Die einzigartige Gartenschau

„Die Gartenschau ist einzigartig. Von der Form her, der Lage und den Ausmaßen“, sagt Mirko Streich, der Pressesprecher der Landesgartenschau-Gesellschaft, bei einem Rundgang über das Gelände. „Eine Gartenschau mit einer Größe von 45 Hektar hat es bislang noch nicht gegeben.“ Ebenso laut Streich seit 1980, als es in Neu-Ulm die erste bayerische Landesgartenschau einzigartig: Dass man eine Fluss-Aue als Ausstellungsgelände hat, deren Hänge einbezogen werden können. „Man hat von fast jedem Punkt aus einen Überblick über das ganze Gelände.“ Zumindest, wenn man auf dem 1,2 Kilometer langen Auenbogenweg oder in einem der fünf Themen-Kabinette unterwegs ist, die wie Aussichtsplattformen im Gelände der Gartenschau wirken.

Vier der fünf Kabinette sind bereits geformt und mindestens im Rohbau fertig. Das Grüne Kabinett etwa, das in direkter Nachbarschaft des Schäferhunde-Vereins gebaut wurde, liegt gut acht Meter höher als die Aue des Roten Mains. Die Besucher werden den Blick schweifen lassen können von hier, sagt Streich. Über die Aue, hinüber zum Panorama-Kabinett, das gleichzeitig Eingang von der Albrecht-Dürer-Straße aus ist. Dieses Kabinett hat bereits die Verkleidung bekommen, die alle Kabinette haben werden: Gestreift, ähnlich der Sedimentschichten, die man rund um Bayreuth findet.

„Wir werden alle Arbeiten, die wir uns für dieses Jahr vorgenommen haben, auch schaffen“, sagt Streich. Der Auensee ist fertig und füllt sich planmäßig mit Wasser. Die Betonarbeiten sind abgeschlossen: Unter anderem sind die Fundamente für die beiden Brücken gesetzt, die den Main überspannen werden. „Die Brücken werden bald eingehoben.“

Nicht nur der Auenbogenweg ist im Rohbau erledigt. Er verbindet die Kabinette auf der Ostseite des Geländes miteinander und ist die Hauptachse zwischen den Eingängen Äußere Badstraße und Eremitagestraße. Auch die anderen Wege sind in ihrer künftigen Führung angelegt, darin wurden die Leitungen verlegt.

Sonnig gelb leuchtet der Gastro-Pavillon aus dem Braun der aufgetürmten Erdbewegungen heraus. „Die Bauarbeiten sind seit etwa vier Wochen abgeschlossen. Der Pavillon bleibt nach der Gartenschau stehen und soll als Sommer-Gastronomie verpachtet werden.“ Nach der Gartenschau – wenn die Bayreuther den Park als Naherholungsgelände nutzen können. „Alles, was wir machen, ist im Prinzip für die Ewigkeit ausgelegt.“ Und mit Blick auf den Auenbogenweg, der an den Damm andockt, der Bayreuth vor dem Hochwasser schützen soll, sagt Streich: „Ich kann mir gut vorstellen, dass das eine schöne Joggingrunde wird.“ Eine Runde mit Ausblick.

Im November wird damit begonnen, Bäume und Sträucher zu pflanzen. Blumen, die die Gartenschau bunt machen sollen, werden frühestens 2015, manche sogar erst 2016 gepflanzt. Ebenfalls erst im kommenden Jahr wird die Umgestaltung des Spielplatzes in der Schönen Aussicht angepackt.

Kurz vor dem Abschluss steht die 1,5 Millionen Euro teure Renaturierung des Roten Mains, für die das Wasserwirtschaftsamt Hof verantwortlich zeichnet: Die letzte der vier Schleifen fehlt noch. „Mit dem Aushub der vierten Schleife werden wir nächste Woche beginnen. Das wird vier bis sechs Wochen dauern. Auf jeden Fall wird es noch im Herbst den finalen Durchstich geben“, sagt Peter Baumann auf Nachfrage unserer Zeitung. In den vergangenen Wochen wurde die Tierwanderhilfe, über die Wassertiere das Kraftwerk an der Hölzleinsmühle umschwimmen können, neu angelegt.

Parallel zu den Arbeiten in Bayreuth laufen die Planungen für das Finale in Deggendorf: Feierlich wird die Landesgartenschau-Fahne am 5. Oktober gegen 16 Uhr an Oberbürgermeisterin Brigitte Merk-Erbe übergeben. „Bayreuth ist dann die Gartenschau-Hauptstadt im Freistaat“, sagt Streich. Die Markgräfin wird dabei sein in Deggendorf – und als musikalische Appetitmacher auf die Gartenschau in Bayreuth werden neben Six-Pack „Afro Samba versuchen, für Bayreuth zu trommeln“, wie es Streich formuliert.

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