Derby-Revanche gegen Bamberg im Pokal

Ganz speziellen Reiz bekommt die Begegnung aber erst dadurch, dass sich beide Mannschaften erst vier Wochen zuvor an gleicher Stelle bereits ein denkwürdiges Duell geliefert haben. Am zweiten Weihnachtsfeiertag hatten die Bayreuther den Favoriten schon am Rande einer Niederlage, als sie in den Schlusssekunden mit 82:80 vorn lagen. Ein extrem schwieriger Dreier von Janis Strelnieks brachte dann zwar die Bamberger in Führung, aber die winzige Restspielzeit von 0,7 Sekunden genügte dem Medi-Team, um noch zwei Freiwürfe und damit die Chance zum Sieg zu erzwingen. Bastian Doreth verwandelte jedoch nur einen der beiden Würfe, so wurde eine Verlängerung fällig, und dort hatten die Gastgeber dann mit 88:92 das Nachsehen.

Trotz dieses unglücklichen Endes nimmt man im Medi-Lager aber überwiegend positive Erkenntnisse mit in die Revanche: „Es war wichtig für uns zu sehen, dass wir auf diesem hohen Niveau mitspielen können und unsere Chancen bekommen“, sagt Trainer Raoul Korner. „Das gilt natürlich nur, wenn wir gut spielen – und das haben wir getan.“

Ein paar taktische Überlegungen müssen offensichtlich richtig gewesen sein, um den Meister derart stark in Bedrängnis bringen zu können. Wiederholen lasse sich das allerdings „nur bedingt“. Einerseits werde man sich im Bamberger Lager diese Details nun besonders genau anschauen, andererseits stehe man auch selbst vor neuen Aufgaben: „Die Bamberger haben uns ja auch in verschiedener Weise weh getan, und da müssen wir uns ebenfalls etwas einfallen lassen.“ Außerdem sei die Ausgangsposition für sein Team ungewohnt: „Meine Mannschaft steht zum ersten Mal vor einem K.-o.-Spiel: Wenn du gewinnst, hast du was erreicht – wenn nicht, dann nicht. Es gibt keine zweite Chance.“

Raoul Korner: "Das hat schon was von Playoffs"

Man hört dabei allerdings heraus, dass die Herausforderung dieser Gesamtsituation für den Trainer auch einen Spaßfaktor hat: „Das hat schon was von Playoffs, wenn zwei Mannschaften in so kurzer Zeit mehrfach aufeinander treffen“, sagt Korner. Dieser Vergleich passt in gewisser Weise auch zur Frage, ob sich die Bamberger Zusatzbelastung durch die weite Reise zum Euroleague-Tabellenführer ZSKA Moskau drei Tage später noch auswirken könnte: „Auf der anderen Seite kann man fragen, ob es unserem Rhythmus geschadet hat, dass wir seit zwei Wochen kein Spiel hatten“, gibt der Allstar-Coach zu bedenken. „Beispiele lassen sich für beides finden.“ Mehr will er aber nicht sagen zur zurückliegenden 63:82-Niederlage in Braunschweig, die so gar nicht zum glänzenden Gesamteindruck der Vorrunde passen wollte: „Ich weiß gerade nicht, wovon sie reden“, scherzt Korner, der sein Team nach ein paar freien Tagen seit Montag wieder versammelt hat. „Dieses Spiel habe ich verdrängt.“

Auslosung am Sonntagabend

In den beiden anderen Qualifikationsspielen für das Top-Four-Tunier in Berlin stehen sich Bayern München und TB Bonn sowie Riesen Ludwigsburg und Rat. Ulm gegenüber. Die Paarungen für das Halbfinale am 18. Februar werden am Sonntag in der Halbzeitpause des Bundesligaspiels Alba Berlin – Löwen Braunschweig ausgelost.

Nicht bewertet

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