernhalten

Detailfragen gelte es noch einige zu klären, waren sich die Geschäftsleute einig. Etwa mit Blick auf die Kettengasse und die Zufahrt zum Wiesweiherparkplatz – eine Einbahnstraße, die während der Bauphase in beide Richtungen befahren werden darf. Da werde es eng, da müsse man den Schwerlastverkehr durch Verbotsschilder fernhalten.

Parkplätze am Wiesweiher für die Kunden?

Was Heike Lindner-Fiedler am Herzen liegt: „Wir brauchen in dieser Zeit Parkplätze für unsere Kunden, die für eine Stunde mit Parkscheibe genutzt werden können. Wenigstens einen oder zwei Stellplätze pro Geschäft von 8 bis 18 Uhr.“ Und zwar auf einer der beiden Parkflächen neben der Wiesweiherhalle. Sie ist zuversichtlich, da bei der Stadtverwaltung Gehör zu finden, „Bauamtsleiter Manfred Kohl hat uns eh schon jede Unterstützung zugesagt“. Martin Pepiuk setzt auch auf Kreativität: „Wir werden da auf jeden Fall Baustellenaktionen machen, jeder muss natürlich selbst wissen, ob er sich da was einfallen lässt.“ Jedenfalls müssten die Geschäftsleute an ihre potenziellen Kunden Signale senden: „Dass wir auch in dieser Zeit erreichbar sind, dass sie uns treu bleiben sollen, dass sie auf uns bauen können.“ Und dass es gar nicht schlimm sei, mal zehn Minuten Zeitverlust durch Umwege in Kauf zu nehmen.

Am 8. Juni Treffen aller Beteiligten

Im Stadtrat hatte Bürgermeister Uwe Raab angekündigt, dass sich noch einmal alle Beteiligten an einen Tisch setzen werden: Vertreter des Rathauses, des staatlichen Bauamts und der Händler. Dieser Termin ist für den 8. Juni vorgesehen. Dann will Christina Wellhöfer auch die erwähnten Unterschriftenlisten überreichen. Um zu dokumentieren: Die Händler stehen mit ihren Wünschen nicht alleine da, die Verbraucher sehen das auch so.

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