DHB-Auswahl dominant und souverän

Mit einem weiteren Sieg am Sonntag gegen Russland (18.15 Uhr) könnten sich die Deutschen bereits zumindest den dritten Platz in Gruppe II sichern, der die Teilnahme am Spiel um Rang fünf bedeuten würde. Im Rennen um die Qualifikation für das Halbfinale käme es dann zum Abschluss der Gruppenspiele am Mittwoch gegen Dänemark wahrscheinlich zu einem alles entscheidenden Duell.

„Besonders gefallen hat mir die Disziplin und der Arbeitswille in der Abwehr“, lobte Bundestrainer Dagur Sigurdsson. „Unsere Spielweise kostet viel Energie, und alle sind bereit dazu.“ Die Entwicklung der Mannschaft sei für ihn zwar „kein Wunder“, aber gerade wegen der vielen jungen Spieler ohne Erfahrung bei großen Turnieren doch bemerkenswert: „Man musste nicht damit rechnen, dass alle so auftreten.“

Alle 16 Spieler im Einsatz

Tatsächlich nutzte der Bundestrainer die Überlegenheit, um alle 16 Spieler zum Einsatz zu bringen. So verteilte sich die Torausbeute auf elf Akteure, wobei von den Bankspielern vor allem der junge Berliner Fabian Wiede (6/7 Würfe) auffiel. Auch Carsten Lichtlein, der den Stammplatz im Tor vorerst dem erneut sehr starken Andreas Wolff überlassen muss, konnte sich in der Schlussphase neues Selbstvertrauen holen, indem er unter anderem zwei Siebenmeter abwehrte. Unter seinen Möglichkeiten blieb nur ausgerechnet einer der ursprünglich am häufigsten genannten Hoffnungsträger: Christian Dissinger fand nicht den richtigen Rhythmus, um seine Wurfkraft zur Geltungen zu bringen, und war zudem für drei Ballverluste in der ersten Viertelstunde verantwortlich. Das war jedoch der einzige anfängliche Makel im Spiel der Deutschen, die mit hervorragender Zusammenarbeit zwischen Abwehr und Torhüter sowie variablem Spiel und hoher Trefferquote von allen Positionen vom 3:0 (3.) über 12:6 (20.) bis zum bereits vorentscheidenden Pausenstand davon zogen. Nach der Auswechslung von Dissinger lief es mit Steffen Fäth im linken Rückraum auch spielerisch immer besser. Selbst als dann fast alle Bankspieler gemeinsam auf dem Feld standen, führte das DHB-Team stets mit mindestens sieben Toren.

Statistik

Deutschland: Wolff, Lichtlein – Sellin 2, Lemke, Reichmann 5/3, Wiede 6, Pekeler 2, Weinhold 3, Strobel, Schmidt, Fäth 3, Dahmke 3, Ernst 1, Pieczkowski 1, Dissinger 1, Kohlbacher 2.

Ungarn: Mikler, Bartucz – Schuch, Pasztor 1, Ivancsik, Gazdag, Hornyak 2/2, K. Nagy 2, L. Nagy 3, Jamali 3, Faluvegi, Zubai 1, Banhidi 3, Borsos, Ancsin 2, Bodo 2.

SR: Gubica/Milosevic (Kroatien); Strafminuten: 4 / 6; Zuschauer: 4000.

Nicht bewertet

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